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Kein ganz normaler Sonntag

BORK „Ohne Frieden ist ein menschenwürdiges Leben nicht möglich. Deshalb müssen wir uns einsetzen für den Frieden als Volk und als Europa“, mahnte Lothar Unrast, Vorsitzender des VDK Bork anlässlich des Volkstrauertages.

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Bürgermeister Jörg Hußmann (l.) und Lothar Unrast auf dem Weg zum Friedhof.

Vertreter der Vereine vor dem Mahnmal.

Weiter erklärte er in seiner Rede, dass sich der Trauertag in seiner 80-jährigen Geschichte stark gewandelt hätte. Von einer Heldenverehrung sei er zu einem Gedenken an Kriegsopfer geworden. Dabei werde nicht mehr nur der Deutschen gedacht, sondern allen Opfern von Krieg und Nationalsozialismus.

Realschule dabei

Der VDK (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) hatte zur Gedenkfeier für die Kriegsopfer eingeladen. Mehrere Vereine waren der Einladung gefolgt und beteiligten sich an dem Schweigemarsch. Erstmals seit vielen Jahren war auch wieder eine Abordnung von Schülern der Erich-Kästner-Hauptschule dabei. Auf dem Friedhof trugen sie einige Gedanken zum Thema Krieg und Frieden vor. Mit einem Gedicht wurde sarkastisch die Verherrlichung von Krieg und das Streben der Menschen nach immer gefährlicheren Waffen kritisiert. „Das wohl tollste Ding, ist die Atombombe“, hieß es in diesem Gedicht.

Krieg ist meist  fern

Mit weiteren Gedichten gaben die Schüler auch kritisch wieder, wie Jugendliche das Thema heute sehen. „Krieg ist meist fern. Läuft er im Fernsehen, kann man ihn abschalten.“ Mit ihren Worten brachten die Jugendlichen wohl den ein oder anderen Zuhörer zum Nachdenken. Auch Bürgermeister Jörg Hußmann ging auf diese Problematik ein. „Wenn wir ehrlich sind, ist der heutige Volkstrauertag für die meisten Menschen ein ganz normaler Sonntag.“ Seine Rede begann er mit der provokanten Frage: „Wenn es den Volkstrauertag nicht gäbe, wenn keiner zu der heutigen Trauerfeier eingeladen hätte, würden wir dann was vermissen? Das liegt wohl daran, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt.“

Schwer vorstellbar

Die Generationen, die den Krieg nicht miterlebt haben, könnten sich das Grauen des Krieges nur schwer vorstellen. Deshalb sei es wichtig sich immer wieder daran zu erinnern, erklärte das Stadtoberhaupt. „Wir müssen auf das hören, was die Toten uns zu sagen haben“, schloss er seine Rede. Der Trauermarsch führte vom Borker Stadtkern zum Friedhof. Die Feuerwehr, die Bundeswehr und das Polizeiausbildungsinstitut beteiligten sich an dem Zug und legten vor dem steinernen Kreuz ihre Kränze nieder. Aber auch Vereine wie die Bürgerschützengilde, der Turnverein Eintracht Bork, die Kolpingfamilie und andere marschierten mit. Der Männergesangsverein Union Bork sorgte für die musikalische Begleitung der Trauerfeier.

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