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Ehemaliger Disko-Stammgast rettet 300 Goldfische

SELM Seit eineinhalb Jahren ist die ehemalige Diskothek Magic (zuletzt „Easy Dance Club“) dicht. 300 Goldfische in der Teichanlage im Außengelände wurden jedoch vergessen. Tim Speicher, ehemaliger Stammgast, hat diese nun vor dem Abriss gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Tierschutzverein gerettet.

Ehemaliger Disko-Stammgast rettet 300 Goldfische

Der Initiator der Rettungsaktion freut sich über den Erfolg: Dass es so viele Fische sein würden, hätte er auch nicht gedacht.

Das Martinshorn schwieg, als die Freiwillige Feuerwehr Selm am Samstagnachmittag zu einem ihrer ungewöhnlichsten Einsätze gefahren ist. Dabei ging es in der ehemaligen Disco Magic an der Industriestraße durchaus um Leben und Tod – im Zierfischbecken. Seit eineinhalb Jahren ist die Disco geschlossen, die vor mehr als 30 Jahren als Skylab begann, als Easy Danceclub endete, den meisten aber als Magic in Erinnerung geblieben ist.

Goldfische wurden vergessen

Obwohl die Bässe längst schweigen, drehten sich auf dem Clubgelände immer noch unermüdlich letzte Gäste im Glitzeroutfit – nicht auf der verwaisten Tanzfläche, sondern in den mehr als einen Meter tiefen Becken im einstigen Biergarten. „Die Goldfische sind einfach vergessen worden“, sagt Tim Speicher, selbst ein Magic-Stammgast. Er hat sich ihrer erinnert – gerade noch rechtzeitig, bevor die Abbruchbagger anrollen.

Fischrettung am Teich der Disco Magic

Viele Augenpaare suchen die Wasseroberfläche ab.
Zum Glück für diesen Fisch  und zig geschuppter Artgenossen, hatte Tim Speicher die Rettungsktion initiiert.
Wo schwimmen sie denn?
Das war am Samstagnachmittag ein ungewöhnlicher Feuerwehreinsatz: vermutlich der letzte an der ehemaligen Disco an der Industriestraße, die Ende der 1980er-Jahre nach einem Feuer einige Jahre geschlossen hatte.
Thomas Adler von der Freiwilligen Feuerwehr hält Ausschau nach den zu rettenden Fischen.
Am Samstagnachmittag hatte die Freiwillige Feuerwehr Selm einen ungewöhnlichen Einsatz: Goldfischrettung im ehemaligen Magic, der dem Abbruch geweihten  Disco an der Industriestraße.
Im ehemaligen Biergarten gibt es eine Tecihanalge, die offenbar vergessen wurde.
Tim Speicher hat die Rettungsaktion ins Leben gerufen.
Tim Speicher ist selbst Angler und Aquarianer - und ein langjähriger Magic-Fans.
Tim Speicher freut sich, dass die Goldfische und der kleine Koi-Karpfen bald ein neues Zuhause haben.
Im Cocktailglas erreicht der Goldfisch den Eimer.
Geschafft: Im Wassereimer kann der Fisch sich erholen.
Wieviel Wasser genau in den Becken ist, kann niemand sagen. Das Wasser ist mehr als einen Meter tief.
Während zwei Pumpen der Feuerwehr im Einsatz sind, senkt sich der Wasserspiegel.
Petri Heil! Mitglieder des in Gründung befindlichen Selmer Tierschutzvereins und der Feuerwehr schauen zu, wie Tim Speicher den Kescher ansetzt.
Bald schon wird dieser eine Eimer nicht mehr ausreichen.
Während der Tierrettung besteht Gelegenheit, enen letzten Blick auf die ehemalige Disco Magic zu werfen.
Nur noch wenige Tage, dann beginnt der Abriss.
Susanne Hübner, die Vorsitzende des im Juli entstandenen Tierschutzvereins, und Tim Speicher begutachten die geretteten Fische.
Die Feuerwehrleute packen mit an.
Wo schwimmen sie denn?
Mehr Fische als vermutet befinden sich im Wasser.
Die Tierretter müssen im Trüben angeln.
1985 war die Disco eröffnet worden - damals noch als Skylab.
Zwei Pumpen hat die Feuerwehr im Einsatz.
Vorsichtig packt Tom Speicher den Fisch in den Eimer.
Der Initiator der Rettungsaktion freut sich über den Erfolg: Dass es so viele Fische sein würden, hätte er auch nicht gedacht.
Der Eimer ist voll.
Nicht nur Fische schwimmen im trüben Nass.
Die dem Abbruch geweihte Disco von innen.
Draußen retten Feuerwehrleute die Goldfische.
Immere mehr Fische kommen zum Vorschein. Sie hatten sich unten im Schlamm versteckt.
1000 Liter Wasser in der Minute schafft diese Pumpe.
Die Retter angeln im Trüben.
In ihrer Ruhe gestört schwimmen die Fische audgeregt herum. m
Andre Wirkowski aus Vinnum (hinten mit dem Kescher) ist selbst Feuerwehrmann und gleichzeitig Mitglied des neuen Tierschutzvereins.
Hier wurden die Goldfische gerettet.

Samstagnachmittag, 15 Uhr: Ein Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr biegt von hinten auf das Disco-Gelände. Etwa fünf Meter von den mit grünbrauner Brühe gefüllten beiden Betonbecken entfernt bleibt es stehen. Thomas Adler und seine Kollegen machen sich an die Arbeit: Schläuche verlegen, Pumpen aufbauen und los.

Mit knatterndem Dröhnen saugen die Schläuche das brackige Wasser und spucken es hinter dem Parkplatz in einen Graben wieder aus. Rund zehn Augenpaare suchen gespannt die wellige Wasseroberfläche ab. Allen voran: Tim Speicher. „Etwa 2003 war es, als dort Fische eingesetzt wurden“, sagt er, ohne den Blick zu wenden. „Ich müsste mich wahnsinnig irren, wenn die je rausgeholt worden wären.“ Sind sie nicht. „Da!“ Susanne Hübner, die Vorsitzende des Selmer Tierschutzvereins, deutet auf eine Stelle, wo etwas Orange-Rotes hin und her huscht.

"Tiere werden wie Möbel angeschafft"

Während Tim Speicher, der selbst Angler war und lange ein Aquarium hatte, den Kescher eintaucht, um den ersten Fisch zu fangen, schüttelt Hübner den Kopf. „Das ist doch typisch für unsere überspannte Freizeitgesellschaft. Tiere werden wie Möbel angeschafft – und am Ende auch so entsorgt.“

SELM Auf dem Gelände des ehemaligen Disco "Easy Danceclub" in Selm könnte 2016 eine weitere Notunterkunft für Asylbewerber entstehen. Dieser Plan der Selmer Stadtverwaltung konkretisiert sich immer mehr.mehr...

Im Juli hat sich Hübner mit inzwischen rund 40 anderen Mitstreitern zusammengeschlossen, um Tiere vor einem solchen Schicksal zu bewahren. „Meistens habe wir uns bislang um Katzen kümmern müssen.“ Zwei Schildkröten seien auch schon dabei gewesen. Und jetzt der erste Fisch. Zig weitere werden in der nächsten halben Stunde folgen.

Rettung in den Gartenteich

Inzwischen fischt nicht nur Tim Speicher im Trüben. Auch André Wirkowski hat einen Kescher in der Hand. Der Vinnumer ist sowohl Feuerwehrmann als auch aktives Mitglied im neuen Tierschutzverein. Unten im Schlamm, der sich in den Becken abgelagert hat, seien bestimmt noch mehr Fische, vermutet er. Wirkowski wird Recht behalten. Als das Wasser nur noch zehn Zentimeter hoch steht, tummeln sich unerwartet viele Flossen an den tiefsten Stellen.

Längst hat Susanne Hübner, die in der vergangenen Woche mit Stadtverwaltung und Feuerwehr den Rettungsplan geschmiedet hatte, per Telefon zusätzliche Eimer bestellt: Transportmittel für die rund 300 Geretteten. Sie werden nach einem Leben in der Disco ihre Rente in einem Selmer Gartenteich verbringen. 

Von der Disco zur Unterkunft für Flüchtlinge











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