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Kooperation als Lösung?

Johannesschule bleibt in der Diskussion

STADTLOHN Einigkeit im Schulausschuss zum Vorschlag der Stadtverwaltung: Nach den Sommerferien soll das Verfahren zur Auflösung der Johannesschule fortgeführt werden.

Johannesschule bleibt in der Diskussion

Den Fragenkatalog der Eltern verteilte ein Schüler gestern Abend in der Sitzung. Auch Uwe Eisenberg von der Bezirksregierung (l.) und Ausschussvorsitzender Martin Kömmelt (r.) bekamen ein Exemplar ausgehändigt.

Viele Eltern von Kindern, die die Stadtlohner Förderschule besuchen, hatten am Dienstag im Zuschauerraum Platz genommen. Aber sie nahmen nicht nur die Zuhörerrolle ein: Sie nutzten die Chance, Antworten von Uwe Eisenberg von der Bezirksregierung in Münster einzufordern. Wie berichtet, hatte der Regierungsschuldirektor den Vorschlag für eine kreisweite Lösung für die Förderschulen erarbeitet, die das Aus für die Johannesschule zum 1. August 2016 vorsieht.

Rat entscheidet im September

Wird die Johannesschule zum 1. August 2016 geschlossen, oder soll sie in Kooperation mit einer anderen Stadtlohner Schule mit den verbleibenden Schülern auslaufen? Diese Frage wird endgültig am 9. September beantwortet – dann tagt der Stadtlohner Rat. Dass die Entscheidung im Herbst fallen wird, beschloss der Schulausschuss am Dienstagabend. 

Die zahlreichen Eltern der Förderschüler konnten sich zuvor im Sitzungssaal einen Eindruck von der Stimmungslage der Kommunalpolitiker verschaffen und sich vom Leitenden Regierungsschuldirektor Uwe Eisenberg seinen Vorschlag zur Förderschullandschaft im Kreis Borken erläutern lassen. Eisenberg verteidigte seinen Vorschlag und sah keine Alternativen: Insgesamt zu wenig Förderschüler, die geografisch gute Lage von Bocholt und Ahaus für die beiden Teilstandorte… Es gab von seiner Seite keine neuen Argumente auf die Fragen der Eltern.

Dieser sieht vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen und der Inklusion das Aus der Johannesschule zum 1. August 2016 vor. Sprecher aller Fraktionen sendeten eindeutige Signale aus: Der kreisweiten Lösung mit einer Förderschule an zwei Standorten in Ahaus und Bocholt solle keine Absage erteilt werden. Denn das könnte bedeuten, dass es am Ende im Kreis Borken gar keine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen mehr geben könnte.

„Konsens erforderlich“

„Ein Konsens ist erforderlich“, meinte Barbara Büscher (CDU), auch Marie-Theres Brinker betonte, dass die Kommunalpolitik sich nun „der Situation stellen“ müsse. Reinhold Dapper (SPD) argumentierte ausführlicher: Er wolle keine Kirchturmpolitik machen. „Ich könnte keinem Gronauer erklären, warum er nach Stadtlohn fahren soll“, bezog er Stellung zu der Forderung der Eltern, einen Teilstandort der Förderschule in Stadtlohn und nicht in Ahaus einzurichten. „Es wäre nicht fair, so zu tun, als wäre das noch möglich“, schloss sich Marlies Dertmann (FDP) an. Leonard Diekmann (Grüne) ging auf einen neuen Vorschlag der Johannesschule ein: Um weniger Schülern einen Wechsel zuzumuten, könnte doch für eine bestimmte Zeit eine Kooperation mit einer anderen Stadtlohner Schule eingegangen werden. Diese könnte Räume in der Johannesschule nutzen, und die Johannesschule könnte dann auf auslaufend gestellt werden. Die Schulkonferenz hatte dafür die Fliednerschule im Blick. Diese leide ja unter Raumnot, betonte Schulleiterin Margrete Wolter in der Stellungnahme. Erster Beigeordneter Karlheinz Pettirsch kündigte an, diese Lösung prüfen zu wollen. Allerdings: „Wir können uns nicht damit anfreunden, die Johannesschule der Fliednerschule anzuschließen“, sagte Pettirsch. Er ziehe da schon die benachbarte Losbergschule vor.

Den Sommer nutzen

Uwe Eisenberg lehnte aus dem Blickwinkel der Bezirksregierung die Kooperationslösung ab: „Dadurch schwächen wir den Standort Ahaus.“ Dennoch: Den Sommer werde die Stadtverwaltung nun nutzen, um Möglichkeiten für eine Kooperation auszuloten, so Karlheinz Pettirsch im Gespräch mit der Münsterland Zeitung, um sie dem Rat bis zum 9. September vorlegen zu können.

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