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Spurensicherung bei Sex-Opfern

BOCHUM Ein Modell zur anonymen Spurensicherung soll Opfern von Sexualstraftaten in Bochum von psychischem Druck entlasten.

„Der ist häufig auch deswegen so hoch, weil die Täter mit massiven Drohungen verhindern wollen, dass das Opfer Strafanzeige erstattet“, beschreibt Dr. Annette Frenzke-Kulbach vom städtischen Jugendamt die bedrückende Situation kurz nach der Tat. Dabei sei es gerade zu diesem Zeitpunkt wichtig, Beweise für die Überführung des Kriminellen zu sichern.

Beweise sichern

Hier setzt das neue Modell an, das ein interdisziplinärer „Arbeitskreis gegen sexualisierte Gewalt von Kindern und Jugendlichen“ – beteiligt sich Jugendhilfe, Polizei, Staatsanwaltschaft, Kliniken, Anwälten und Beratungsstellen – zur anonymen Spurensuche entwickelt hat.

Sie funktioniert so: die betroffenen Opfer können nach der Straftat ein Krankenhaus, einen Gynäkologen oder einen Kinderarzt aufsuchen, um die Spuren der Tat dokumentieren und sichern zu lassen. Ein rechtsmedizinisches Institut codiert diese Beweise und lagert ein, für den Fall, dass das Opfer sich später entschließt, Strafanzeige zu stellen.

Zehn Jahre verwertbar

„Die Spuren sind zehn Jahre lang verwertbar und als Beweis in einem Strafprozess verwertbar“, bekräftigt die Jugendamts-Mitarbeiterin. Die Täter können sich also lange nicht sichervor Strafverfolgung fühlen.

Einige Ärzte und Kliniken haben schon ihre Bereitschaft zur Teilnahme an dem Projekt zugesagt. Das Jugendamt rührt aber weiter die Werbetrommel: Heute findet eine Informationsveranstaltung statt, zu der sich 80 Ärzte angemeldet haben.

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