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Neue Initiative

Selm will Vorlesehauptstadt 2015 werden

SELM Selm will Hauptstadt werden - Hauptstadt des Vorlesens. Dafür setzt sich eine neue Initiative aus Selmer Schulen, Bibliotheken und dem Verein Ganz Selm ein. Sie nennen sich Aktionsgruppe „Lesende Stadt“. Lothar Kirchner setzt sich in besonderer Weise ein. Was es damit auf sich hat und warum nun 700 Vorleser gesucht werden.

Selm will Vorlesehauptstadt 2015 werden

Auch in diesem Jahr will Selm wieder Vorlesehauptstadt werden. Lothar Kirchner von Ganz Selm setzt sich in besonderer Weise dafür ein.

Mehrere Selmer Institutionen haben sich zusammengetan, um dieses Projekt voranzutreiben: Die Selmer Schulen – und zwar alle –, die Selmer Büchereien und der Verein Ganz Selm, der die Offene Ganztagsschule betreibt, gehen voran. Sie haben sich als Aktionsgruppe „Lesende Stadt“ zusammengeschlossen, und trommeln nun dafür, dass sich von heute an bis zum 20. November 700 Vorlesetermine in Selm, Bork und Cappenberg ergeben.

700 Vorlesetermine

700 Vorlesetermine sind eine hohe Hausnummer. Lothar Kirchner schätzt aber, dass es diese braucht, um den Wettbewerb um die Vorlesehauptstadt zu gewinnen. Und darum sind sie das ehrgeizige Ziel. „Unser zentrales Ziel ist aber gar nicht so sehr dieser Wettbewerb. Wir wollen das Vorlesen fördern“, sagt Kirchner. „Wenn wir dann noch den Vorlesehauptstadt werden, wäre das nur die Krönung.“

So läuft das ab:

  • Eine Einrichtung, eine Gruppe oder eine Einzelperson plant eine Lesung.
  • Sie registriert den Termin und den Ort in einem Internetportal. Dann wird sie gezählt und für Selm vermerkt.
  • Die Einrichtung, Gruppe oder Einzelperson lädt Gäste dazu ein oder sucht die Menschen an ihrem Wohnort auf, um ihnen etwas vorzulesen.
  • Das kann eine lange oder eine kurze Geschichte sein, ein Teil eines Buches oder ähnliches.

Um auf 700 Termine zu kommen, kann eine Person oder Einrichtung auch mehrfach Lesungen anbieten. Die Zahl der Zuhörer spielt dabei keine Rolle – aber zwei Personen sollten es mindestens sein.

Vorleser gesucht

Flankieren will die Gruppe „Lesende Stadt“ das Vorlese-Jahr selbst mit eigenen fünf Aktions-Zeiträumen: Bei der ersten Aktion Anfang Juni will sie die Generation der Über-60-Jährigen ansprechen. Zwei Wochen lang. „Wir gehen in alle Senioreneinrichtungen und lesen in unterschiedlichen Wohngruppen“, erklärt Lothar Kirchner.

Wer selbst als Vorleser mitmachen wolle, könne sich gerne dazu melden. „Diese Generation hat es doch besonders verdient. Unter diesen Menschen sind viele, die ihren Kindern und Enkelkindern intensiv und oft vorgelesen haben“, sagt Kirchner. „Nun können wir ihnen etwas zurückgeben.“

Besondere Vorleseorte

In vier späteren Zeiträumen sind andere Zielgruppen anvisiert: In der ersten Septemberhälfte die Kindertagesstätten und Grundschulen, in der zweiten Septemberhälfte weiterführende Schulen. Im Oktober lautet das Motto „Besondere Vorleseorte“.

Kirchner nennt ein Beispiel: Arztpraxen. Da kann ein Arzt lesen oder eine Sprechstundenhilfe, vielleicht aber besser jemand, der gerade nicht in den Praxisbetrieb eingebunden ist. Die Patienten im Wartezimmer würden es dem Vorleser vermutlich danken, wenn er ihre Wartezeit bereichert. Und am 20. November selbst, dem bundesweiten Vorlesetag, an dem der Aktionszeitraum endet, soll es an allen Schulen eine Abschlussveranstaltung geben.

Die Stadt Selm und das Stadtmarketing wollen sich laut Lothar Kirchner auch einbringen. Dazu gab es in den vergangenen Wochen schon Vorgespräche.

  • 2013 lobten die Initiatoren „Die Zeit“, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindebund erstmals den Vorlesehauptstadt-Wettbewerb aus.
  • Alle Städte und Gemeinden Deutschlands können teilnehmen.
  • Selm bewirbt sich um eine der drei Kategorien, die aktivste Vorlesehauptstadt: Alle Vorleseaktionen, die bis zum Datum des bundesweiten Vorlesetags (20. November) auf der Website angemeldet werden, werden automatisch gewertet. Die Stadt, in der die meisten Vorleser gemessen an der Einwohnerzahl teilnehmen, wird aktivste Vorlesehauptstadt.
  • Gewinner im Jahr 2014 war die bayerische Gemeinde Rain. Dort beteiligten sich von 8488 Einwohnern 216 Vorleser, was einer Quote von 2,54 Prozent entspricht. In Berlin nahmen in dem Jahr 2492 Vorleser teil – die meisten, aber nur eine Quote von 0,07 Prozent. 2013 gewann Buxtehude.
  • Wichtig: Alle, die vorlesen wollen, müssen sich über ein Portal im Internet eintragen. Hilfestellung gibt bei Bedarf Lothar Kirchner unter Tel. (0176) 92 35 22 51.

 Hier  geht es zur Anmeldung auf der Homepage des Vorlesetags.

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