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Ladenschlüssel wird umgedreht

Blumenladen am Markt bald Geschichte

Stadtlohn Magdalena Seggewiß geht in den Ruhestand. Die Blumenhändlerin schließt noch in diesem Jahr die letzte ihrer einst vier Filialen im Münsterland. Gibt es einen weiteren Leerstand am Markt?

Blumenladen am Markt bald Geschichte

Magdalena Seggewiß geht im Dezember nach 20 Jahren im Blumengeschäft in den Ruhestand. Das macht sich in der „Galerie“ bemerkbar, so sind die Regale deutlich weniger voll beladen als sonst. Foto Lena Beneke Foto: Lena Beneke

Kunden, die oft kommen, wissen es schon. Und auch, wer zufällig in der „Galerie der schönen Dinge“ vorbeischaut, merkt, es tut sich was im Geschäft. Zwar ist immer noch viel los, kommen immer noch viele Blumenliebhaber und stöbern im Laden von Magdalena Seggewiß, aber die Regale sind leerer geworden. Sie zeugen davon, dass der Laden bald geschossen wird. Denn nach nunmehr 20 Jahren im Blumengeschäft geht Magdalena Seggewiß im Dezember in den Ruhestand.

Noch fährt die 62-Jährige zwei Mal in der Woche nach Venlo und besorgt dort den Nachschub für ihren Laden. „Das mache ich selbst, mir ist da Qualität sehr wichtig“, sagt sie. Der kleine Laden am Markt besteht inzwischen zehn Jahre. Er ist ein Hort der Wärme, des Austauschs. „Ich führe meinen Laden so: Der Kunde hat einen Namen und ein Gesicht, so möchte ich ihn auch bedienen“, sagt Magdalena Seggewiß. Sie wird daher nicht nur die Arbeit mit den vielen Pflanzen vermissen, sondern auch ihre Kunden, von denen viele schon seit Langem kommen. „Ihnen und meinen Mitarbeitern Danke zu sagen, das ist mir sehr wichtig“, betont Seggewiß. „Ohne gute Mitarbeiter im Rücken kann man ein Unternehmen nicht gestalten.“

Start in nur zwei Räumen

Einst war das Blumengeschäft am Stadtlohner Markt eine von vier Filialen, die Magdalena Seggewiß und ihr Mann Helmut betrieben. Sie lagen in Münster-Hiltrup, Gescher, Südlohn und Stadtlohn. Heute ist „Die Galerie der schönen Dinge“ in Stadtlohn das letzte noch offene Geschäft des Paares.

Begonnen hatte 1998 alles im Kleinen, erinnert sich Magdalena Seggewiß: „Angefangen bin ich mit zwei Räumen bei uns im eigenen Haus. Das lief dann so gut, dass wir uns dafür entschieden, beide hauptberuflich einzusteigen.“ Bereut hat sie diesen Schritt in die Selbstständigkeit nie.

Trend zum Minimalismus

Gut 20 Mitarbeiter hat das Ehepaar zu Hochzeiten beschäftigt. Heute sind nur noch zwei übrig. Anfang, spätestens aber Mitte Dezember ist dann ganz Schluss, und die Türen des Ladens bleiben für immer geschlossen. Dann wird nicht nur Helmut Seggewiß im Ruhestand sein, sondern auch seine Frau.

Die Möbel, die noch im Laden stehen, werden verkauft, da keiner das Geschäft übernimmt. Schwer fällt Magdalena Seggewiß der Abschied vor allem von zwei langjährigen Begleitern: von einem großen Holzregal und der rustikalen Theke. Beide hatte sie bereits 1998 genutzt. Sie stehen nun bei ihr im Laden und warten auf ihr Schicksal. „Mit nach Hause nehmen kann ich sie nicht, da fehlt der Platz“, bedauert Seggewiß.

Verändert habe sich in all den Jahren viel – vor allem, was die Trends in der Branche angehe, sagt Magdelena Seggewiß. Jahrelang ist sie regelmäßig auf Messen gefahren, hat Trends, die sie in Hamburg und München entdeckte, nach Stadtlohn in ihren Laden mitgenommen. „Es ist minimalistischer geworden. Klare Formen, ‚Weniger ist Mehr‘“, sagt Seggewiß. Früher seien Kränze opulenter gewesen, heute dagegen sei Schlichtheit gefragt, weiß sie, sie kennt sich aus, liebt ihren Beruf.

„Blumen sind das Lachen der Erde“, sagt Magdalena Seggewiß. Diese Worte beschreiben den Einsatz, mit dem sie im Laden arbeitet. Daher überrascht es nicht, dass die Stadtlohnerin, wenn sie ihr Geschäft im Dezember schließt, den Ruhestand dazu nutzen möchte, nicht nur mit ihrer Familie mehr zu unternehmen, sondern auch ihrem Garten ein wenig mehr Zeit zu widmen.

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