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Prickelnde Erotik beim Dirty Dancing

SELM Draußen ist es kalt und nass. Drinnen geht's heiß zur Sache. Lateinamerikanische Rhythmen fetzen durch den Saal des Bürgerhauses. Zwei Dutzend Paare begrüßen Tanzlehrer Horst und Susanne Bartsch zum "Dirty Dancing". Eigentlich bin ich nur da, um eine Reportage über diesen Tanzkurs zu schreiben...

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RN-Redakteur Matthias Münch mit Tanzpartnerin Sarah Richter.

Wo gleitet der Arm des Herrn wohl gleich hin? Horst und Susanne Bartsch spielen eine berühmte Szene aus dem Film Dirty Dancing nach.

Eigentlich bin ich nur da, um eine Reportage über diesen Tanzkurs zu schreiben. Aber als die ersten Fotos im Kasten und die ersten Takte über die Tanzfläche geschwirrt sind, halten meine Beine nicht länger still. Ich habe Glück und finde eine junge Partnerin aus Lüdinghausen: Sarah Richter steht kurz vor ihrem bronzenen Tanzabzeichen. Salsa und Mambo hat sie bereits in den Beinen. Da kann also nichts mehr schief gehen.

Wie im berühmten Film, der vor 20 Jahren Furore machte, empfängt Horst Bartsch seine Gäste zum "Dirty Dancing" in lockerer Atmosphäre. Spaß ist angesagt, kein Leistungssport: "Sieger ist, wer am Ende vor der gleichen Frau steht wie am Anfang", sagt der Tanzlehrer. Sportlich wird's dann aber schon. Nach der ersten Viertelstunde - die Grundschritte sitzen - fragt der Tanzlehrer in die Runde: "Ist noch jemandem kalt? Nein, dann nehmen wir jetzt mal ein karibisches Merengue-Stück. Das ist geringfügig flotter." Nette Untertreibung. Denn jetzt geht richtig die Post ab.

Zwischen manchen Tanzpartnern sprüht bereits knisternde Erotik. Die Salsa-Erfahrenen sind in der Mehrheit. Sicher und elegant bewegen sie Füße und Hüften zu den acht Beats, die uns den ganzen Abend begleiten werden. Ich selbst habe noch nie Mambo getanzt, bin also auf Sarahs Nachsicht angewiesen. Doch die hat sie im Überfluss. Denn es braucht ein bisschen Zeit, bis die Schrittfolge auf meiner "Festplatte" abgespeichert ist.

Schon fügen Susanne und Horst Bartsch die erste Damendrehung in die Folge ein. Im richtigen Moment geht der linke Arm des Herren nach oben, damit die Partnerin darunter her tanzen kann. Eine sanfte Ermahnung des Tanzlehrers an meine Adresse ist fällig: "Der Arm muss länger oben bleiben." Gesagt, getan.

Charme und Humor

Dann folgt das "Herrensolo" mit Handwechsel. Das schaffe ich nach anfänglichen kleinen Patzern recht gut, zumal Sarah ihren Part sicher beherrscht und weiterhin viel Geduld mit mir übt. Immerhin gerät ihr Fuß nicht ein einziges Mal unter meinen.

Natürlich sind nicht alle Tanzpaare so perfekt wie die "Salsa-Profis" aus Bork, die gleich zu zehn Paaren angereist sind. Aber alle haben Spaß. Die Tanzlehrer gehen durch die Reihen, korrigieren hier die Kopfhaltung, dort eine Fußstellung - alles immer mit Charme und viel Humor: "Der Ballen ist heute mal der vordere Teil des Fußes." Oder: "Sie parkt ihren Arm auf dem des Herrn, aber nicht mit dem ganzen Gewicht, sondern schön kuschelig wie auf einem Sahnetörtchen."

Schon in den 50er Jahren galt Mambo als der Modetanz. Doch das Dirty Dancing mit dem gewissen Etwas verliert offenbar nichts von seinem Reiz. Das haben Johnny und Baby im Film 1987, Lou Bega mit seinem Welthit 1999 genau wie Horst und Susanne Bartsch mit ihren Schülern im Selmer Bürgerhaus 2007 bewiesen. 

Der Tanzkurs war eine Veranstaltung der VHS. Susanne und Horst Bartsch arbeiten schon seit Jahren mit der Volkshochschule Selm und vielen anderen Weiterbildungseinrichtungen erfolgreich zusammen.

  

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