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Müllkippen im Cappenberger Wald

Gartenabfälle werden zum Problem im Wald

Selm Gartenabfälle passen doch in den Wald, denkt so mancher Gartenbesitzer. Die Müllberge verschmutzen allerdings im Moment den Cappenberger Wald. Auch wenn es nur Grünzeug im Grünen ist, der Grünschnitt wird zum Problem für das sensible Gleichgewicht der Natur.

Gartenabfälle werden zum Problem im Wald

Im Cappenberger Wald – hier an der Baltimora – entsorgen Unbekannte derzeit illegal ihre Gartenabfälle. Foto: Günther Goldstein

Grünabfälle aus dem Garten gehören ins Grüne. Das denkt so mancher Gartenbesitzer und entsorgt seinen Grünschnitt ohne große Bedenken im benachbarten Wald. Das schadet doch nichts, wenn es dort verrottet, so offenbar die irrige Annahme. „Ganz im Gegenteil“, zürnt Elmar Berks, der Leiter der Forstwirtschaft des Grafen Kanitz. „Leider beginnt mit dem schönen Wetter wieder die Zeit wo unsere Wälder von allen Seiten zugemüllt werden, wo Gartenabfälle an vielen Stellen einfach in den Wald gekarrt werden.“ Im Cappenberger Wald sei das jedenfalls so.

Doch das sei bei Strafe verboten und im Forstgesetz unter dem Paragraf 6a unmissverständlich geregelt. Und das Verbot der Grünschnitt-Entsorgung in freier Natur habe gute Gründe.

Im Gesetz heißt es: „Der Wald ist eine gut abgestimmte Lebensgemeinschaft. Mit den Gartenabfällen landen mehr Nährstoffe im Wald und das sensible Gleichgewicht gerät durcheinander. Als Folge vermehren sich stickstoffliebende Pflanzen, wie die Brennnessel oder Brombeersträucher und verdrängen die standorttypischen speziell angepassten Arten wie Veilchen oder viele Wiesenblumen.

Belastung fürs Grundwasser

Der freigesetzte Stickstoff begünstigt zugleich das Wachstum invasiver Arten wie das Indische Springkraut oder die Japanische Staudenknöterich. Wo sich Gras- und Strauchschnitt am Waldrand türmen, ersticken sie die anderen Pflanzen und die verrottenden Gartenabfälle belasten Boden und das Grundwasser. Auch Wildschweine fühlen sich da besonders wohl, wo sie regelmäßig mit Gartenabfällen versorgt werden.“

Forstleiter Berks kennt die übelsten Stellen in den Cappenberger Wälder genau. Sie befinden sich sowohl auf Lüner wie auch auf Selmer Gebiet. Insbesondere seien es die Bereiche an der Borker Straße, Freiherr-vom-Stein-Straße, St.-Gottfried-Straße, Am Löwentor, Hirschwiese, Baltimora auf Selmer Gebiet sowie Am Struckmannsberg, Dreischfeld, Am Vogelsberg und Richard-Schirrmann-Weg auf Lüner Gebiet. Hier türmen sich zum Teil ganze Berge von Grünabfällen aus Gärten im Umfeld, berichtet Elmar Berks.

Zeugen gesucht


Hilfe erhofft er sich von Bürgern, die den Wald noch als Naturraum sehen und andere dabei beobachten, wie sie ihn zweckentfremden. „Für die Aufklärung solcher Fälle brauchen wir Zeugen“, stellt er fest. „Darum bitte ich Waldbesucher und Erholungssuchende, sich als Zeuge zu melden. Seit fünf Jahren versuche ich es mit freundlichen Gesprächen. Leider hat das nicht zum Erfolg geführt und alle machen munter weiter“, so der enttäuschte Forstleiter. Die gräfliche Verwaltung ist unter Tel. (02306) 750060 zu erreichen.

Volle Unterstützung bekomme er vom Umweltamt des Kreises Unna, an das sich Zeugen auch direkt wenden können, sagt Elmar Berks. Kontakt: Tel. (02303) 270 (verbinden lassen).

Das Merkblatt zur Grünschnitt-Entsorgung endet mit folgendem Hinweis:

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gartenabfälle zu entsorgen: Neben der Eigenkompostierung im Garten sind das bis zu einer gewissen Größe und Menge die Biotonne der Hausmüllentsorgung. Darüber hinaus können in vielen Regionen spezielle Grünschnitt-Annahmestellen beliefert werden. Forstleute und Waldbesitzende bitten Gartenbesitzer dringend, diese Möglichkeiten zu nutzen. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Bußgelder.“

Auch bei der Stadt Selm registriert man illegal entsorgte Gartenabfälle: „Es gibt immer wieder einzelnen Anzeigen“, sagt Selms Stadtsprecher Malte Woesmann. Seit es am Wertstoffhof möglich sei, seine Gartenabfälle kostenlos abzugeben, sei die Fallzahl „gefühlt“ zurückgegangen.

Wilde Müllkippen melden

Wer wilde Müllkippen melden möchte, kann das beim Selmer Ordnungsamt tun. Die Selmer Stadtverwaltung ist unter Tel. (02592) 690 zu erreichen.

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