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Kanu-Idee kentert im Stadtlohner Bauausschuss

Fischtreppe ohne Bootsrutsche

Stadtlohn Eine Fischtreppe am Mühlenwehr soll Fischen freie Bahn zwischen Oberberkel und Unterberkel eröffnen. Das hat die FDP auf eine Idee gebracht: Die Fischtreppe könnte auch Kanufahrern eine Abfahrt ermöglichen. Soweit die Idee.

Fischtreppe ohne Bootsrutsche

Endstation Mühlenwehr: Hier geht es für die Kanusportler nicht weiter. Die Boote müssen über die Mühlenstraße getragen werden, um zur Unterberkel zu gelangen. Ein FDP-Vorstoß, eine Kanuverbindung über die geplante Fischtreppe zu schaffen, ist jetzt im Bauausschuss gescheitert Foto: Stefan Grothues

Wir müssen den Touristen etwas bieten“, sagte Bernd Schöning am Dienstagabend im Planungs- und Bauausschuss mit Blick auf die neue Berkelpromenade und den geplanten Hotelbau. Der FDP-Fraktionsvorsitzende lieferte auch gleich eine Idee: „Wir sollten uns Gedanken darüber machen, ob die geplante Fischtreppe nicht durch eine Bootsgasse ergänzt werden kann, womit praktisch ein Fisch-Kanu-Pass erreicht wird.“

Der Bau der Fischtreppe im Rahmen der Regionale und der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes ist beschlossene Sache. Ihr Bau ist ein Beitrag zur Flussökologie. Sie ermöglicht es, Fischen durch einen neu geschaffenen Seitenarm das bislang unüberwindliche Mühlenwehr zu passieren. Bernd Schöning: „Es könnte doch eine gute Idee sein, die Durchgängigkeit des Flusses für Tier und Mensch zu gestalten.“ Dann könnten Kanufahrer ohne Probleme von der Ober- zur Unterberkel wechseln.“ Schöning nannte auch Beispiele an der Lippe, Hase und Fulda, wo solche Konzepte bereits umgesetzt worden seien. „Die Idee hört sich ja klasse an“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Otger Harks, um ein großes Aber folgen zu lassen. Es sei „fast unmöglich“, dass die verantwortlichen Behörden den Kanuverkehr in dem FFH-Gebiet für Natur- und Landschaftsschutz an der Unterberkel erlauben würden. Hinzu kämen viele technische Probleme: das 2,80 Meter hohe Wehr sei nur mit großem Aufwand kanugerecht zu überwinden.

Oft zu wenig Wasser

Für eine zusätzliche Kanutreppe führe die Berkel oft zu wenig Wasser. Umgestürzte Bäume machten den Unterlauf der Berkel für Kanus unpassierbar. Vor allem aber befürchtete Otger Harks eine weitere Verzögerung des zehn Millionen Euro schweren Berkelprojekts, das ja schon seit Jahren in der Planung ist. „Wir verlieren wahrscheinlich Jahre. Die ganze Planung muss ja neu angepackt werden.“ Josef Wansing (CDU) sah das genauso und verwies darüber hinaus auf die zu erwartenden, zusätzlichen Kosten.

Erwin Plate (UWG) und Richard Henrichs (Grüne) nannten die FDP-Idee „gut“ und „löblich“, stimmten aber in der Sache den Bedenken von CDU und SPD zu. Mit zwölf zu zwei Stimmen lehnte der Bauausschuss den FDP-Vorschlag ab.

„Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.“

Bernd Schöning zeigte sich enttäuscht: „Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Wo kein Wille ist, da gibt es viele Begründungen.“

Marc Schmittmann, Vorsitzender des Kanusport-Vereins Stadtlohn, hat die Ablehnung nicht mehr überrascht. „Wir haben schon vor Jahren beim Start der Berkelplanungen den Vorschlag gemacht, die Fischtreppe mit der Bootsrutsche zu kombinieren. Das wäre ohne großen finanziellen Zusatzaufwand möglich gewesen – auch mit ökologischem Nutzen für die Berkel.“ Die Stadt habe damals schon den Vorschlag abgelehnt, weil sie den Kanutourismus auf der Berkel aus Naturschutzgründen nicht fördern könne und wolle. „Die Berkel ist in keinem Flussführer für Kanusportler mehr enthalten“, sagte Marc Schmittmann am Freitag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung.

Die Kanusportvereine aus Stadtlohn und Vreden dürfen allerdings die Berkel dank einer Ausnahmegenehmigung unter strengen Auflagen für ihren Sport nutzen. Schmittmann: „Jetzt während der Brutzeit dürfen wir allerdings nicht fahren. Sonst dürfen wir fünf Ausfahrten im Jahr unternehmen“, sagt Marc Schmittmann. Die Bootsrutsche wäre für die Stadtlohner Kanusportler aber eine „tolle Sache“ gewesen. Nicht nur, weil sie eine gute Trainingsmöglichkeit geboten hätte. „Wir müssen jetzt immer die Boote zu Fuß über die Mühlenstraße tragen, wenn wir zur Unterberkel wollen, das ist ja nicht ohne“, so Marc Schmittmann, der als Vorsitzender für 86 Stadtlohner Kanusportler spricht.

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