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Diese Aufgaben hat ein Schiedsmann

Schiedsamt

Die Selmer Schiedsmänner Wolfgang Korioth und Siegfried Hackert legen nach fünf Jahren ihr Amt nieder. Zu erzählen haben sie die ein oder andere Anekdote.

Selm

von Carolin West

, 03.07.2018
Diese Aufgaben hat ein Schiedsmann

Die neuen Schiedsfrauen in Selm sind Elisabeth Janßen (vorne r.) und Anna Silberkuhl (vorne 2.v.r.). Die Schiedsmänner Wolfgang Korioth (vorne 2.v.l.) und Siegfried Hackert (vorne 3.v.l.) wurden nach fünf Jahren Amtszeit verabschiedet. © Foto:Ingrid Wielens

Schlichten statt richten – so lautet das Motto der Schiedspersonen. Für die Stadt Selm waren bis Mai 2018 die Schiedsmänner Wolfgang Korioth und Siegfried Hackert tätig. Und das ehrenamtlich. Denn Schiedspersonen arbeiten ohne Bezahlung. Sie setzen da an, wo eine Schlichtung möglich ist, ohne dass die Justiz zum Einsatz kommen muss.

So befassen sich Schiedspersonen vor allem mit Nachbarschaftsstreitigkeiten. Und davon haben Wolfgang Korioth und Siegfried Hackert in ihrer fünfjährigen Amtszeit so einige erlebt. „Im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem mein erster Fall“, erzählt Siegfried Hackert. Damals sei es nicht nur um einen Streit unter Nachbarn, sondern auch um einen Ehestreit gegangen. „Die Eheleute haben sich wegen der Nachbarn gestritten“, sagt er. „Der Mann sollte dann vorangehen, war aber zu feige. Deshalb war seine Frau sauer.“ Am Ende sei aber alles gut gegangen.

Dennoch hatten die Schiedsmänner anfangs Lampenfieber. „Ich war schweißgebadet“, sagt Wolfgang Korioth. Denn: „Am Anfang denken ja alle, sie haben recht.“

Schlichten auf Augenhöhe

Wichtig sei es dann, beiden Parteien zuzuhören und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. „Ein Schiedsmann hat da schon Gewicht“, sagt Siegfried Hackert. „Ich habe auch versucht, eine gewisse Lockerheit reinzubringen, indem ich beispielsweise über Fußball gesprochen habe.“ Die Schiedsmänner schätzen, dass sie in circa 70 Prozent der Fälle helfen konnten, eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen.

Künftig werden Anna Silberkuhl und Elisabeth Janßen das Schiedsamt übernehmen. Bürgermeister Mario Löhr begrüßte und verabschiedete die Schiedspersonen am Dienstag. Gemeinsam mit Dr. Niklas Nowatius, Direktor des Lüner Amtsgerichtes und Christel Seegraef, Vorsitzende der Bezirksvereinigung Dortmund des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen, dankte er Wolfgang Korioth und Siegfried Hackert für die jahrelange erfolgreiche Arbeit.

Mehr Zeit für Anderes

Langweilig wird es den beiden ehemaligen Schiedsmännern aber auch ohne das Ehrenamt nicht. „Ich mache noch so viel nebenbei, da musste ich jetzt eine Sache abgeben – bevor mir meine Frau die Rote Karte zeigt“, sagt Wolfgang Korioth und lacht. Siegfried Hackert freut sich vor allem darauf, mehr Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen zu können.

Den Staffelstab des Schiedsamtes gaben sie am Dienstag offiziell weiter. „Ich freue mich darauf, eine Verbindung zwischen Menschen zu schaffen“, sagt Elisabeth Janßen, „und dabei Moderatorin und Mediatorin zu sein.“ Und für den Fall, dass die beiden Frauen Unterstützung brauchen, haben Siegfried Hackert und Wolfgang Korioth schon ihre Hilfe zugesichert.

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