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Bauchschuss-Drama

Sieben Jahre Haft für Bochumer Pistolenschützen

BOCHUM Nach einem beinahe tödlichen Nachbarschaftsstreit ist ein 56-jähriger Pistolenschütze am Freitag in Bochum zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte im Streit um zu laute Musik seinem Nachbarn in den Bauch geschossen.

Sieben Jahre Haft für Bochumer Pistolenschützen

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Schreckschusspistole wird am 26.11.2015 in Aukrug(Schleswig-Holstein) abgefeuert. Foto: Carsten Rehder/dpa (zu: "Umfrage: Große Sorge vor Einbrechern in Deutschland") +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Mit der verhängten Strafe blieben die Richter am Bochumer Landgericht zwei Jahre unter einem ersten Urteil, das der Bundesgerichtshof (BGH) später jedoch aufgehoben hatte. Der Angeklagte hatte im Prozess bis zuletzt aus eine Art Notwehr-Situation abgestellt. „Ich wollte an dem Abend meine Ruhe haben“, hatte der 56-Jährige beteuert.

Er sei damals beim Streit um zu laute Musik nur deshalb, in Panik geraten, weil das spätere Opfer ihn bedrohlich angefasst habe. "Aus Angst" habe er dann die Waffe aus seinem Hosenbund gezogen und - angeblich nur um das spätere Opfer zu erschrecken - einen Schuss abgefeuert.

Gericht zweifelt zum zweiten Mal an der Geschichte

Diese Angst-und-Panik-Version nahm ihm aber nach Staatsanwaltschaft und Nebenklage nun auch schon zum zweiten Mal eine Strafkammer am Bochumer Landgericht nicht ab. Die 3. Strafkammer unterstellte bei der Schussabgabe eine Tötungsabsicht und verurteilte den aus Sizilien stammenden Pistolenschützen wegen versuchten Totschlags.

Das hatte am 30. August 2016 in einem ersten Prozess bereits das Bochumer Schwurgericht getan und den 56-Jährigen zu neun Jahren Haft verurteilt. Nachdem der BGH dieses Urteil jedoch wegen Rechtsfehlern aufgehoben hatte, musste das „Bauchschuss-Drama“ noch einmal verhandelt werden.

Schalldämpfer aufgeschraubt

Der Angeklagte war am 18. Dezember 2015 in Recklinghausen mit einer durchgeladenen Pistole inklusive aufgeschraubtem Schalldämpfer im Hosenbund bei seinem Nachbarn aufgetaucht und hatte nach einem ersten Wortgefecht schließlich einen Schuss abgefeuert. Das Projektil hatte den Bauch durchschlagen, Organe und den Darm verletzt. Das Opfer verdankt sein Leben einer Not-Operation.

Der verurteilte Pistolenschütze ist massiv vorbestraft. In seiner Heimat Italien stehen ihm zusätzlich noch zwölf Jahre Haft unter anderem wegen Heroinhandels bevor.

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