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Händler locken am Kirmesmontag viele Besucher in die Stadt

Krammarkt

Krammarkt in der Krise? Davon war am Montag in Stadtlohn nichts zu spüren. Tausende bummelten durch die Budengasse an der Dufkampstraße. Zum Kaufen, Gucken und Reden – und auch zum Staunen.

Stadtlohn

02.07.2018
Händler locken am Kirmesmontag viele Besucher in die Stadt

Eine Geheimwaffe für streifenfreies Putzen bringt Thomas Fischer unters Volk. © Stefan Grothues

So etwas nennt man wohl Pustekuchen. Krammarkthändler Andre Schrörs spitzt die Lippen: Pfffffffffft. Ein kräftiger Puster in die heiße Pfanne, und der hauchdünne Pfannkuchen löst sich wie von Zauberhand und schwebt eine kurzen Moment in der Luft. Dorothea Marpert staunt: „Hammer!“ Und während sie im Portemonnaie nach den 25 Euro für die Pfanne sucht, sagt sie noch: „Bei mir werden die Pfannkuchen immer zu dick.“ Zwei weitere Frauen zücken ebenfalls ihre Geldbörse. „Wir nehmen vier Pfannen in allen Größen.“

Pfannenhändler Schörs lächelt. Seine kleine Kochshow hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Seit 25 Jahren zieht der jung gebliebene Fünfziger über die Krammärkte in der ganzen Republik. „In Stadtlohn war ich schon lange nicht mehr – und ich bin sehr zufrieden.“

60 fliegende Händler

Ein paar Stände weiter wechseln gerade drei Handtaschen die Besitzerin: „Dabei wollte ich gar nichts kaufen“, sagt Elisabeth Wörmer lachend. „Aber der Preis ist gut, und die Handtasche sieht so schick aus, dass ich sie gerne in mehren Farben hätte.“ Das freut Handtaschen-Händlerin Simone Strozyk. Seit zehn Jahren gehört der große Krammarkt in der Dufkampstraße fest zu ihrer Route kreuz und quer durchs Land. „Ich komme immer gerne hierher – die Leute sind gut drauf und sie kaufen auch mal was.“ In den zehn Jahren hat sie aber auch beobachtet, wie der Markt insgesamt kleiner geworden ist. „Früher waren hier mehr Stände“, sagt sie.

Immerhin: Rund 60 fliegende Händler haben an diesem Montag zum Kirmeskrammarkt ihre Buden links und rechts der Dufkampstraße aufgebaut. Viele Stadtlohner flanieren durch die Straße und blinzeln in die Juli-Sonne. Der Markt ist ein echter Treffpunkt. Einer der 60 Händler ist Christian Schäbler – kein schlechter Name für jemanden, der so kunstvoll mit dem Gemüsehobel umgehen kann: Schäbler drechselt, hackt, und schneidet Gurken, Zucchini und Zwiebeln mit flinken Croupier-Fingern – und natürlich mit dem kleinen Patenthobel. Hobbykoch Klaudio Kolakovic ist beeindruckt, aber noch etwas skeptisch. „Wie lange bleiben die Klingen den scharf?“ Schäblers Antwort sorgt für Lacher: „Länger als eine moderne Ehe dauert!“ Klaudio Kolakovic testet das Gerät mit Zwiebel und ist überzeugt. Christian Schäbler ist am Ziel: „20 Euro wenn Sie können, sonst tun’s auch 15!“.

Experimentierfreude

Nebenan schaut eine Menschentraube Thomas Fischer zu, wie er Fensterscheiben und Spiegel mit Creme beschmiert – um sie dann mit dem Silikontuch blitzblank zu wischen: 6,60 Euro, sagt Fischer und legt noch Reinigungsmittel obendrauf. Irene Schöning sagt Ja zum Angebot. Sie sieht das das Schnäppchen von der sportlichen Seite: „Wenn es zu Hause nicht klappt, ist es ja auch nicht tragisch. Ich probiere immer gerne Sachen aus.“

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