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Gaststätten-Geschichten

Haus Waldfrieden: Alles fing mit der Seuche an

CAPPENBERG 1977 kam der Abrissbagger: Er bereitete der Geschichte von Haus Waldfrieden, einer Wirtschaft mit einem herrlichen Biergarten, ein jähes Ende. Es war eine von sechs Cappenberger Gaststätten, eine von mehr als 60 in ganz Selm. Wir stellen sie gemeinsam mit Franz-Peter Kreutzkamp vor, der die Geschichte der Betriebe Cappenbergs aufgearbeitet hat.

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Hotel, Restaurant, Kurhaus: Vom einstigen Haus Waldfrieden ist heute nicht viel geblieben – kaum zu glauben, wenn man sieht, was hier einst los war.

Eine Postkarte zeigt das Kurhaus Waldfrieden und die Umgebung in Cappenberg. Wer sich hier, im Luftkurort, erholte, schrieb gern an die Verwandtschaft und Freunde im Ruhrgebiet.

Waldfrieden war bis zum Abriss im Jahr 1977 ein Haus mit großem waldartigen Garten, in dem Besucher sitzen und sich bewirtschaften lassen konnten. Ursprünglich befand sich auf dem Anwesen die Schreinerei der Familie Bönninghoff. Der Betrieb war ausgedehnt und vielseitig.

In der Werkstatt standen sechs Hobelbänke. Das verarbeitete Holz wurde auf dem eigenen Hof gesägt, und für Zimmerarbeiten waren eigene Leute angestellt. Für Renovierungsarbeiten im Schloss unterhielt Bönninghoff dort eine eigene Werkstatt.

1873 kam die Seuche über Cappenberg

Gegen Ende des Jahres 1871 befand sich unter den Mitarbeitern bei Theodor Bönninghoff in Cappenberg auch der Schreinergeselle Heinrich Vieter, der später nach einem Theologiestudium erster Bischof der deutschen Kolonie Kamerun wurde.

Traditionskneipen in Cappenberg

Der einstige Gasthof Aschoff an der Boker Straße.
"Restaurant zur Waldschmiede" nannte sich das Haus der Aschhoffs, weil ihr Ursprung mitnichten ein Gasthaus war, sondern eine Schmiede.
Eine Brauerei auf Cappenberg: Auf diesem alten Plan sind die Flurstücke Cappenbergs (Übbenhagens) verzeichnet. In der Mitte ist die Rede von einer Bierbrauerei und einem Weinberg, oben in der Mitte die Oberförsterei.
Was für Dimensionen: Groß war das Gelände der Brauerei auf Cappenberg, von der heute noch Gebäude und der Straßenname "Am Brauereiknapp" geblieben sind. Das Bier war in den 1830er-/40er-Jahren ein echter Verkaufsschlager.
Das Gasthaus Kreutzkamp gibt es bis heute noch als Gaststätte, die allerdings nur noch für Veranstaltungen geöffnet hat. Vieles in diesem Haus ist aber bis heute geblieben, wie dieser Stich zeigt.
Gasthaus Kreutzkamp
Gasthaus Kreutzkamp
Gasthaus Kreutzkamp
Gasthaus Kreutzkamp
Gasthaus Kreutzkamp
Hof Struckmann
Schlossklause Cappenberger Hof
Schlossklause Cappenberger Hof
Schlossklause Cappenberger Hof
Schlossklause Cappenberger Hof
Schlossklause Cappenberger Hof
Schlossklause Cappenberger Hof
Waldfrieden Cappenberg
Waldfrieden Cappenberg
Waldfrieden Cappenberg

Im Sommer 1873 wurde Cappenberg von der Ruhr – nicht dem Fluss, sondern der schlimmen Seuche – heimgesucht. Allein im Hause Bönninghoff starben fünf Menschen: der Meister und fünf Gesellen. Der Betrieb wurde daraufhin geschlossen.

Zugleich war dieses schlimme Ereignis ein Anfang – der Anfang der Gastronomie in diesem Hause: Die Witwe Bönninghoff gründete auf dem Anwesen eine Kaffeewirtschaft, die sich in drei Generationen der Familie zu einem großen Hotel und Ausflugslokal mit Garten für die Besucher entwickelte.

Ab 1973 verfiel das Haus

Bis 1962 war das Anwesen im Besitz der Familie Bönninghoff. Der letzte Eigentümer, Theo Bönninghoff starb 1987 in Bad Rothenfelde. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde das Haus 1973 geschlossen und verfiel. Die Fruchtbörse Limberg aus Dortmund erwarb das Gelände und ließ die Gebäude abreißen. Der Versuch, an gleicher Stelle ein neues Ausflugs- und Tagungshotel zu errichten, scheiterte an Umweltauflagen der Behörden und dem Widerstand eines Nachbarn. 

CAPPENBERG Im Cappenberger Hof wurde ab 1840 Bier ausgeschänkt, das in Cappenberg nach bayrischer Tradition gebraut wurde. Aber auch die Schutzpolizei nutzte das Gebäude zeitweise. Gemeinsam mit dem Historiker Franz-Peter Kreutzkamp blicken wir auf die Geschichte des traditionellen Gasthauses.mehr...

Und wo war Haus Waldfrieden? Wer vom Eingang des Schloss-Geländes der Varnhöveler Straße (bzw. erst „Schloßberg“) Richtung Werne folgt, lässt die Straße „Am Sunderbach“ rechts und die „Steinbahn“ links liegen. Etwa 200 Meter weiter auf der linken Straßenseite war der Standort der Wirtschaft. 

In unserer Serie „Gaststätten-Geschichten“

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