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SG Selm droht die Abstiegs-Relegation

Saisonverlängerung für die SG Selm

Selm Die SG Selm hat den Klassenerhalt verpasst, könnte den aber schon am Dienstag durch ein Entscheidungsspiel klarmachen. Verliert Selm dieses Spiel, droht die Relegation – und doch noch der Abstieg.

Saisonverlängerung für die SG Selm

Marcel Dresken (r.) und Torhüter Nils Böckenbrink sind nach dem Gegentreffer zum 1:4 am Boden. Die SG spielt nun gegen Hohenholte um den Klassenerhalt am Dienstag in Havixbeck. Foto: Reith

Fußball-Kreisliga A
SG Selm –SV Herbern II 2:7 (1:0)

Minutenlang saßen die Spieler des Fußball-Kreisligisten SG Selm nach dem Abpfiff um die Bank verteilt auf dem Kunstrasenplatz am Sandforter Weg. Tobias Tumbrinks Kopf hing fast zwischen den Knien. Neben dem geknickten Co-Trainer saß Deniz Sahin zwar aufrecht, aber mit starrem Blick. Tristesse pur nach dem 2:7 gegen den SV Herbern II.

Die Zwischenstände aus Werne, das nach dem 0:6 gegen Albersloh abgestiegen ist, hatten sich schon während der Partie rumgesprochen. Als dann das Endergebnis aus Hohenholte (2:2) kam, stand der Modus der nächsten Tage für die Selmer fest: In Havixbeck muss Selm schon am Dienstag ein Entscheidungsspiel gegen die punktgleichen Hohenholter austragen. Der Sieger ist gerettet, der Verlierer muss fünf Tage später, am Sonntag, 3. Juni, dann noch in die Relegation. Doppelte Chance für den Klassenerhalt also für die Selmer, aber auch die Verlängerung einer ohnehin schon zermürbenden Saison. Einzige Hintertür war am Mittag noch die ausstehenden 15-Uhr-Spiele in der Bezirksliga. Warendorf hätte an Ennigerloh vorbeiziehen müssen.

„Die Enttäuschung ist groß aufgrund der ersten Halbzeit. Aufgrund der zweiten Halbzeit muss man anerkennen, dass Herbern besser war als wir“, sagte Norbert Hanning, Sportlicher Leiter der Selmer, mit leiser Stimme. „Vor drei Wochen hätten wir uns noch diese Verlängerung der Saison gewünscht, aber nach dem letzten Spieltag hatten wir gehofft, dass wir einen Dreier setzen und aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen könnten“, sagte Hanning weiter, „aber die Chance ist ja immer noch da. Ich bin guter Dinge, dass wir den Bock umstoßen.“

Die Geschichte hätte einen ganz anderen Verlauf genommen, wenn die SG ihre Chancen in Halbzeit eins genutzt hätte. Fabian Konietzni legte nach einem Sprint über rechts nach einer Viertelstunde in den Rückraum ab auf Niklas Neumann. Der zog aus 25 Meter ab: an den Innenpfosten in den Winkel – Traumtor. Die Stimmung bei den Selmern zur ersten Trinkpause Mitte der ersten Hälfte war gut. Freudige Gesichter angesichts des Spielstandes. Wie riesig doch das Kontrastprogramm zur Trinkpause Mitte der zweiten Halbzeit war, als Selm die Köpfe hängen ließ – da stand es 1:3.

Konietzni selbst hatte noch zwei Superchancen. Nach Neumanns Zuckerpass (28.) ließ er sich zu sehr von Sebastian Adamek im Herberner Tor beeindrucken und schoss daneben. Geschlagen war Adamek, als Patrick Bottas Distanzschuss direkt vor Konietznis Füßen landete. Der knallte den Ball nicht ins leere Tor, sondern aus vollem Lauf an die Latte (45.). Nicht zu vergessen, Marius May, der in den Eingangsminuten den Ball im Fünfmeterraum nicht kontrollieren konnte. Herberns einziger Torschuss: Carlo Bentrup per Freistoß. Nils Böckenbrink im SG-Tor hielt prächtig.

„Wir müssen 2:0 in Führung gehen. Dann läuft das Spiel anders. Ich weiß nicht, ob es die Kräfte waren oder Angst. Wir haben uns zerpflücken lassen“, sagte Mittelfeldspieler Lucas David.

Selm brach in Halbzeit zwei komplett ein. Und Nils Böckenbrink im Selmer Tor konnte einem leidtun. Der 19-Jährige hätte den Schuss von Luis Krampe passieren lassen – sah haltbar aus. Vergleiche mit Liverpools Torwart Loris Karius sind trotzdem nicht angebracht. „Der macht das nicht extra“, sagte Hanning auch. Nach einer Ecke traf zunächst Lars Bußkamp für den SVH. Mit Bentrups Kopfballtor (67.) wurde es immer bitterer für die SG. Am Ende wurde es ein Schützenfest. „Es sah nicht danach aus nach der ersten Halbzeit. Selm muss eigentlich 2:0 in Führung gehen. Wir sind überhaupt nicht im Spiel gewesen. Selm hat etwas konditionell nachgelassen. Die hatten viel investiert und waren galliger. Es ging um die Existenz“, sagte Björn Christ nach seinem letzten Spiel als Herberner Trainer.

Und die Rettung für die SG aus der Bezirksliga kam auch nicht mehr in den Nachmittagsspielen ab 15 Uhr. Zwar siegte Warendorf mit 5:0, verpasste das Wunder aber, weil Ennigerloh auch punktete. Das Fernduell hätte im Kreis Münster einen Absteiger weniger zur Folge gehabt.

Teams und Tore
SG:
Böckenbrink - P. Ulrich (49. Tarhan), Blecher (76. Paul), May, Dresken, David, P. Botta, Neumann, Mengelkamp (60. Tumbrink), D. Ulrich, Konietzni
SVH: S. Adamek - Havers, Roters, J. Höring, Krampe (85. Ritz), Heidicker, Bentrup, Bußkamp, Kruckenbaum (46. K. Höring), Kortendick, Bergmann
Tore: 1:0 Neumann (15.), 1:1 Krampe (52.), 1:2 Bußkamp (67.), 1:3 Bentrup (67.), 1:4 Krampe (80.), 2:4 Neumann (81.), 2:5 Bentrup (85.), 2:6 Heidicker (88.), 2:7 Heidicker (90.+3)

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