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Mütter erschüttert über Schließung der Gynäkologie

LÜDINGHAUSEN "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Silvia Rengshausen über die Schließung der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Marien-Hospitals in Lüdinghausen.

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Die schwangere Simone Focke neben ihr sitzt (v.l.) Sohn Jakob, ihre Schwester Silvia Rengshausen, mit deren Kindern Antonius, Simon und ihrer beider Mutter Annemarie Rengshausen, sie hat Clara auf dem Schoß. Alle Kinder sind in Lüdinghausen geboren, ebenso wie Simone Focke.

Beide geboren in Lüdinghausen Jakob und Simone Focke. Sie möchte auch ihr zweites Kind in Lüdinghausen bekommen und ist froh, das ihr Geburtstermin vor der Schließung der Abteilung Geburtshilfe liegt.

Für Silvia Rengshausen -hier mit Sohn Antonius- ist eine familienfreundliche Stadt, eine Stadt mit Gynäkologie und Geburtshilfe.

Der neun Wochen alte Antonius Rengshausen geboren in Lüdinghausen.

Sie brachte ihre drei Kinder Simon (sechs Jahre), Clara (zwei Jahre) und den kleinen Antonius (neun Wochen alt), in Lüdinghausen zur Welt. "Ich war schockiert, als ich von der Schließung erfuhr. Ich konnte das zuerst gar nicht glauben", erzählt die 39-Jährige und blickt auf ihren jüngsten Spross, der friedlich in ihrem Arm schlummert.

Ortsnähe ist wichtig

Ebenso schockiert war ihre Schwester Simone Focke, sie erwartet ihr zweites Kind im Dezember. "Für mich war es selbstverständlich nach Jakob, auch mein zweites Kind im St. Marien-Hospital zur Welt zu bringen", berichtet die Capellerin, denn gerade beim ersten Kind habe sie sehr viel wert auf die Ortsnähe gelegt, da sie solange es ging, zuhause bleiben wollte und noch keine Erfahrungen mit einer Geburt hatte.

Wegen der guten Betreuung seitens der Hebammen, Schwestern und Ärzte, die ihr umfassendes Wissen mit der jungen Mutter teilten, soll nun auch ihr zweites Kind im Marien-Hospital geboren werden. "Ich wüsste nicht, wo ich sonst hingehen sollte. Ich habe mich sehr gut betreut, beraten und angenommen gefühlt", ergänzt die Schwangere.

Ferdinand-Hospital in Nordkirchen

Ihre Mutter Annemarie Rengshausen erinnert sich noch sehr gut, wie es war, die kleine Simone als letztes von drei Kindern in Lüdinghausen zu bekommen. Ihre Geschwister haben im damaligen Nordkirchener Ferdinand-Hospital das Licht der Welt erblickt. "Da habe ich noch gedacht, meine Güte wie leicht das war. Die medizinische Versorgung war damals schon wesentlich besser in Lüdinghausen", erinnert sich die Mutter und heutige Großmutter, die in 2005 auch in der Gynäkologie des St.Marien-Hospitals behandelt werden musste und ausdrücklich die medizinische Fachkompetenz und das menschliche Einfühlungsvermögen des Personals lobte.

Notversorgung

"Was ich nicht verstehen kann ist, warum ist vor zwei Jahren noch soviel Geld in die Modernisierung der Abteilung gesteckt worden, wenn man sie heute schließen will", fragt sich Silvia Rengshausen, die gelernte Industriekauffrau ist. Eine weitere Frage sei, ob die medizinische Notversorgung im Falle von Komplikationen vor der Geburt gewährleistet ist, wenn man erst bis Datteln oder Münster fahren müsse. Besonders in einer Stadt, die mit Familienfreundlichkeit wirbt, gehöre die Geburtshilfe und die Gynäkologe unbedingt dazu.

Denn schließlich würde man ja wollen, dass sich junge Familien hier ansiedelten. Gerade bei dem qualifizierten Personal der Geburtshilfe und der Gynäkologie, dessen Beruf wirklich Berufung sei, sollte es doch eine Möglichkeit geben, den Geburtsstandort Lüdinghausen zu erhalten, sind sich die Frauen einig. Dass sie mit ihrer Meinung nicht allein sind, zeigen die 7100 gesammelten Unterschriften gegen die Schließung.

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