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Workshop des DRK Selm

So funktioniert ein mobiler Defibrillator

Selm In einer Notsituation zählt jede Sekunde. Doch viele Menschen scheuen sich davor, einen Defibrillator zu benutzen. Deshalb bietet der DRK einen Workshop zu dem Thema an. Im Video zeigen Ludger Westrup und Frank Schnell vom DRK schon einmal, wie das Gerät funktioniert.

So funktioniert ein mobiler Defibrillator

Frank Schnell vom DRK Selm stellt vor, wie der Defibrillator funktioniert Foto: Sabine Geschwinder

Frank Schnell vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Selm zeichnet das Szenario nach: „Stellen Sie sich vor, da liegt jemand“, sagt er, jemand, der nicht ansprechbar ist, der Erste Hilfe braucht „und dann ist da ein Gerät, das Ihnen sagt, Sie sollen die Ruhe bewahren“.

Das Gerät, von dem Frank Schnell da redet, nennt sich AED, das steht für automatisierter externer Defibrillator. Das Gerät prüft, ob die hilfsbedürftige Person einen Herzschlag hat, und setzt beim Kammerflimmern – aber nur dann – einen Stromschlag ab. Ähnlich wie ein Navigationsgerät steuert es den Nutzer durch die Situation.

„Achtung, folgen Sie den Anweisungen des Gerätes“, heißt es da zum Beispiel. Die Texte sind je nach Geräte unterschiedlich. Manche sagen ihrem Nutzer auch zuerst: „Bewahren Sie Ruhe“ und navigieren ihn dann Schritt für Schritt durch das Szenario (siehe unten) und zwar bis der Notarzt kommt.

Der mobile Defibrillator ist ein Hilfsmittel

„Das Gerät ist einfach nur ein Hilfsmittel, das Ruhe reinbringt“, erklärt Schnell. Das Gerät mache die Ansagen, die Arbeit, also die Herzdruckmassagen, muss der Nutzer dann aber selbst ausführen. In Selm befinden sich AEDs an verschiedenen Stellen. Im DRK-Gebäude in der Ludgeristraße zum Beispiel, aber auch im Selmer Bürgerhaus, im Amtshaus Bork und bei der Borker Feuerwehr. Eine zentrale Übersicht über alle Standorte gibt es nicht. Einen Überblick über einige Standorte bietet aber die Internetseite defikataster.de.

„Früher durfte nur der Rettungsdienst Defibrillatoren benutzen“, sagt Ludger Westrup, Rotkreuzleiter. Seit mehr als zehn Jahren gebe es nun die mobilen Defibrillatoren, die an öffentlich zugänglichen Stellen liegen und die theoretisch auch von Privatleuten gekauft und genutzt werden können. Ein Gerät kostet um die 1.300 Euro.

Kurs für Interessierte

Andere Länder seien allerdings schon weiter, wenn es um die Nutzung der Geräte gehe. Die Heranführung an die Erste Hilfe gehe schon im Kindesalter los, erklärt Schnell.

So bietet das DRK am Dienstag, 8. Mai, einen Workshop an, der sich mit dem AED und seinen Funktionen beschäftigt. Es handelt sich dabei um keinen kompletten Erste-Hilfe-Kurs, sondern lediglich einen Teilbereich daraus. Dabei wird mit dem Gerät geübt und eine Präsentation mit Videos gezeigt. Noch sind Plätze frei. Es ist das insgesamt vierte Mal, dass solch ein Workshop vom DRK angeboten wird. Einmal davon fand übrigens auf einer Geburtstagsfeier statt.

So funktioniert ein mobiler Defibrillator

Durch einen Knopfdruck öffnet sich das Gerät und beginnt dann mit seinem Programm. Die Ansagen sind je nach Gerät leicht verändert, aber grundsätzlich führen sie die gleichen Schritte durch.
In der Box des Gerätes oder am Gerät gibt es mitunter weitere Hilfsmittel. Zum Beispiel einen Rasierer, damit ein sehr behaarter Brustkorb von Haaren befreit werden kann.
Anschließend wird die Verpackung für die Elektroden herausgezogen.
 Im weiteren Verlauf zieht der Nutzer zwei Elektroden heraus, die am Körper der hilfsbedürftigen Person angebracht werden. In den Klebeelektroden ist leitendes Gel.
Auf dem Deckel des AEDs befinden sich auch Piktogramme, die die Funktionsweise noch weiter verdeutlichen.
Frank Schnell vom DRK Selm stellt vor, wie der Defibrillator funktioniert
Das Geld wird etwa alle zwei Jahre ausgetauscht.
Wenn ein Kammerflimmern vorliegt, gibt das Gerät den Befehl, diesen roten Knopf zudrücken. Der Nutzer muss dann zurücktreten und der Stromstoß erfolgt. Anschließend muss er die Herzmassage durchführen. Liegt kein Kammerflimmern vor, fordert das Gerät „nur“ zur Herzmassage auf.
Der Kontrollknopf zeigt, ob das Gerät einsatzbereit ist oder repariert werden muss, beziehungsweise, ob die Batterie ausgetauscht werden muss.

„Wir hatten mal eine Anfrage zu einem 60. Geburtstag“, sagt Ludger Westrup. Da glaubte er zunächst, es handele sich um einen Scherz. Doch das Geburtstagskind habe sich den Kurs für sich und seine Gäste gewünscht – das werde schließlich in seinem Alter immer wichtiger.

Selm Wenn das Herz plötzlich stehen bleibt, soll ein Defibrillator mittels Elektroschocks den normalen Herzrhythmus wiederherstellen. Seit kurzem gibt es sogar im Standesamt in Selm so ein Gerät. Warum das so ist, und wie es genutzt wird, erklären wir hier.mehr...

Defibrillator-Workshop

Der Workshop ist am Dienstag, 8. Mai, um 19 Uhr im DRK-Heim, Ludgeristraße.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung unter drk-selm@t-online.de

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