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Skulpturen in Selm

Warum sich zwei Behörden über ein Selmer Kunstwerk streiten

selm Eine runde Sache sollte das werden: Campus-Einweihung, Stadtfest und Enthüllen des Kunstwerkes auf dem Kreisel. Jetzt hakt es an einer Stelle.

Warum sich zwei Behörden über ein Selmer Kunstwerk streiten

Seit September 2017 steht das neue Kunstwerk vor der alten Lohnhalle der Zeche Hermann. Foto: Foto: Sylvia vom Hofe

Alfred Gockel ist sauer. „Da kann man ja auch wirklich schlechte Laune bekommen“, sagt er am Donnerstag am Telefon.

Dabei habe er sich schon so auf den 14. Juni gefreut: den Tag, an dem er zusammen mit Bürgermeister Mario Löhr und Heimatministerin Ina Scharrenbach seine neue Skulptur auf dem Kreisverkehrsplatz Kreisstraße/Sandforter Weg enthüllen wollte.

Bei der Einweihung bleibt es zwar, aber das Kunstwerk aus drei ineinandergreifenden Edelstahlringen mit einem Durchmesser von jeweils fünf Metern wird nicht im Mittelpunkt des Verkehrsplatzes stehen, sondern am Rand des benachbarten Grünstreifens vom Hallenbad – mit sicherem Abstand von der Fahrbahn. Der Landesbetrieb Straßen.NRW will das so. Gockel versteht das nicht.

Kurzsichtig und kleinkariert sei die Entscheidung der Bochumer Behörde, eben ein echtes Ärgernis.

Keine Genehmigung

Christine Anstötz, Abteilungsleiterin für Betrieb und Verkehr bei den Straßen.NRW, lässt sich nicht davon beeindrucken. Von ihr werde es keine Genehmigung für die Skulptur geben, sagt sie den RN. Es handele sich um eine Unfallhäufungsstelle, sagt sie. Dort ein Kunstwerk zu platzieren, würde die Situation nicht entschärfen, sondern noch riskanter machen: „So eine Skulptur lenkt ja durchaus auch ab.“

Für Christine Anstötz ist die Sache entschieden: ein Nein, an dem nicht zu rütteln sei. Bürgermeister Mario Löhr sieht das anders. „Wir stehen im Gespräch“, sagt er. Dabei gehe es nicht allein um die Kreisverkehrskunst, sondern auch um andere Fragen: etwa um die verkehrliche Anbindung der Stadt am Wasser jenseits der Münsterlandstraße. Es sei schade, dass nicht jetzt schon die lange geplante Einweihung erfolgen könne, so Löhr. Aber er sei zuversichtlich, dass das nur eine Frage der Zeit sei.

Das hofft auch Alfred Gockel. Genehmigungsbehörden wie der Landesbetrieb Staßen.NRW hätten stets Entscheidungsspielraum. So rigide Entscheidungen wie jetzt gegen die Skulptur auf dem Selmer Kreisel seien typisch für die Bochumer Niederlassung. „Andere gehen damit ganz anders um.“

Gefragte Autobahn-Kunst

Der Lüdinghausener Künstler, der aus Selm stammt, ist vielen Reisenden bekannt durch seinen „Gelben Engel“ am Kamener Kreuz. Auch an der neuen A1-Autobahn-Ausfahrt Münster-Hiltrup steht eine Stahlskulptur von ihm. Für die Leverkusener Brücke ist er ebenfalls im Gespräch.

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