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Angeklagter aus Selm

Mutmaßlicher Reichsbürger erscheint nicht vor Gericht

Selm/Lünen Ein mutmaßlicher Reichsbürger aus Selm hält die Justiz weiter auf Trab. Weil der 53-jährige Handwerker am Mittwoch nicht zu seinem Prozess am Amtsgericht Lünen erschien, soll er nun per Haftbefehl gesucht werden. Doch er ist nicht der Einzige, in der Familie, der Ärger hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unerlaubten Waffenbesitz und Widerstand gegen die Polizei. Außerdem soll er gegenüber einem Gerichtsvollzieher seine finanzielle Pleite erklärt haben, obwohl er noch über 200.000 Euro Bargeld, wertvolle Münzen und einige Autos verfügt haben soll. Richter Ulrich Oehrle: „Wenn sich das als wahr herausstellt, hat er den Gerichtsvollzieher dreist belogen.“

Was der 53-Jährige dazu sagt, werden die Prozessbeteiligten frühestens dann erfahren, wenn die Polizei ihn festnehmen konnte. Am Mittwoch unternahmen mehrere Beamte einen ersten Versuch, den Handwerker aufzuspüren und ins Gericht zu bringen. Nach mehr als einer Stunde Wartezeit verkündete Richter Oehrle jedoch das Scheitern: „Das wird heute nichts mehr.“

Auch Sohn erscheint nicht vor Gericht

Bei einem anderen Verfahren eine Stunde zuvor hatte der Richter ebenfalls auf einen leeren Platz auf der Anklagebank geblickt. Denn auch der Sohn des mutmaßlichen Reichsbürgers, der sich wegen Widerstands gegen die Polizei und Fahrens ohne Versicherungsschutz verantworten sollte, war nicht zur Verhandlung erschienen.

Weil der 24-jährige Filius aber ein ärztliches Attest ans Gerichts geschickt hatte, nach dem er verhandlungsunfähig war, konnte Richter Oehrle auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen sogenannten Strafbefehl erlassen. Dabei handelt es sich um ein schriftliches Urteil, gegen das der 24-Jährige innerhalb der kommenden zwei Wochen Einspruch einlegen kann.

Für das Fahren mit einem nicht versicherten Firmenfahrzeug des Vaters erhielt der 24-Jährige eine Geldstrafe von 1000 Euro (40 Tagessätze), für die Widerstandshandlungen gegen die Polizei sogar sechs Monate Haft auf Bewährung. Als Auflage muss der Sohn weitere 600 Euro zahlen. Immerhin gestand ihm der Richter zu, dies in monatlichen Raten von 50 Euro tun zu können. Offiziell gilt der 24-Jährige nämlich als Auszubildender im Betrieb des mutmaßlichen Reichsbürgers.

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