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Fußball: Interview mit Peter Wongrowitz

„Mit vielen Dingen kam ich nicht zurecht“

Nordkirchen Peter Wongrowitz wird bald wieder für einen Profiklub arbeiten. Welcher das ist, verriet der ehemalige Trainer des FC Nordkirchen im Interview. Und er sagte, dass die Zeit beim FCN rückblickend unglücklich war.

„Mit vielen Dingen kam ich nicht zurecht“

Peter Wongrowitz (l.) war bis Anfang März 2017 Trainer des FC Nordkirchen. Nach seiner Entlassung übernahm Co-Trainer Issam Jaber (M.) den Trainerjob. Rechts Andreas Sobottka, Betreuer beim FC Nordkirchen. Foto: Reith

Mit großen Ankündigungen war Ex-Coach Peter Wongrowitz vor anderthalb Jahren beim Fußball-Bezirksligisten vorgestellt worden. Neun Monate hielt er am Ende als Trainer durch. Demnächst wird er wieder im Profifußball arbeiten, verriet der 66-Jährige Sportredakteur Sebastian Reith.

Verfolgen Sie die Entwicklung des FC Nordkirchen?

Ja, ich habe letztens noch mit Issam Jaber telefoniert. Wir haben ein gutes Verhältnis. Er ist menschlich ein guter Typ und er ist auch ein Organisator. Nordkirchen hat natürlich auch Nils Venneker dazubekommen, den ich auch schon gerne gehabt hätte.

Ist Issam Jaber vielleicht die bessere Wahl für einen Verein wie den FC Nordkirchen gewesen als Sie?

Es kann schon sein, dass Issam mit dem Umfeld besser zurecht kommt. Es ist schwierig für einen Trainer wie mich, der schon in der Bundesliga war, mit vielen Dingen zurechtzukommen, die es in der Kreis- und Bezirksliga gibt. Mal muss jemand arbeiten, dann sagt ein anderer Spieler ab. Das war ich nicht gewohnt. Wie es mit Nordkirchen gelaufen ist, war sicherlich nicht glücklich. Es war im Nachhinein eine Erfahrung, die ich so nicht brauchte. Ich hatte kurz nach meiner Zusage ein Angebot von Kirchhörde aus der Westfalenliga, war aber an das Wort gebunden. Es hat sich am Ende nicht so ausgezahlt, wie ich erhofft habe.

Bereuen Sie es?

Bereuen? Das ist Schnee von gestern.

Wie bewerten Sie den Weg, den Nordkirchen eingeschlagen ist: Spieler zu holen, die in der Nähe wohnen?

Der Verein hat sich entschieden, diesen Weg zu gehen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Spieler aus Dortmund zum Beispiel nicht nach Nordkirchen wechseln wollen. Der Platzhirsch in der Region ist der SV Herbern. Wir haben damals auch versucht, Spieler aus Herbern zu bekommen, was uns nicht gelungen ist. Das bringt einen Schub und Issam macht es auch sehr gut. Der neue Vorstand macht seine Sache auch viel besser als der alte.

Viele Spieler, die in Ihrer Amtszeit verpflichtet wurden, haben den Verein wieder verlassen.

Geblieben sind aber Gündüz, Tönning, Fricke, Broszat und Trawinski zum Beispiel – das ist eigentlich eine gute Quote. Und die sind alle keine Schlechten.

Wie läuft Ihr Rettungsversuch beim Hasper SV?

Es war von Anfang an ein schwieriges Unterfangen, weil der Vereine keine A-Jugend hatte, keine erste und keine zweite Mannschaft. Ich habe mal dort gespielt, als der Verein bessere Zeiten erlebt hat – ich stand dort aber im Wort. Es geht darum, dass der Verein nicht von der Bildfläche verschwindet, ihn wieder lebensfähig zu machen. Aber wir stehen noch auf einem Abstiegsplatz.

Was machen Sie sonst noch?

Ich bin bei Michael Rummenigge in der Fußballschule deutschlandweit unterwegs. Das ist meine erste Priorität. Demnächst werde ich aber beim FC St. Pauli auch wieder scouten, bin zuständig für den Westen Deutschlands, Holland, Belgien und A-Jugend-Teams.

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