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Vandalismus

Zerstörungswut auf Selmer Dächern

Selm Zertreten haben Unbekannte 71 Fotovoltaik-Elemente auf der Dreifachturnhalle. Auch woanders gab es jede Menge Scherben.

Zerstörungswut auf Selmer Dächern

So sehen die zerstörten Fotovoltaikelemente auf dem Dach der Dreifachturnhalle aus. Foto: Mario Korten

Mario Korten lehnt sich zurück, blickt nach oben auf das Dach der Dreifachturnhalle und schüttelt den Kopf. „So etwas Sinnloses“, sagt der Legdener. 90 Kilometer ist er gefahren, um am Dienstagnachmittag erneut in Augenschein zu nehmen, was er bereits am Freitag entdeckt hat: Unbekannte haben auf dem Dach der Sportstätte an der Kreisstraße/Sandforter Weg gewütet.

12.000 Euro Schaden

71 der rund 600 Fotovoltaikelemente – jedes misst etwa 1,60 mal 0,80 Meter – sind zerstört: zertreten und abgebrochen. Den Schaden beziffert Korten, der an diesem Mittwochnachmittag mit einem Gutachter verabredet ist, mit 12.000 Euro. Dass die blinde Zerstörungslust nicht nur seinen Besitz getroffen hat, sondern auch das benachbarte Gymnasium und das Fitnessstudio 4Elements einige Schritte weiter, ist dem Geschäftsführer des Elektrofachbetriebs PV Korten aus dem Westmünsterland kein Trost.

Zusammenhang ungewiss

„Ob da wirklich ein Zusammenhang besteht, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen“, so Thomas Röwekamp, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Wann sich Vandalen auf dem Hallendach an den blaugrauen Solarelementen zu schaffen gemacht hatten, lasse sich nur vage festlegen: „Irgendwann zwischen dem 5. Oktober und dem 3. November.“ Bei den anderen Straftaten, deren Verursacher die Polizei sucht, ist der Tatzeitraum enger gesteckt: das zurückliegende Wochenende.

Kamera zeigt Jugendliche

Shkelezen Malushaj, der Hausmeister des städtischen Gymnasiums, weiß es genauer: „Samstag gegen 17 Uhr.“ Eine der Überwachungskameras auf dem Schulgelände habe drei Jugendliche, „vielleicht zwischen 14 und 16 Jahren“, aufgenommen: die mutmaßlichen Täter. Sie seien wohl erst auf einen Papiercontainer gestiegen und dann entlang der Regenrinne auf das Dach des C-Trakts geklettert. Von dort ging es einige Meter weiter zu den Oberlichtern des Computerraums. Alle vier Glaskuppeln haben die jungen Männer mit Füßen und einem Ziegelstein bearbeitet. „Die Scheiben sind jetzt alle kaputt“, sagt der Hausmeister. Das Gleiche gelte für eine Überwachungskamera – allerdings nicht für die, die die noch Unbekannten gefilmt hat.

Klettertour auf dem Fitnesscenter

Im 4Elements, dem Zentrum für Gesundheitssport und Fitness, gibt es über dem Büro nur ein Oberlicht. Auch darin klafft jetzt ein Loch. „Ich selbst habe es erst am Montag gesehen“, sagt Christian Rinsche, einer der Trainer. Das Loch ist inzwischen provisorisch gestopft. Das Scherbenmeer, in das Schläger das Buswartehäuschen am Schulzentrum verwandelt hatten, ist dagegen am Mittwochnachmittag noch nicht zusammengekehrt.

Mario Korten wird nächste Woche erneut nach Selm fahren – dieses Mal, um die zerstörten Fotovoltaikelemente auszutauschen. Zumindest entstehe gerade kein großer Ausfall bei der Energiegewinnung sagt er, lächelt gequält und blickt nach oben – dieses Mal in den grauen Herbsthimmel.

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