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Marktplatz Bork abgebrochen

Freiraum auf Zeit im Zentrum

Bork Von der Schweinewiese zum Marktplatz mit moderner Bebauung: Das war in den 1960er-Jahren. Jetzt hat das Borker Zentrum die Rolle rückwärts gemacht – allerdings ohne Schweine. Die nach den Abrissarbeiten entstandene neue Freifläche im Zentrum besteht aber nur auf Zeit.

Freiraum auf Zeit im Zentrum

Von dem Gebäudekomplex am Marktplatz in Bork ist nichts übrig geblieben. Foto: Sylvia vom Hofe

Der 30-Tonnen-Bagger hat ganze Arbeit geleistet. Von dem Wohn- und Geschäftshaus am Borker Marktplatz ist nichts übrig geblieben. Nur der Bagger selbst thront am Donnerstagmittag noch mitten auf der neu entstandenen Freifläche im Ortskern. An diesem Freitag wird auch er abgeholt werden. Dann kehrt erst einmal Ruhe ein auf der Fläche zu Füßen des Wappenbaums. Die Suche nach einem neuen Marktplatz wird aber richtig Fahrt aufnehmen.

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Reinhard Rempt hat alles genau verfolgt: die Ankunft des Abbruchgeräts, die kräftigen Hiebe, die die Baggerschaufel dem fast 50 Jahre alten Gebäude gegeben hat, sein Zusammensacken unter der Wucht und der Abtransport des Bauschutts. Rempt hatte einen Logenplatz beim Abriss. Er wohnt seit mehr als 45 Jahren direkt an dem Grundstück, das damals gerade Marktplatz geworden war. Und jetzt keiner mehr ist.

Wie alles begann

„Ich kenne die Fläche noch als Wiese“, sagt Norbert Wesselmann. Der 54-Jährige ist in Bork groß geworden. Damals sei das heutige Zentrum noch Ortsrand gewesen. Die Erschließung des Baugebietes Nierfeld setzte die Entwicklung in Gang. „Damit wurde auch Reygers Wiese der Bebauung zugeführt“, ist in „Handwerk, Handel und Gewerbe in Bork an der Lippe“ nachzulesen, einer 1999 erschienen 200-seitigen Schrift des Heimatvereins. Dort ist auch nachzulesen, welche Unternehmen sich ansiedelten, wo bislang Schweine suhlten und Hühner scharrten: Sparkasse, Konsum, Zahnarztpraxis. Auch ein Elektrocenter eröffnete und ein Gaststättenbetrieb mit Kegelbahn im Kellergeschoss. „Da war ich auch einige Male“, sagt Reinhard Rempt und blickt auf die leere, braune Fläche, die von seinem Wohnzimmer nur durch eine Straße und den Vorgarten getrennt ist: 2000 Quadratmeter Erdreich – das Grundstück, auf dem die Caritas Ende des Jahres mit dem Bau eines Altenwohnhauses mit 40 Zimmern beginnen will.

Bürger setzen sich ein

Norbert Wesselmann trauert dem Marktplatz und seiner Bebauung nicht nach. Knapp 50 Jahre: Das ist im Städtebau eine kurze Periode – offenbar nicht genug, um Tradition und emotionale Bindung entstehen zu lassen. Mit dem Platz rund um Kirche, das historische Zentrum Borks, verhält es sich da anders. „Da können wir uns den neuen Marktplatz auch sehr gut vorstellen“, sagt Wesselmann. Wenn er „Wir“ sagt, meint er die IGBB: die Interessengemeinschaft Borker Bürger, eine Gruppe, die sich gegründet hatte, als Ende 2016 die Gaststätte Alt Bork schloss. Erfolgreich hatte sich die IGBB für einen neuen Treffpunkt mit Theke eingesetzt und geholfen, das Haus Dörlemann wieder mit Leben zu füllen – mit Erfolg.

Gemeinsam nach Ideen suchen und eine Lösung finden, die Bork hilft: Nach diesem Motto soll auch die Suche nach einem neuen Marktplatz erfolgen. Im Zuge des Planungsprozesses für das
Integrierte Handlungskonzept Bork hat Bürgermeister Mario Löhr Gesprächstermine mit der Bürgerschaft für dieses Jahr angekündigt. Konkrete Termine gibt es bislang noch nicht.

Bauzaun noch da

Björn Pastowski, der Polier des Lüner Unternehmens „Märkische Tiefbau“ ist an diesem Donnerstag vorerst zum letzten Mal auf der Abbruch-Baustelle. Einige seiner Kollegen werden aber wieder kommen – mit einigen LKW-Ladungen Füllmaterial. Noch ist die Fläche nicht eben. Sobald dem Lüner Unternehmen genügend Material von anderen Baustellen zur Verfügung steht, werde aufgefüllt. Dann könne auch der Bauzaun verschwinden – und Reinhard Rempt kann eine freie Sicht genießen, wie er sie noch nie hatte – zumindest für die nächsten Monate.

„Leerstand war nicht schön“

Dass sein neuer Nachbar, die Caritas, ein Wohnhaus und eine Kurzzeitpflege bauen wird, bedauert er nicht, auch wenn er gerne an die alten Zeiten mit Supermarkt und „Pommes Gerd“ vor der Haustür zurückdenkt. „Nicht schön war es nur, als der ganze Gebäudekomplex leer stand und verfiel.“

Aufbruch beginnt mit Abbruch

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