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Sparmaßnahmen der Stadt

Große finanzielle Einbußen für Wohlfahrtsverbände

SELM Die vom Rat beschlossenen Sparmaßnahmen treffen auch die freien Wohlfahrtsverbände. Ab diesem Jahr bekommen diese kein Geld mehr von der Stadt. Wie gehen die Verbände damit um?

Die Reaktion der Verbände: abwarten. Denn Arbeiterwohlfahrt (AWO), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und die Kirchen brauchen Zeit, um einschätzen zu können, ob sie ihre Arbeit auch ohne die öffentliche Finanzspritze in gleichem Umfang und zu gleichen Bedingungen leisten können.

Vor allem für die AWO und das DRK sind die Einbußen schmerzlich, das sagen die jeweiligen Vorsitzenden. Obwohl beide selbst im Rat sitzen. AWO-Vorsitzende Dagmar Schusser  weiß sehr gut um die finanzielle Situation Selms. Sie hat, wie sie sagt, Verständnis für die Streichung. Dennoch: „Uns tut es sehr weh“, sagt Schusser, die die AWO-Begegnungsstätte an der Kreisstraße führt.Durchschnittlich knapp 100 Besucher essen hier laut der Vorsitzenden pro Woche. Die AWO finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und dem Verkauf des Essens. Die Gäste seien hauptsächlich Rentnerinnen mit kleinem Geldbeutel, erzählt Schusser. „Wir wollen erstmal nicht die Gäste damit belasten. Wir sind ein karitativer Verein und können die Preise nicht bis ins unermessliche anziehen“, erklärt sie. Nun will sie abwarten wie sich das Fehlen der bisher am Ende des Jahres ausgezahlten Beträge konkret auswirkt. Das sei noch nicht überschaubar.

Blutspende, Sanitätsdienst und Seniorenarbeit gehören zu den Kernaufgaben des DRK in Selm. Die erste Vorsitzende Sylvia Engemann hat in ihrem Beruf als Dezernentin ebenfalls im Rat mit abgestimmt. Auch sie betont die finanzielle Not der Stadt, sieht aber auch die „schmerzlichen“ Auswirkungen auf das DRK. Der Verein hoffe in Zukunft auf Einnahmen aus der Vermietung der eigenen Räume an der Ludgeristraße. Außerdem sei das Ziel, „den Verein wirtschaftlicher zu gestalten“, so Engemann.

„Wenn der Zuschuss nicht gezahlt wird, werden wir deshalb die Altenbegegnung nicht aufgeben“, sagt Heribert Dornhege vom Kirchenvorstand St. Ludger. Die fehlenden Zuschüsse werde die Gemeinde wohl aus dem eigenen Haushalt ersetzen. Sollte später ein Minus entstehen, müsse über das Vorgehen entschieden werden. Pfarrer Jörg Rudolph von der evangelischen Kirchengemeinde war über die Entscheidung des Rates nicht überrascht. „Wir haben das zur Kenntnis genommen, auf lange Sicht waren wir schon darauf vorbereitet“, sagt Rudolph. Auch in der evangelischen Gemeinde sei derzeit von einer Streichung von Angeboten nicht die Rede.

Bisherige Zuschüsse



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