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Eichenprozessionsspinner in Selm

So werden die gefährlichen Raupen entfernt

Selm Die Raupe des Eichenprozessionsspinners ist wegen des schönen Wetters früh geschlüpft. Um sie zu bekämpfen, setzt man in Selm auf ein besonderes Mittel.

So werden die gefährlichen Raupen entfernt

Jemand zu Hause? Schädlingsbekämpfer Simon Hermez hält in Bork nach Nestern Ausschau. Foto: Niehaus

Er ist doch eigentlich nur ein kleiner Falter, der Eichenprozessionsspinner. Doch seine Raupen halten momentan die gesamte Stadt auf Trab.

Im ganzen Kreisgebiet kriechen haarige Raupen seit einigen Wochen die Bäume hinauf. Immer schön in einer Reihe gehen sie auf Nahrungssuche, daher auch der Name „Prozessionsspinner“. Das Problem sind ihre Brennhaare.

Wie steht der Wind?

Denn diese sehr feinen Haare enthalten ein Eiweißgift namens Thaumetopoein. Und das kann richtig wehtun. Auch Schädlingsbekämpfer Tom-Louis Brinkmann vom Unternehmen Angelkort aus Ascheberg kann ein Liedchen davon singen.

„Ich achte immer erst darauf, wie der Wind steht, bevor ich näher herangehe“, sagt er. Gerade ist er dabei, zusammen mit seinem Kollegen Simon Hermez einen Baum von den Schädlingen zu befreien.

Ob er für ein Foto einmal auf eines der Nester zeigen könnte? „Ich habe zwar heute schon eine Allergie-Tablette genommen, aber da hol ich erst mal meine Schutzkleidung“, sagt der 24-Jährige.

Ist das Anstellerei? Panikmache? „Der Schmerz liegt irgendwo zwischen Brennnessel und Qualle“, erklärt Brinkmann. Ein Kollege aus dem Team könne bei solchen Einsätzen mittlerweile nicht mehr dabei sein – er ist Allergiker. „Der hatte beim letzten Mal Quaddeln am ganzen Körper“, erinnert sich der Schädlingsbekämpfer.

Mit Gift rücken die Profis den Tieren nicht zu Leibe. Ein großer Staubsauger ist es, der zum Einsatz kommt. Simon Hermez fährt mit einem Hubwagen in die Kronen der befallenen Bäume und saugt die Nester direkt vom Stamm ab. Anschließend sprüht er eine Art Leim auf die Stelle, um die nicht erfassten Brennhaare der Insekten unschädlich zu machen.

Dr. Lars Frimann ist Experte beim Naturschutzbund (NABU). Er befürwortet, dass die Raupen mit mechanischen Verfahren einzeln aus den Bäumen abgesaugt werden. „Viele Forstämter spritzen von der Luft aus ganze Wälder. Das schädigt natürlich auch andere Insekten- und Vogelarten“, bedauert er.

In Selm wird deshalb abgesaugt. „Acht Bäume haben wir heute in Selm auf dem Plan“, sagt Tom-Louis Brinkmann. „Ich hoffe, dass wir das alles schaffen.“ Zurzeit sei man mit mehreren Teams unterwegs. „In diesem Jahr ist es sehr extrem hier“, sagt Brinkmann.

Besonders gefährlich sei es, wenn die Nester der Raupen in der Nähe von Spazierwegen, an Schulen, Kindergärten oder Spielplätzen auftauchten. Dann solle man das Ordnungsamt verständigen. Das ist sowieso gerade auf „Raupenstreife“ unterwegs. An der Selmer Kreisstraße stehen gerade die Mitarbeiter Jörg Rode und Horst Jungmann unter einer Eiche, die direkt am Fahrradweg entlangführt. Jungmann telefoniert dabei. „Sie müssen jemanden schicken, hier ist eine Schule“, sagt er.

Nicht anfassen!

Jörg Rode rät, nach Kontakt mit den Brennhaaren den Arzt aufzusuchen. „Da gibt es eine spezielle Salbe, die den Juckreiz lindert.“ Und die allerwichtigste Regel lautet: „Nie ein Nest anfassen!“ Auch Lars Frimann weiß, dass die Brennhaare schwere allergische Reaktionen auslösen können – bis hin zum allergischen Schock. „Damit sollte man nicht spielen“, warnt er. Selbst wenn sich die Larven bereits verpuppt haben, solle man die Häute auf keinen Fall berühren.

So werden die gefährlichen Raupen entfernt

Findet man ein solches Nest an einer Eiche, gilt vor allem: Nicht anfassen! Foto: Niehaus

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