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Gestatten: Das ist Amy, die erste Schulhündin Selms

SELM Amy - so heißt die erste Schulhündin in der Stadt Selm. In der Ludgerischule hat die Vierbeinerin ihren Dienst angetreten - natürlich sehr zur Freude der Schüler. Allerdings gibt es auch klare Regeln, für die Grundschüler genauso wie für die Hündin, die sich ja schließlich auch noch in der Ausbildung befindet. Hier gibt es Fotos.

Gestatten: Das ist Amy, die erste Schulhündin Selms

Schulhund Amy und Heike Gördel sind nach dem Herbstferien öfter in der Klasse 1b.

Der letzte Schultag vor den Ferien, aber die Klasse 1b ist hoch konzentriert bei der Sache. Ruhig und geordnet bilden die Schüler einen Sitzkreis, sind gespannt. Denn Amy ist zu Besuch. Sie ist Selms erster Schulhund und hat an der Ludgerischule ihren Dienst angetreten. Nach den Herbstferien wird die junge Mischlingshündin im Unterricht eingesetzt.

Schüler lernen, richtig mit dem Hund umzugehen

Am Freitag haben Amy und die Klasse 1b sich genauer kennengelernt. Die eineinhalb Jahre alte Hündin gehört zu Lehrerin Heike Gördel, die mit dem Hund gerade eine Ausbildung macht, um ihn als Schulhund einzusetzen. Die Schüler haben bereits gelernt, wie sie sich verhalten müssen, wenn Amy in der Klasse ist. Nicht laut rufen, nicht am Fell ziehen, nicht laut klatschen oder gar Amy hochheben – diese Regeln zählen die Schüler auf, als Heike Gördel danach fragt.

Das ist Amy: der erste Selmer Schulhund

Das ist Amy, Selms erster Schulhund, der die Klasse 1b künftig an der Ludgerischule begleitet.
Mit verschränkten Armen sagen die Schüler Amy, dass es bei ihnen nichts mehr zu fressen gibt.
Training mit Klicker: Amy ist erst eineinhalb Jahre alt. Sie steckt noch in der Ausbildung zum Schulhund. Mit einem Klicker bekommt sie ein Signal, wenn sie etwas richtig gemacht hat.
Sitz, Platz, Gib Pfötchen - diese Kommandos beherrscht Amy schon perfekt.
Heike Gördel hat Amy mit in die Klasse 1b genommen.
Schulhund Amy hat ihre ersten Stunden bei den Schülern verbracht. Nach den Herbstferien wird sie regulären Unterricht begleiten.
Schüler und Hund lernen sich kennen. Damit Amy mit den Schülern positive Erfahrungen macht, darf jeder Schüler dem Hund ein Leckerchen geben.
Schulhund Amy und Heike Gördel sind nach dem Herbstferien öfter in der Klasse 1b.
Die Schüler der 1b haben schon gelernt, wie sie dem Hund etwas zu fressen geben dürfen.
Mit der flachen Hand bekommt Amy ein Leckerchen.
Noch lernen sich Schüler und Hund kennen. Nach den Ferien kommt Amy öfter in die Klasse.
Amy ist freundlich und mag Kinder. Das war Voraussetzung, um sie zum Schulhund auszubilden.
Die Schüler lieben Amy jetzt schon.
Schulhund Amy besucht nach den Herbstferien die Klasse 1b der Ludgerischule.

Währenddessen spaziert Amy durch den Klassenraum, macht sich mit jeder Ecke vertraut. Sie kommt sofort angelaufen, als ein Kennenlernspiel mit Futter auf dem Plan steht. Jeder Schüler darf Amy reihum ein Leckerchen geben. Wie das geht, haben die Schüler auch schon von Heike Gördel gelernt. Und die Leckerchen sorgen dafür, dass Amy positive Erfahrungen in der Schule macht. „Die positive Verstärkung sorgt dafür, dass Amy mittlerweile morgens aus dem Auto springt und sich freut, ins Schulgebäude zu kommen“, erzählt Heike Gördel.

Amy geht freudig auf Kinder zu

Eigentlich sollte Amy ein Familienhund werden. Erst später kam Heike Gördel die Idee, den Hund in der Schule einzusetzen, als sie sah, wie freudig Amy auf Kinder zugeht. Vorher musste eine Reihe von Voraussetzungen geklärt werden. Hundetrainer haben das Wesen von Amy getestet, erzählt die Lehrerin. Mit ihrem Charakter eignet sich die Mischlingshündin gut. „Sie ist Kindern sehr zugewandt, kann aber auch zur Ruhe kommen“, sagt Heike Gördel. Bedeutet: Wenn es einmal zu viel Trubel gibt, geht sie auf ihre Decke und entspannt sich, statt etwa zu knurren.

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Auch die Schule, Lehrer, Eltern und die Stadt als Schulträger mussten zustimmen. Amy ist nun in eine Klasse gekommen, in der kein Schüler eine Allergie oder Angst vor Hunden hat. Die Stadt hat sich mit dem Gesundheitsamt zusammengesetzt und auch die Politik hat im September grünes Licht für das Projekt gegeben.

Noch ist der Hund in der Ausbildung. Heike Gördel besucht mit ihm eine Fortbildung in Iserlohn, die sich auf hundegestützte Pädagogik spezialisiert hat. „Für mich ist das ja auch das erste Mal“, sagt Gördel. Bei der selben Organisation bildet sich auch die Schulleiterin der Olfener Grundschule mit ihrem Schulhund fort. Noch bis ins nächste Jahr dauert Amys Ausbildung.

Ein Hund im Teenager-Alter

Nach den Herbstferien soll Amy den Unterricht der 1b besuchen. „Sie ist noch im Teenageralter, deshalb ist der Einsatz auf einen Tag in der Woche begrenzt“, sagt Heike Gördel. Auch die Schüler müssen sich noch an den Hund gewöhnen. „Gerade am Anfang müssen die Kinder lernen, sich trotz Hund auf den Unterricht einzulassen.“ Danach soll Amy auf das Verhalten der Erstklässler wirken, erklärt Heike Gördel. Indem der Hund etwa weggeht, wenn ein Schüler zu laut ist, oder sich bei einem zappeligen Schüler vor die Füße legt.

„Die Kinder bekommen eine wertneutrale Rückmeldung zu ihrem Verhalten“, sagt Heike Gördel. Auch als Lesehund soll Amy eingesetzt werden. Wenn die Kinder Amy vorlesen, sie dabei noch streicheln können, lernen sie entspannter und lesen gerne, erklärt die Lehrerin. Vorerst sind aber Herbstferien. „Ich freue mich auf die Ferien“, erzählt ein Junge gestern in der Klasse. „Und Amy hat dann auch Ferien.“

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