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Sonnenanbeter

SUNDERN Freitag, 10.35 Uhr. Lukas und Julian stürmen aus dem Radom der Bochumer Sternwarte. Die beiden Wittener Jungen hatten in der großen Kuppel an der Blankensteiner Straße gerade einen Vortrag über die Sonnenfinsternis gehört. Und jetzt wollen die Siebenjährigen dieses Naturschauspiel live erleben.

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Guido Elsner von der Sternwarte Bochum baute sein mit einem Filteraufsatz aufgerüstetes Teleskop auf und ermöglichte so den Gästen einen Blick auf die Sonnenfinsternis. Lukas

Auf der Wiese vor der Sternwarte richten Julian (rechts) und Lukas ihre Blicke Richtung Himmel ? geschützt durch den Filter in den Spezialbrillen, die Hartmut Beckmann zuvor ausgeteilt hatte.

Guido Elsner von der Sternwarte Bochum baute sein mit einem Filteraufsatz aufgerüstetes Teleskop auf und ermöglichte so den Gästen einen Blick auf die Sonnenfinsternis.

 

10.39 Uhr. Julian ist enttäuscht. Der Wolken über Bochum geben die Sicht auf die Finsternis nicht frei. Der Mond schiebt sich zwar von Westen kommend langsam vor die Sonnenscheibe. Aber auch Guido Elsner von der Sternwarte, der sein Teleskop auf die Himmelskörper ausgerichtet hat, bekommt kein Bild: "Das ist nicht das erste Mal, dass wir in Bochum an solchen Tagen kein Glück mit dem Wetter haben."

Sofi-Brillen im Einsatz

10.41 Uhr. Julian und Lukas packen ihre Sonnenfinsternisbrillen, die mit ihrer Filterfolie das Licht um den Faktor 100 000 dämpfen, wieder in die Plastiktüten. Eine große dunkle Wolke verhagelt den rund 30 Sternwarte-Gästen die Stimmung.

10.49 Uhr. "Endlich hat die Sonne eine Lücke gefunden", freut sich Julian und setzt sich eilig seine "Sofi-Brille" gegen Sehschäden auf. "Da hat jemand ein Stück von der Sonne abgeknabbert", scherzt Lukas. "Rund 14 Prozent der Sonne sind vom Mond verdeckt", klärt Amateur-Astronom Hartmut Beckmann auf, "das reicht allerdings nicht aus, die Umwelt merklich dunkler erscheinen zu lassen."

Eskimos im Dunkel

Eine totale Sonnenfinsternis beobachten zeitgleich die Eskimos im Norden Kanadas. Zudem lässt an der Nordküste Grönlands und Islands sowie über Sibirien und in Zentral-China der Mond die Sonne verschwinden und macht den Tag zur Nacht.

11.15 Uhr. Zum vierten Mal binnen 20 Minuten hat sich eine Wolke vor die Sonne geschoben. "Brillen absetzen und warten" ist angesagt. Drei Minuten später - "Brillen wieder aufsetzen".

"Mir tut der Nacken weh vom nach oben schauen", betont Lukas. Der Siebenjährige hält aber durch, bis um 12.17 Uhr der Mond die Bahn der Sonne verlässt. Hartmut Beckmann ermahnt eine Dame, die durch ihr Fernrohr die Sonne beobachten will: "Tun Sie das nicht, das führt zur sofortigen Erblindung."

Für Lukas und Julian lohnt es sich, die drei Euro teuren Spezial-Brillen aufzubewahren: In den nächsten Wochen und Jahren sind weitere Sonnen- und auch Mondfinsternisse am Himmel zu beobachten.

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