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Gietmann-Söbbing geht an Gödde

Familie steigt aus, Busse und Taxis fahren weiter

Stadtlohn Vor 60 Jahren fuhr in Stadtlohn das erste Gietmann-Taxi. Jetzt verkauft die Familie Gietmann-Söbbing ihre Firma an den Legdener Busunternehmer Gödde.

Familie steigt aus, Busse und Taxis fahren weiter

Günter Söbbing und Agnes Söbbing-Gietmann übergeben ihre Firma an den Legdener Busunternehmer Holger Gödde (v.l.). Foto: Stefan Grothues

Fünf – null – acht, bei Tag und Nacht.“ Das war in den den Sechziger- und Siebzigerjahren ein geflügeltes Wort unter Stadtlohns Nachtschwärmern. Wer in der Töpferstadt ein Taxi brauchte, wählte am Telefon die 508.

1958 hatten Willi und Liesel Gietmann die frei werdende Taxilizenz erworben. Für das Wirtsehepaar, das am Markt (heute Parfümerie Balster) eine Gaststätte führte, war ihr Taxi, ein „Borgward Isabella“, noch ein Nebenerwerb. 60 Jahre später ist die Kneipe längst geschlossen. Und Autos der Marke Borgward sind nur noch Oldtimerfreunden bekannt. Das Taxi- und Busunternehmen Gietmann-Söbbing aber zählt 50 Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit. Unzählige Urlauber, Fahrschüler, Patienten und Taxifahrgäste sind Tag für Tag in den zwölf Taxen und Mietwagen sowie in den zehn Bussen des Unternehmens unterwegs.

Ein gutes Ende

Jetzt allerdings nimmt die Familiengeschichte des Unternehmens in zweiter Generation ein Ende – ein gutes Ende: Die Firma bleibt am Standort Daimlerstraße. Alle Arbeitsplätze werden erhalten. Für die Kunden ändert sich nichts. Das verspricht Holger Gödde. Der Busunternehmer aus Legden hat das Stadtlohner Unternehmen zum 1. März übernommen.

Der Verkauf ist Günter Söbbing und seiner Frau Agnes Gietmann-Söbbing nicht leicht gefallen. Aber die beiden haben den Schritt aus Altersgründen und aufgrund einer fehlenden familieninternen Nachfolge sorgsam vorbereitet. Begleitet durch die IHK, Banken und Steuerberater machten sich die beiden Anfang 2017 auf die Suche nach einem geeigneten „bodenständigen Unternehmer“. Denn die beiden verstanden ihr Familienunternehmen vor allem auch als Verantwortung ihren Mitarbeitern gegenüber.

„Wir hätten auch noch einige Jahre weitergemacht, wenn sich jetzt nicht die Gelegenheit zum Verkauf mit dem Erhalt der Firma ergeben hätte“, sagt Günter Söbbing. So planvoll jetzt die Übergabe gestaltet wurde, so überraschend und ungeplant war das Ehepaar vor 39 Jahren in die Verantwortung gestoßen worden. „Mein Vater ist überraschend und viel zu früh gestorben“, sagt Agnes Gietmann-Söbbing. Sie war damals gerade 20 Jahre alt. Ihr damaliger Verlobter Günter Söbbing war mit 24 Jahren nicht viel älter. Und plötzlich waren die beiden Unternehmer mit zwei Taxen und einem Bulli. „Wir wurden gar nicht großartig gefragt“, erinnert sich Agnes Gietmann Söbbing.

„Eine schöne Arbeit“

„Uns war aber sofort klar, dass wir weiter wachsen mussten, um davon wirklich leben zu können“, sagt Günter Söbbing, ein gelernter Industriekaufmann. 1980 erfolgte der Firmenumzug zur Daimlerstraße. Arbeitsreiche Jahre sollten folgen. Er fuhr selber mit dem Taxi oder mit dem Bus. Seine Frau betreute neben ihren Kindern die Taxizentrale. Rund um die Uhr, an sieben Tage die Woche.

Zu den Taxis kamen schon bald der Linien- und Reisebusverkehr, Krankenfahrten und Leihwagen hinzu. Mit zunehmender Mitarbeiterzahl gab es auch wieder mehr Freiräume für das Unternehmerehepaar. Aber bis zuletzt saß Günter Söbbing selbst immer wieder am Steuer im Taxi oder im Bus. „Das ist eine schöne Arbeit – wenn man gerne mit Menschen zu tun hat. Und am schönsten ist es, mit dem Schulbus unterwegs zu sein.“ Dem neuen Firmeninhaber hat er daher längst angeboten: „Wenn Not am Mann ist: Ich springe gerne als Busfahrer ein!“

Die Firma Gödde Reisen wurde 1969 in Legden von Leo Gödde gegründet. Sie zählt ebenfalls rund 50 Mitarbeiter. Mit 28 Bussen ist Gödde im Linien- und Reisbusverkehr aktiv. Dazu fährt Gödde auf den Flix-Buslinien Aachen – Rostock, Aachen – Paris und Essen – Frankfurt. 2004 übernahm Holger Gödde die Firma von seinem Vater.

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