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Fragen und Antworten

Schnelles Internet steht für Selm in den Startlöchern

Selm 2018 wird das Jahr des schnellen Internets. Borker sollen im zweiten Quartal anschließen können, Außenbereichsbewohner zum Jahresende– wenn alles klappt.

Schnelles Internet steht für Selm in den Startlöchern

50 Gäste waren beim Infoabend. vom Hofe

Höchstgeschwindigkeit auf der Überholspur der Datenautobahn verspricht Dirk Wißel am Dienstagabend. Rund 50 Selmer und Borker hören dem Kommunalbetreuer von Innogy, eines Tochterunternehmens des Energieversorgers RWE, im Bürgerhaus zu. Bis sie mit bis zu 120 Megabit pro Sekunde im Netz surfen können, wird es aber noch bis zum zweiten Quartal 2018 dauern. Was bis dahin noch zu erledigen ist, wie viele Haushalte überhaupt profitieren und wann die anderen auf Angebote hoffen können, haben wir in Fragen und Antworten zusammengestellt.


Mitte Juli hatte Innogy mit dem Leitungsbau begonnen. Allerorts waren Montagegruben zu sehen. Wie weit sind die Arbeiten?

Fertig. „Wir hatten die Vorgabe, bis zum 15. November fertig zu werden“, so Projektleiter Lukas Gertz von Westnetz am Dienstagabend. Mit lediglich einem Tag Verspätung sei das auch erfolgt.


Warum dann noch mit dem Anschluss bis zum zweiten Quartal 2018 warten, wenn doch alles fertig ist?

Ist es ja nicht. Die Erdarbeiten sind nur der erste Schritt, weitere sind nötig: „Jetzt sind wir dabei, das Glasfaserkabel in die Leerrohranlage einzublasen“, so Gertz. Dann müsse noch die gesamte Technik angeschlossen werden. Immerhin: „Zur Zeit laufen die Arbeiten störungsfrei, sodass das der Fertigstellungstermin nicht gefährdet ist.“


Was machen Kunden anderer Telekommunikationsunternehmen, deren Verträge im Februar oder März auslaufen?

Sie müssen ohne Netz warten oder sehen in die Röhre. „Wir können sie nicht eher anschließen“, sagt Vertriebsleiter Markus Droste. Um keine falschen Versprechen zu machen, lege er sich auch nicht fest auf einen Monat. „Wir werden im zweiten Quartal fertig werden.“ Konkreter gehe es im Moment nicht.


Wer kann überhaupt in den Genuss des gerade verlegten Glasfaserkabels kommen?

3600 Haushalte: vor allem im Borker Zentrum (zwischen Vinnumer Straße, Südwall und Netteberger Straße, ebenso an der Waltroper Straße), aber auch im Süden Selms (zwischen Haus-Berge-Straße, Im Grünen Winkel und Umgehungsstraße) sowie vereinzelt an der Kreisstraße.


Müssen die Interessenten an einer schnellen Verbindung in diesem Bereich einen Vertrag bei Innogy Telnet abschließen?

Nein, Innogy baut für rund 1,5 Millionen Euro zwar auf eigene Rechnung die Leitungen. Der Ausbau muss aber laut der Vorgaben der Bundesnetzagentur diskriminierungsfrei erfolgen, wie Markus Droste vom Innogy-Vertrieb sagt. Das bedeutet: Auch andere Telekommunikationsunternehmen können gegen eine entsprechende Gebühr das neue Glasfasernetz nutzen. „Bislang haben sich noch keine Mitbewerber gemeldet“, so Unternehmenssprecherin Sabine Schmelter auf Anfrage.


Wie ist Innogy vorgegangen?

„Wir haben 8,4 Kilometer Leerrohre verlegt“, sagt Lukas Gertz von Westnetz, einer anderen RWE-Tochter. 10,5 Kilometer Glasfaserkabel würden darin eingeblasen. Sein Team habe elf sogenannte Innogy-Schränke und ein Innogy-Haus gebaut. Bei den Schränken handelt es sich um Multifunktionsgehäuse (MFG): also Schnittstellen zwischen der bestehenden Infrastruktur der Telekom und dem neuem Glasfasernetz. Das Innogy-Haus, das auf dem Gelände des Umspannwerkes steht, heißt technisch korrekt Point-of-Presence (POP): das Herzstück eines jeden Glasfasernetzes, das bis zum Bordstein führt.


Wie funktioniert das Ganze?

Projektleiter Gertz versucht, das technisch Hochkomplexe möglichst leicht zu erklären: Das sogenannte Innogy-Haus, also der POP, verschicke Lichtsignale über Glasfaser. In den Multifunktionsgehäusern werde das ankommende Licht in ein elektrisches Signal umgeformt. Von dort werde es über die dicken Kupferkabel in Richtung Kabelverzweiger geschickt, „höchstens 300 Meter weit, damit das Signal nicht gedämpft wird“, so Gertz. Diese Verzweiger sind die grauen Telekom-Kästen am Straßenrand. Die darin versteckte Technik schaltet die Signale so, dass für jeden Kunden genau zwei Adern übrig bleiben. Sie werden in deutlich kleineren Kabeln in die Häuser geführt.


Warum endet das Glasfaserkabel sozusagen am Bordstein und nicht im Haus?

Tatsächlich wäre eine Vollverglasung, bei der das Glasfaserkabel bis zum Schreibtisch führt, am besten und am schnellsten, aber auch mit Abstand am teuersten. „Unser Ziel ist es, möglichst vielen schnelles Internet anzubieten“, so Vertriebsleiter Droste. Da seien 30, 60 oder 120 Megabit bereits eine deutliche Verbesserung zum Ist-Zustand.


Wann erhält auch der Außenbereich schnelles Internet?

Ende 2018. Der Bund und das Land NRW hatten der Stadt im August für den Breitbandausbau eine 100-Prozent-Förderung zugesagt. Das bedeutet: 7,5 Millionen Euro fließen nach Selm, damit insbesondere der Außenbereich schnelles Internet bekommt. „Noch läuft das Interessenbekundungsverfahren“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Unternehmen können sich um den Ausbau von Breitbandinternet bewerben. Innogy sei auch dabei, sagt Markus Droste. Voraussichtlich Ende des Jahres wird entschieden, wer den Zuschlag bekommt. Denn bereits Anfang 2018 sollen die Arbeiten beginnen.

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