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Karfreitagsbräuche in Selm

Warum in Cappenberg an Karfreitag geklappert wird

Cappenberg Karfreitag ist ein stiller Feiertag – im wahrsten Sinne des Wortes. Obwohl die christlichen Gemeinden zum Gottesdienst einladen, schweigen die Kirchenglocken. Dafür wird aber geklackert. Wieso es diesen Brauch gibt und wie sich das Ganze anhört, zeigen wir im Video.

Warum in Cappenberg an Karfreitag geklappert wird

So sehen die Klappern aus der Stiftskirche am Schloss aus.

In einem der deckenhohen Schränke in der Sakristei müssten sie sein. Da ist sich Pater Gregor Pahl ganz sicher. Nur in welchem? Der 36-jährige Seelsorger öffnet Tür um Tür: Gewänder, Kerzen, Glühbirnen. Schließlich hellt sich seine Miene auf. Er zieht das Gesuchte hervor: zwei Gegenstände aus dunklem Holz, die in der katholischen Kirche nur einmal im Jahr benutzt werden.

Handliche Griffe, beweglicher Klöppel und längliche Bretter als Schallkörper: „Unsere Klappern“, stellt der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist vor. „Wie alt die sind?“ Er zuckt mit den Schultern. Die Griffe schimmern heller als der Rest, und die Bretter zeigen tiefe Einbuchtungen: klare Abnutzungsspuren. Wie viele Generationen von Messdienern die Instrumente schon in der fast 900 Jahre alten Stiftskirche am Schloss benutzt haben, ist Spekulation. Fest steht: An diesem Karfreitag werden sie wieder zu hören sein, wenn die Glocken schweigen.

Nicht das Ende

„Kindern hat man früher immer erzählt, Kirchenglocken flögen Gründonnerstag nach Rom, um dort zu beichten, und kämen erst zu Ostern wieder zurück“, sagt Pater Gregor und schmunzelt. Ein frommes Märchen für Mädchen und Jungen, denen man die Grausamkeit des Geschehens, dessen sich die Christen an diesen Tagen besonders erinnern, vielleicht noch nicht zumuten wollte.

Folter, Leiden, Sterben: Jesu Kreuzestod ist nach christlichem Glauben aber nicht das bittere Ende. Er überwindet vielmehr die Endlichkeit und öffnet für alle das Tor zur Unendlichkeit: ein Grund, alle Glocken so kräftig zu läuten wie es geht, meint Pater Gregor Pahl – aber eben erst zu Ostern. Vorher herrscht ab Donnerstagabend Totenstille. Und Klappern.


Besondere Bedienung

„Andernorts gibt es auch Ratschen“, sagt er. Ebenfalls hölzerne Instrumente, die allerdings nicht geschlagen, sondern gedreht werden. „In manchen Gegenden ist es noch heute Sitte, dass Kinder zu den Gebetszeiten mit den Ratschen durch die Straßen ziehen“ – als eine Art Ersatz des fehlenden Glockenklangs. Davon ist in Cappenberg und Umgebung nichts bekannt. Von dem Geklapper während der Gottesdienste allerdings auch kaum noch etwas.


Die Messdienerinnen und Messdiener wissen Bescheid. Die Klappern während der Gottesdienste zu bedienen, traue sich aber längst nicht jeder, sagt Pahl und greift zu dem größeren der beiden Schlaginstrumente. Schon macht es Klack-klack-klack-klack. Ein trockener, überraschend lauter Klang – und eine Bewegung, die auf Dauer in die Arme geht. In die Ohren sowieso.

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