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Ashwin Raman auf Recherchereise

Selmer Filmemacher begleitet Bundeswehr nach Afghanistan

Selm Der preisgekrönte Selmer Filmemacher Ashwin Raman aus Selm reist bald wieder in ein Kriegsgebiet. Im krisengeschüttelten Afghanistan wird er aber in einer besonderen Rolle tätig sein.

Selmer Filmemacher begleitet Bundeswehr nach Afghanistan

Ashwin Raman Foto: Foto: Raman

Nicht nur das Kabinett in Berlin beschäftigt sich an diesem Mittwoch mit Afghanistan und dem Einsatz der Bundeswehr dort, sondern auch der Selmer Journalist Ashwin Raman. Seine neueste Recherchereise ins Bundeswehr-Camp Marmal in Mazar-e Sharif, nach Kabul, Bagram und Kunduz steht unmittelbar bevor. Vermutlich am Donnerstag startete der Bundeswehrflug mit dem 71-jährigen Filmemacher, der dort auf einer ganz besonderen journalistischen Mission sein wird.

Selm Ashwin Raman aus Selm ist nicht nach feiern zumute. Das hat nichts damit zu tun, dass sein Film „Im Kampf gegen den IS“ nicht für den Deutschen Fernsehpreis vorgeschlagen worden war. Der Reporter sieht in Nordsyrien schlimmste Befürchtungen bestätigt.mehr...

„Ich kenne mich gut aus in Afghanistan“, sagt Raman. 1980 sei er während des russischen Einmarsches zum ersten Mal dort gewesen, seit 2002 regelmäßig. Er hat dort schon viele Kämpfe gesehen und gefilmt. Gelegenheit gab es viele: Seit 1978 ist Afghanistan fast ununterbrochen im Kriegszustand. „Das Schlimmste“, so Raman, stehe aber noch bevor. In Afghanistan, da ist er fest von überzeugt, werde es „das größte Blutbad unserer Zeit“ geben.

Düstere Prognose


Ob eine Verlängerung und Ausweitung des Bundeswehreinsatzes, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen es plant, das abwenden kann? Raman zuckt mit den Schultern. Fest steht: Die deutschen Soldaten vor Ort sollen wie bislang ausschließlich in der Ausbildung und der Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte tätig sein. Kampfeinsätze sind nicht mehr möglich – anders als bis 2015, als die deutschen Soldaten an der internationalen Koalition (ISAF) zur Stabilisierung Afghanistans nach dem Sturz der Taliban beteiligt waren: ein 13-jähriger Kampfeinsatz mit Verwundeten und Gefallenen.

Raman hatte sein Ende festgehalten im ARD-Film „Das 13. Jahr: der verlorene Krieg in Afghanistan“. Der vielfach ausgezeichnete Reporter – zuletzt 2017 mit dem Grimme-Preis (Foto) – hatte damals bereits die Vermutung geäußert, dass die Taliban zurückdrängen werden, sobald sich die westlichen Alliierten zurückgezogen haben. Inzwischen sind sie eine feste Größe im Land, wie Raman sagt. „Sie gelten sogar als Gesprächspartner der dortigen Regierung.“ Der Selmer, der auch in anderen Krisenregionen der Welt gearbeitet hat, schüttelt den Kopf: „Das kann nicht gut gehen.“ Nur weil mit dem IS ein noch größerer Feind von Frieden und Freiheit auf den Plan getreten sei, hätte sich das steinzeitliche Menschenbild der Taliban nicht verändert.

Mainz „Primetime-tauglich“ – also fähig, das Publikum zur besten Sendezeit zu fesseln: Das ist ein Etikett, das nur wenige Dokumentationen bekommen. Meistens laufen sie erst nach Mitternacht im Fernsehen. Bei Ashwin Ramans neuem Film „Im Kampf gegen den IS – ist das Kalifat am Ende?“ ist das anders. Das ZDF strahlt den Film des Selmers am 18. Dezember bereits um 21 Uhr aus. Warum, sagt der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theweßen im Interview.mehr...

Am Donnerstag, einen Tag nach Veröffentlichung des Afghanistan-Berichts der Bundesregierung, wird Raman in das südasiatische Land fliegen – in einer Bundeswehrmaschine. „Der Termin kann sich aber auch noch kurzfristig ändern“, sagt er. Dass er als Journalist zusammen mit Soldaten und Material in Köln-Porz abheben dürfe, sei in jedem Fall eine Ausnahme. Was er konkret vor Ort zu sehen bekommen wird? „Darüber darf ich noch nicht sprechen.“

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