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Spurensuche: Was bedeutet Selms Wappen?

SELM Es ist Rot und Gelb, vielleicht auch Gold statt Gelb. Zentral zeigt es einen Baum und darüber drei Blüten. Das Selmer Stadtwappen – das Logo, unter dem sich eine ganze Stadt versammelt. Doch warum sieht es überhaupt so aus? Wir sind auf der Suche nach der Geschichte des Wappens - und Sie können mithelfen!

Spurensuche: Was bedeutet Selms Wappen?

Das Selmer Stadtwappen zieren eine Linde und drei Rosen.

Was wir (ziemlich sicher) bereits über das Wappen wissen:

Das Internet und das Phänomen namens „Weisheit der Masse“ sorgt dafür, dass man die „Wikipedia“, also das größte Lexikon, das die Menschheit je hervorgebracht hat, als Ausgangspunkt einer Recherche nehmen kann. Man sollte nur nicht alles ungeprüft glauben. Dort steht, dass das Wappen der Stadt Selm 1977 von der Bezirksregierung Arnsberg als Stadtwappen genehmigt wurde.

Es zeigt eine Linde im Zentrum – eine Femlinde, um genau zu sein, die es auch in einem Wappen gab, das vorher einige Jahre für die Gemeinde Selm stand. Eine Femlinde ist eine Gerichtslinde, eine Femestätte neben dem Marktplatz einer der wichtigsten Orte einer Ansiedlung in früherer Zeit: Hier wurden richterliche Urteile gesprochen. Die Autoren und Editoren des Wikipedia-Artikels gehen auf die Anzahl der Blätter im Wappen und ihre Ausrichtung ein. Und sie sagen, es handle sich um eine Sommerlinde.

Lippische Rosen oder nicht?

Bei den Rosen gab es im Jahr 2007 unter den Wikipedia-Autoren eine Diskussion: Es ging darum, ob es sich um lippische Rosen handelt oder nicht. Die Region Lippe trägt nämlich auch eine Rose im Wappen. Aber akzeptierte Meinung unter den Wikipedianern ist seither, dass die lippische mit diesen drei Rosen nichts zu tun hat: andere Ausrichtung und andere Farben sind zentrale Argumente. „Common sense“ ist dort: Die drei Rosen stammen aus dem Wappen der Adelsfamilie vom Stein.

Ist das Wappen Allgemeingut?

Das Stadtwappen darf man nicht einfach benutzen: Kürzlich war es Fixpunkt einer Diskussion im Internetportal Facebook in der Diskussionsgruppe „Was in Selm passiert“: Diese hat mehr als 4000 Mitglieder und benutzte lange Zeit das Stadtwappen im Kopflogo der Seite. Die Stadt hat aber die Urheberrechte und wies den Gruppen-Administrator freundlich darauf hin, er möge das Stadtwappen nicht für die Gruppe nutzen. Dabei kam die Diskussion auf, ob es eine privatrechtlich geschützte Grafik sei. Ergebnis: Der Administrator änderte das Banner-Logo. Jetzt fehlt dort das Selmer Stadtwappen.

Der einstige Realschullehrer Hartmut Werdermann, sagte Dieter Bohnenkemper uns, habe das Stadtwappen in den 70er-Jahren für die Amtsverwaltung Bork entworfen. Gelb und Rot, um die Herkunft der Farben zu erklären, sind die Farben des Fürstbischofs von Münster, lange Zeit Herrscher über die Region, zu der auch die Gemeinde Selm gehörte. Dass Gelb und Rot auch die Farben der gräflichen Familie von Cappenberg sind, kommt noch hinzu.

Was wir wissen wollen:

Alles, was wir noch nicht wissen: Warum genau ist diese Linde das zentrale Symbol? Wo befindet sich die Linde, die hier abgebildet ist – oder befand? Warum sind im oberen Teil des Wappens genau drei Rosen abgebildet? Warum bestand in den 1970er-Jahren der Wunsch, das alte Wappen der Gemeinde zu überarbeiten? Wo findet das Wappen heute Anwendung und Ausdruck?

Was wir vorhaben:

Wir wollen das Wissen um die Entstehungsgeschichte des Wappens zusammentragen und in den kommenden Wochen weiter berichten.

Warum wir uns dieses Themas annehmen:

Die Linde wird Thema: Selm wird sich 2016 wieder um den Titel „Vorlesehauptstadt“ bewerben. Nach dem Sieg 2015 in der Kategorie der meisten Vorlesungen (Aktivste Vorlesehauptstadt) soll es in diesem Jahr um die „Außergewöhnlichste Vorlesehauptstadt“ gehen. Das Motto: „Selmer lesen unter Linden“ mit zentraler Aktion am „Tag des Baumes“, 25. April.

Wie Sie uns helfen können:

Sprechen Sie uns in der Redaktion an, wenn Sie gute Linden- oder Rosen-Hinweise zum Wappen haben. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an lokalredaktion.selm@mdhl.de. Alternativ können Sie unser Formular nutzen:

 

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