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E-Bike-Leasing

So funktioniert der Dienstwagen auf zwei Rädern

Selm Ein Fahrrad ist keine Limousine. Dennoch werden beide seit 2012 steuerlich gleich behandelt durch das Dienstwagenprivileg. „Fahrradleasing lohnt sich“, sagt Rudolf Nückel aus Selm, der gerade Vertragspartner bei einem Fahrrad-Leasing-Unternehmen geworden ist. „Gerade bei E-Bikes“.

So funktioniert der Dienstwagen auf zwei Rädern

Rudolf Nückel hat eine Auswahl von neuen Zweirädern vor Ort am Grünen Weg 20, kann aber jederzeit weitere besorgen, wie er sagt. Foto: Foto: Syvia vom Hofe

Jobrad – das ist nicht nur das sprachliche Pendant zum Dienstwagen, es ist auch der Name eines bundesweit tätigen Unternehmens aus Freiburg, das die Chancen des neuen Steuervorteils genutzt hat: mit dem Angebot von Leasing-Rädern. Der Selmer Fahrradhändler Rudolf Nückel, der am Grünen Weg 20 Zweiräder verkauft und repariert, ist neuer Vertragspartner des deutschen Marktführers beim Fahrrad-Leasing.

Alternative für Pendler

„Wir haben hier viele Pendler“, sagt er: Männer und Frauen, die jeden Tag einige Kilometer mit dem Auto zur Arbeit in eine Nachbarstadt fahren oder von einem Ortsteil zum anderen. „Den Umstieg aufs Fahrrad würden viele scheuen: wegen des Gegenwinds oder weil sie nicht verschwitzt ins Bürokommen wollten. „Das E-Bike-Leasing ist da eine gute Möglichkeit“, meint Nückel.

Der Trend geht zu hochwertigen Fahrrädern. Das hat erst vor zwei Wochen der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mitgeteilt: Der Umsatz an Fahrrädern und E-Bikes sei 2017 auf 2,69 Milliarden Euro geklettert: ein Plus von 3,2 Prozent.

„Generell setzt sich der Trend zum Kauf von Produkten mit hochwertiger Ausstattung fort“, sagt David Eisenberger, Sprecher des Verbands: „Das E-Bike ist erneut der Wachstumsgarant und Innovationstreiber der Branche.“

Selm Viel Geld hat der ADFC für ein neues Elektro-Tandem in die Hand genommen. Das besondere Fahrzeug ist besonders geeignet, um Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Wir zeigen, was das Rad sonst noch besonders macht.mehr...

Dienstwagenprivileg

Das Dienstwagenprivileg ist im Volksmund auch bekannt als Ein-Prozent-Regel. Für den Arbeitnehmer bedeutet das: Der geldwerte Vorteil, der bei der Bereitstellung des Fahrzeugs durch seinen Arbeitgeber entsteht, muss mit einem Prozent des Brutto-Listenpreises des Rades monatlich versteuert werden. „Das ist beim Auto genauso wie beim Fahrrad“, so Nückel.

Das höre sich komplizierter an, als es ist. Der Selmer Handwerksmeister erklärt es in vier Schritten:

  • 1. „Ein Arbeitnehmer sucht sich bei mit sein Wunschrad aus“ – oder bei einem anderen Vertragspartner eines Fahrradleasing-Unternehmens.
  • 2. Der Arbeitgeber müsse zustimmen, aber das sei in der Regel eine reine Formsache, „denn für den Arbeitgeber ist die Teilnahme am Dienstfahrrad-Konzept in der Regel kostenneutral, und das Prinzip ist durch das Dienstwagenkonzept allgemein bewährt“. Die Kosten für die Beschaffung eines Dienstrades kann das Unternehmen bei den Betriebsausgaben geltend machen.
  • 3. Die Leasingkosten trage der Arbeitnehmer. Die könne sie oder er nicht über sein Konto, sondern bequem über die monatliche Gehaltsabrechnung bezahlen. „Das ist die sogenannte Gehaltsumwandlung“, erklärt Nückel. Unterm Strich lasse sich im Vergleich zum üblichen Direktkauf so Geld sparen, sagt Nückel: „Bis zu einem Drittel.“ Außerdem seien Serviceangebote in der Werkstatt und Versicherungen inbegriffen.
  • 4. Leasen bedeutet mieten und für einen bestimmten Zeitraum nutzen. „Die Laufzeit beträgt 36 Monate“, so Nückel. Danach hat der Arbeitnehmer die Wahl: Entweder er übernimmt das Rad für eine Schlussrate von 17 Prozent oder er gibt es wieder zurück. Im ersten Fall geht das Finanzamt von einem Restwert des Fahrrads von 40 Prozent des Listenpreises aus. Die Differenz von 23 Prozent (40 minus 17) ist nachzuversteuern.

Erschwingliches Bike

Nückel freut sich über das neue Angebot – nicht nur, weil er darin für sich als Vertragspartner ein Geschäft sieht. „So wird das Fahrradfahren auf dem Weg zur Arbeit und zurück attraktiver gemacht“ – ein Gewinn für die Umwelt und für jeden einzelnen, der sich damit regelmäßig bewege.

Viele Kunden schreckten davor zurück, ein E-Bike zu kaufen: „Auch, weil man nicht unbedingt 2000 bis 3000 Euro für ein hochwertiges Rad auf der hohen Kante liegen hat.“ Das Leasing-Modell mache den Weg zum E-Bike deutlich leichter.

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