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Pfarrei St. Ludger

Sternsinger sammelten fast 25.000 Euro für guten Zweck

Bork Die Sternsinger zogen am Samstag durch die Stadt. Um den Segen zu bringen. Aber auch, um Wissenswertes zu erzählen.

Sternsinger sammelten fast 25.000 Euro für guten Zweck

Hanna Woitinas schreibt den Segenswunsch an eine Hauswand.

Die Frage können alle beantworten. „Für Kinder in Indien“, antworten die Borker Sternsinger, nachdem eine Frau am Samstag gefragt hatte „Wofür sammelt ihr denn?“. Und um die Antwort zu präzisieren, ergänzt ein Mädchen: „Ja genau, wegen der Kinderarbeit.“ „Damit wird eine Schule bezahlt!“, erklärt die nächste. Denn sie alle haben den Film, der bei der Sternsingeraktion 2018 gezeigt wurde, gesehen.

Ganz schön viel Ahnung

Sie wissen zum Beispiel von Nitu, einem achtjährigen Mädchen aus Indien, das täglich von fünf Uhr morgens bis acht Uhr abends Kunststoffringe aneinander schmilzt, aus denen dann billiger Modeschmuck entsteht. Sie wissen auch, dass Nitu von den Dämpfen, die bei der Arbeit freiwerden, krank wird. Ohne materielle Hilfe wird sie nie zur Schule gehen können.

Sternsinger sammelten fast 25.000 Euro für guten Zweck

Fröhliche Borker Sternsinger unterwegs: (v. l.) Hanne Fröhlich (7), Lotte Fröhlich (12), Hanna Woitinas (12), Luana Neumann (7). Foto: Foto Magdalena Schulz

„Ihr habt ja ganz schön viel Ahnung“, sagt die Frau, während sie einen 10-Euro-Schein einrollt und in die goldene Büchse steckt. „Und klasse gesungen habt ihr auch!“, lobt sie. Als die Spenderin die Tür schon wieder schließen will, fällt einem der Mädchen noch etwas ein: „Danke für die Gaben hier.“ Erst fängt sie leise an zu singen. Doch sofort fallen die anderen mit ein: „Wir gehen jetzt zur nächsten Tür! Freut euch alle Groß und Klein…“ Da muss ich als Gruppenleiterin gar nicht mehr mitsingen, so fröhlich und laut schallt es durch die Straße. Die Schokolade wird noch schnell im Bollerwagen verstaut, aber dann muss die bunt verkleidete Gruppe auch weiter – der Tag wird noch lang.

Warme Mahlzeit

Zwei Stunden später sind die Mädchen nicht mehr ganz so eifrig – und es wird Zeit fürs Mittagessen. Bei der Gastfamilie Woitinas können wir uns aufwärmen und den Bollerwagen leeren, der mittlerweile schon einen riesigen Berg Süßigkeiten enthält. Tanja und Boris Woitinas kochen schon seit sechs Jahren für die Sternsinger. Die meisten anderen Eltern seien auch langjährige Helfer, erzählen die beiden. Bei der Aktion sind also nicht nur eifrige Kinder gefragt – auch Gastfamilien, Gruppenleiter und Organisatoren im Sternteam sind essenziell. Ohne sie würde die große Aktion, die in Bork stattfindet, nicht funktionieren.

Ausgewählte Projekte

Abends sitzen wir Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen dann beim gemeinsamen Dankeschön-Pizzaessen mit Monika Heitmann, der Hauptorganisatorin der Aktion, zusammen. „Das Geld aus Bork geht in diesem Jahr übrigens zur Hälfte an ein Schulprojekt in unserer Partnergemeinde Mandevu, zur anderen Hälfte an drei ausgewählte Projekte des Kindermissionswerks“, erzählt sie. Und auch die Süßigkeiten sind nicht alle für die Sternsinger gedacht: Der Großteil wird an die Tafel, an den Freundeskreis Suchtkranker in Selm, an das Altenwohnhaus und an ein Blindenheim in Polen gespendet.

Sternsinger sammelten fast 25.000 Euro für guten Zweck

Die Borker Sternsinger in der Kirche. Foto: Foto: Magdalena Schulz

Applaus in der Kirche

Beim Sternsingergottesdienst am nächsten Tag fällt vor allem ein Wort: Danke. Sowohl Pfarrer Claus Themann als auch Monika Heitmann bedanken sich herzlich bei allen, die die Aktion möglich gemacht haben – die ganze Kirche applaudiert. Und so wie die Aktion anfing, endet sie auch: mit dem Sternsingerlied „Hoch am Himmel steht ein Stern“. Besonders bei der letzten Strophe höre ich meine Gruppenkinder lauthals mitsingen: „Danke für die Gaben hier, wir gehen jetzt zur nächsten Tür…“.

In der gesamten Pfarrei St. Ludger waren in diesem Jahr 235 Sternsinger und 90 Betreuer unterwegs.

Insgesamt wurden 24.954,07 Euro gesammelt.

Der Spielenachmittag für die Sternsingerkinder in Bork läuft nicht, wie geplant, am 19. Januar, sondern am 26. Januar um 16 Uhr im Jugendheim Bork.

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