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Stadt soll Baum zurückschneiden

Selmer streitet mit Stadt über großen Baum

Selm Lothar Breuer ist mit seiner Geduld am Ende. Seit zwei Jahren fordert er von der Stadt Selm, einen Baum neben seinem Grundstück zu beschneiden. Bei dem Ärger droht nun sogar ein Rechtsstreit.

Selmer streitet mit Stadt über großen Baum

Lothar Breuer ärgert sich, dass die Stadt den Baum nicht stärker beschneidet. Foto: Foto Thomas Aschwer

Bereits Mitte Oktober 2016 hat er Bürgermeister Mario Löhr einen Brief geschrieben und darin die Stadt eindringlich darum gebeten, einen großen Baum auf der städtischen Fläche an der Straße Schäpershof zu beschneiden. Und Lothar Breuer (79) musste nicht lange warten, bis er Besuch bekam – von Stephan Schwager von den Stadtwerken.

Sturm richtete Schäden an

Der Geschäftsführer habe ihm dabei bestätigt, dass „die Äste beseitigt werden müssten.“ Entfernt worden seien jedoch nur kleinere Äste im unteren Baumbereich, sagt Breuer. Das reichte seinerzeit Breuer nicht – und heute erst recht nicht. Bei einem Sturm Anfang 2018 seien größere Äste abgebrochen und auf den in unmittelbarer Nähe stehenden Carport geknallt. Breuer bedauert ausdrücklich, dass sein Schwiegersohn die Schäden repariert habe statt die Stadt in die Pflicht zu nehmen. Das will er nun aber tun. Breuer hat mittlerweile Kontakt mit dem Anwalt des Verbandes Wohneigentum aufgenommen, um die Stadt zum Handeln zu zwingen. Noch ist der Rechtsweg allerdings nicht beschritten worden, weil Breuer auf eine Einsicht der Stadt „in letzter Minute“ hofft. „Ich habe überhaupt nichts gegen Bäume. Und mir geht es nicht darum, dass der große Baum gefällt wird. Ich möchte nur, dass die Stadt den Baum so beschneidet, dass keine Äste mehr auf mein Grundstück ragen.

„Die Stadtwerke Selm sind tatsächlich seit Herbst 2016 mit der Thematik befasst. Herr Breuer brachte zu diesem Zeitpunkt seine Sorge zum Ausdruck, dass von dem fraglichen Straßenbaum durch dessen tief gewachsenen Äste Beschädigungen am Carport entstehen könnten“, sagt auf unsere Anfrage Stadtsprecher Norbert Zolda. Dem Hinweis seien die Stadtwerke nachgegangen und hätten den Baum im unteren Bereich entastet. „Aus Sicht der Stadtwerke war und ist damit eine potenzielle Gefährdung für den Carport beseitigt“, sagt Norbert Zolda.

Schaden am Carport

Einig sind sich Bürger und Stadtwerke über die aktuelle Situation: „Herr Breuer fordert nunmehr, dass der Astbestand des Baumes bis an die Grundstücksgrenze zurückgeschnitten wird. Er begründet die Forderung mit der Behauptung, dass anlässlich eines zurückliegenden Sturmereignisses Äste auf den Carport gefallen seien und dessen Schweißbahn beschädigt hätten. Die Schweißbahn sei zwischenzeitlich repariert; eine Dokumentation des Schadens bzw. eine zeitnahe Information der Stadt oder Stadtwerke ist nicht erfolgt“, sagt Zolda.

Der Baum werde jährlich auf seine Verkehrssicherheit kontrolliert. „Die Verkehrssicherheit ist uneingeschränkt gegeben. Ein Rückschnitt des Baumes in der geforderten Art und Weise würde aus Sicht der Stadtwerke mindestens die Erscheinungsform des Baumes nachhaltig verschlechtern – unter Umständen würde auch seine Vitalität leiden“, so die Stadtwerke. Ein weiterer Rückschnitt sei nicht geplant. Den Stadtwerken sei bekannt, dass „Herr Breuer beabsichtigt, den Rechtsweg zu beschreiten. Die Stadtwerke werden sich zu dem Sachverhalt daher nicht weiter äußern.“ Dass das Thema Bäume schnell für Streit sorgen kann, ist auch dem Land NRW bekannt.

Ministerium liefert detaillierte Vorgaben

Das Justizministerium hat deshalb detailliert aufgelistet, welche Abstände bei welchen Bäumen von der Grundstücksgrenze einzuhalten sind und wie hoch die Bäume werden dürfen, bis der Eigentümer eingreifen muss. Dazu bietet das Ministerium immer wieder telefonische Beratungen an. Lothar Breuer hat sich bereits viele Informationen eingeholt und ist fest überzeugt, dass der Baum beschnitten werden muss.

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