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Kein König

Der Klub der Kuriositäten

STADTLOHN Der Schützenverein St.-Georgius-Stadtlohn entwickelt sich immer mehr zum Schützenverein der Kuriositäten. Ohne einen neuen Regenten wurde das Königsschießen in der Nacht zu Samstag nach dem 533. Schuss abgebrochen.

Der Klub der Kuriositäten

Riesig war die Freude bei König Vladimir Dorochow nach dem erfolgreichen Schuss im Jahr 2010.

Dafür hatten die Stadtlohner zwei Jahre zuvor gleich zwei Kameraden in ihren Reihen, die den Vogel abgeschossen hatten. Doch nicht Klaus-Dieter Räwer, der das hölzerne Federvieh mit dem 38. Schuss als Erster zum Absturz brachte, wurde zum König gekrönt, sondern Dieter Boll. Der zerlegte mit dem 474. Schuss den Vogel ein zweites Mal in jener Nacht.

Ohne König ist Premiere

Doch ein Schützenfest ganz ohne König, das gab es dann noch nicht. Die Gründe für den Abbruch? Der Verein hält sich bedeckt. „Es war ein zähes Biest“, erklärte Vorstandsmitglied Jürgen Schwietering (Foto) am Sonntag. Viel mehr ist ihm nicht zu entlocken. Auch beim Zeitpunkt des Abbruchs hält er sich bedeckt. „Wir haben lange geschossen“, präziser will Schwietering auch am Montag nicht werden. Zuschauer berichteten, dass das Schießen zwischen 3 Uhr und 3.30 Uhr abgebrochen wurde. Bestätigen will Jürgen Schwietering das nicht.

Vielleicht auch deshalb nicht, weil die Schützen nur eine Schießgenehmigung bis 24 Uhr haben. Das bestätigt Karl-Ludwig Möllmann von der Waffenbehörde der Kreispolizeibehörde Borken. „Das heißt aber nicht, dass um 24 Uhr das Schießen automatisch vorbei ist.“ Möllmann lässt durchblicken, dass die Behörden bei einer solchen Brauchtumsveranstaltung nicht zu pingelig sind. Beschwerden über die Lautstärke beim Vogelschießen gab es nicht. Das betonten Karl-Ludwig Möllmann und Stadtlohns Stadtsprecher Günter Wewers.

Munition wurde nachgeholt

Kurioserweise haben die St. Georgius-Verantwortlichen 2013 den offiziellen Königsschuss mit 23.59 Uhr angegeben. Jürgen Schwietering widerspricht dem Gerücht, dem Schützenverein sei die Munition ausgegangen: „Wir haben Munition nachgeholt. Einen 534. Schuss hätte es geben können.“ Gemunkelt wird auch, dass St. Georgius überhaupt keinen ernsthaften Kandidaten für das Königsamt hatte. Auch dem widerspricht Jürgen Schwietering: „Es hat eine Handvoll Kandidaten gegeben. Der Vogel sollte runter. Das war kein Verlegenheitsschießen.“ Er verweist auf die hohe Zahl an Schüssen, die dafür spräche, dass die Schützen den Vogel unbedingt von der Stange holen wollten. „Das Loch links vom Vogel soll groß gewesen sein“, heißt es dagegen von jemandem, der nicht dem Schützenverein St. Georgius angehört. Das spräche eher für das absichtliche Danebenschießen.

Den Vogel haben die Stadtlohner bei ihrem bisherigen Vogelbauer herstellen lassen. Daran kann es also nicht gelegen haben. Zudem, so heißt es aus Schützenkreisen, hielten sich die Vögel nach den neuen gesetzlichen Vorschriften nicht mehr so lange auf der Stange.

Der Blick geht nach vorn

„Es wird wie immer eine Nachbesprechung geben. Dann werden wir über alles reden, was gut und was schlecht gelaufen ist“, blickt Vorstandsmitglied Jürgen Schwietering nach vorne. Zu diesem Jahr haben die St. Georgius-Schützen bereits ihren Schützenfest-Plan verändert. Nicht mehr jährlich, sondern alle zwei Jahre wollen sie künftig ihren König ermitteln. Im Jahreswechsel findet ein Schützentag statt. Das könnte ein Indiz sein, dass die St. Georgius-Schützen Probleme haben, Anwärter zu finden. Im vergangenen Jahr bejubelten die St. Georgius-Schützen zum zweiten Mal den gleichen König. Schon 2010 hatte Vladimir Dorochow sich die Königskette umlegen dürfen, 2014 wiederholte er dieses. Schon das war ein Novum bei den St.-Georgius-Schützen.

Ab 12 Uhr beendeten am Montag die St. Georgius-Schützen im Festzelt im Losbergpark mit einem Frühschoppen das Schützenfest. Der gesellige Tag zog sich bis in den späten Nachmittag. Das war allerdings geplant. Und es hat auch perfekt geklappt. 

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