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Absage an Privathaushalte wegen Eichenprozessionsspinner

Schädling geht die Luft nicht aus

Der Eichenprozessionsspinner hält Gartenbesitzer und Schädlingsbekämpfer noch weiter in Atem. Manche Schädlingsbekämpfer setzen ihre Prioritäten mittlerweile auf Kindergärten statt Privathaushalten. Denn anders ist der Arbeitsaufwand nicht mehr zu bewerkstelligen. Doch einfach aussitzen lässt sich die Plage nicht.

Selm/Herbern

von Sabine Geschwinder

, 04.06.2018
Absage an Privathaushalte wegen Eichenprozessionsspinner

So sieht der Befall mit dem Eichenprozessionsspinner auf einem Hof in Cappenberg aus.

„Wir stehen unter Dauerbeschuss“, sagt Monika Angelkort vom Herberner Schädlingsbekämpfungsunternehmen Angelkort am Telefon. Jeden Tag erreichen sie 50 bis 60 Anrufe wegen des Schädlings. Wann die Saison vorbei ist? Angelkort weiß es nicht. Inzwischen kann das Unternehmen nicht mehr alle Anfragen annehmen, die es zu dem Schädling erhält. „Wir haben unsere Prioritäten auf Kindergärten, Schulen und Altenheime gelegt“, sagt Angelkort. Dort, wo viele Menschen betroffen seien. Alles andere sei einfach nicht mehr zu schaffen.

Absage an Privatleute

Privatleuten muss sie inzwischen absagen. Was man dann tun könne? „Absperren“, sagt Angelkort. So schlimm ist es bei Patrick Sonnenburg vom Schädlingsbekämpfungsunternehmen Sonnenburg in Südkirchen noch nicht. Er bekommt etwa 10 bis 20 Anrufe am Tag wegen des Prozessionsspinners. Bewältigen könne er die Aufträge bislang, aber Kunden müssten sich auch mal einige Tage gedulden, bis er ihnen weiterhelfen könne. Auch er rät Privatpersonen, den betroffenen Bereich großzügig mit Flatterband abzusperren. Eine Möglichkeit seien auch Schilder, wie die Stadt Selm sie einsetze, die über die Gefahr des Eichenprozessionsspinners informieren.

„Gerade wenn die Nester im Bodenbereich sind, können Hunde und Katzen oder auch kleine Kinder schnell damit in Berührung kommen.“ Der Eichenprozessionsspinner hat Brennhaare, die mit einem Gift versehen sind. Sie lösen Juckreiz aus und können allergische Reaktionen bewirken. Außerdem kann der Kontakt mit den Haaren zu schmerzhaftem Husten und Asthma führen.

Aussitzen geht nicht

Was leider keine Möglichkeit ist: den Schädling aussitzen. „Das funktioniert leider nicht“, sagt Sonnenburg. „Das Schlimme ist, dass die Brennhaare jahrelang aktiv sind“, sagt er. Warum der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr so aktiv ist, wissen selbst die Profis nicht. „In manchen Jahren haben wir Mäusejahre“, sagt Monika Angelkort, in diesem Jahr sei der Eichenprozessionsspinner ganz vorne mit dabei. Bei der Stadt Selm seien innerhalb der vergangenen zwei Wochen etwa 30 Meldungen wegen des Eichenprozessionsspinners eingegangen, so Malte Woesmann von der Stadt Selm.

Diese betrafen aber neben öffentlichen Flächen auch die Flächen von Privatleuten. In diesem Fall ist die Stadt allerdings nicht zuständig. Woesmann rät in jedem Fall dazu, einen Befall im öffentlichen Bereich vorsichtshalber zu melden. Und zwar beim Ordnungsamt der Stadt Selm unter der Nummer (02592) 69125.

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