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Prozess am Landgericht Münster

Urteil nach Messerangriff auf Asylbewerber

LÜDINGHAUSEN/MÜNSTER Dramatische Szenen spielten sich am 11. April 2016 zwischen zwei Asylbewerbern in Lüdinghausen ab. Ein 24-Jähriger aus dem afrikanischen Guinea ging mit einem langen Küchenmesser auf einen algerischen Flüchtling los und drohte ihn mit dem Tod. Dafür musste er sich jetzt vor dem Landgericht in Münster verantworten.

Die Anklage gegen den 24-jährigen Mann aus Guinea: Versuchte gefährliche Körperverletzung. Seine Tat gegen einen algerischen Flüchtling blieb für ihn aber ohne strafrechtliche Folgen. Die 12. große Strafkammer sprach ihn am Mittwoch wegen mangelnder Schuldfähigkeit frei.

Die beiden Männer lebten im selben Flüchtlingsheim in Lüdinghausen, allerdings in verschiedenen Wohnungen. Am 11. April waren beide mit ihren Fahrrädern unterwegs und trafen sich zufällig. Es kam zu einem Disput, den der Angeklagte wegen fehlender Sprachkenntnisse als bedrohlich empfand. Aus seiner Hose zog er ein Messer mit einer 21 Zentimeter langen Klinge und schwang es gegen den Kopf des Algeriers.

Reifen zerstochen und Fahrrad in die Stever geworfen

Der wehrte den Angriff mit seinem Fahrrad ab und flüchtete in einen nahen Lieferwagen. Der Fahrer des Lieferwagens verriegelte das Auto und rief die Polizei. Starten konnte er den Motor zunächst nicht. Der Angreifer klopfte mit der flachen Seite seines Messers gegen die Fahrzeugscheibe, drohte dem Algerier mit „Kopf-ab-Gesten“. Dann zerschnitt er die Reifen am Fahrrad seines Opfers und warf es in die Stever.

Mittlerweile war es dem Fahrer des Lieferwagens gelungen, sein Auto in Bewegung zu setzen. Kurz danach traf die Polizei ein und nahm den Angreifer fest. Er kam in Untersuchungshaft.

Medizinische Gutachter legen Schuldunfähigkeit fest

Im Prozess legte der Angeklagte ein volles Geständnis ab. Zwei medizinische Gutachter attestierten ihm komplette Schuldunfähigkeit wegen einer schweren seelischen Störung. Seit Frühjahr 2015 leide er an einer Psychose und höre Stimmen. Unbehandelt könne diese Krankheit wieder zu Kurzschlusshandlungen führen. Dennoch sei der Mann für die Allgemeinheit nicht gefährlich genug, um damit die Einweisung in eine psychiatrische Klinik zu rechtfertigen. Schließlich sei er von seiner Verletzungsabsicht gegen den Algerier zurückgetreten. Auch die Todesdrohungen seien nicht so gravierend gewesen. Sie hätten bei dem Opfer keine traumatischen Folgen hinterlassen.

Auf diese Gutachten stützten sich der Staatsanwalt, die Verteidigung und das Gericht. Die Kammer sprach den Mann frei und setzte ihn umgehend auf freien Fuß. Wegen seiner Krankheit könne er zwar auch künftig gefährlich werden, so der Vorsitzende in seiner Urteilsbegründung. Dies könnte aber auch ambulant behandelt werden.

Asylverfahren noch in der Schwebe


-Im Frühjahr 2014


-Im Januar 2015


-Ab März 2016

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