Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Abenteuerlicher Versicherungsbetrug fliegt schnell auf

Amtsgericht Ahaus

Wegen des Vorwurfs der Sachbeschädigung und des Versicherungsbetruges musste sich ein 27-jähriger vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten. Seine Rechtfertigungsversuche waren abenteuerlich und wenig glaubhaft.

Stadtlohn

von Till Meyer

, 09.07.2018
Abenteuerlicher Versicherungsbetrug fliegt schnell auf

Vor dem Amtsgericht Ahaus wurden die Aussagen des 27-jährigen Angeklagten schnell als Lügenkonstrukt entlarvt. © picture alliance / dpa

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der 27-jährige Angeklagte soll im Dezember 2016 auf einem Parkplatz in Stadtlohn mutwillig mit seinem Leihwagen in das defekte Auto eines Bekannten gefahren sein. Anschließend hätte die Versicherungssumme kassiert werden sollen (Versicherungsbetrug). Hintergrund: Der Fünfer-BMW des Bekannten des Angeklagten soll ohnehin schon etliche Defekte aufgewiesen und bereits längere Zeit fahruntüchtig auf dem Parkplatz gestanden haben. Diesen Vorwurf leugnete der 27-jährige Angeklagte vor dem Amtsgericht Ahaus zunächst vehement. Aber nicht lange. Eine Geldstrafe wurde ihm zuletzt aufgebrummt.

Abenteuerlicher Erklärungsversuch

Aber von vorn: Es sei reiner Zufall gewesen, dass er ausgerechnet neben dem BMW seines Bekannten einen Parkplatz gefunden habe, zudem habe er schlicht zu schnell eingeparkt und habe etwas die Kontrolle über den Wagen verloren, so der Angeklagte. Warum das alles mit einem geliehnen Audi Q3 mit Vollkaskoversicherung und ohne Selbstbeteiligung geschehen sei, wollte die Richterin wissen. Die Antwort des Angeklagten: „Ich habe mir das Auto für 450 Euro geliehen, um meinen Bruder zu besuchen.“ Ein günstigeres Auto habe es zu diesem Zeitpunkt bei dem Autoverleiher eben nicht gegeben. Die Vollkasko ohne Selbstbeteiligung sei dabei nur eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Der Unfall selbst sei passiert, nachdem von seinem Bruder noch nach Stadtlohn gefahren sei. Dort habe er noch Bekannte in einem Café besuchen wollen und für das Abstellen des Audis den nahegelegenen Parkplatz aufgesucht. Nach der Kollision habe er seinen Bekannten, den Fahrzeughalter des BMW, angerufen. Dieser sei gekommen und habe darauf verwiesen, die Polizei zu rufen und den Angeklagten aufgefordert, den Audi zurückzusetzen. „Das habe ich beides gemacht, hatte dann aber ein komisches Gefühl und habe das Auto, bevor die Polizei vor Ort war, wieder in den BMW vorsichtig reingefahren.“ Der Polizei habe man aus Sorge nicht erzählt, dass man sich kennen würde. „Ich mag es nicht, wenn man mir Mist erzählt“, merkte die Richterin an dieser Stelle an.

Aufmerksamer Zeuge

Die erste und zugleich einzige Zeugenbefragung ergab ein ganz anders Bild. Ein Anwohner hatte das Geschehen seinerzeit vom Fenster seiner Wohnung aus beobachtet. Er habe zunächst einen Knall gehört und dann gesehen, wie der Fahrer des Audi, den er jedoch nicht erkannt habe, beim Zurücksetzen den BMW weiter mutwillig touchiert habe, um dann unmittelbar nach dem Zurücksetzen wieder mit Absicht in den BMW hineinzufahren, so der Zeuge. Konfrontiert mit dieser Aussage gestand der Angeklagte dann die Tat, sodass die weiteren geladenen Zeugen nicht mehr gehört werden mussten. Der BMW-Besitzer hatte die Sache bereits vor der Verhandlung eingeräumt. Die Strafe für den bereits vorbestraften Übeltäter: 80 Tagessätze à 60 Euro.

Anzeige