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Provision zu unrecht berechnet

Makler erstattet Mietprovision

Stadtlohn Wer nicht bestellt, muss auch nicht bezahlen. Dieses Prinzip gilt auch bei Maklerprovisionen. Eine junge Mutter aus Stadtlohn beharrte auf Rückzahlung – letztlich mit Erfolg.

Makler erstattet Mietprovision

Der Gesetzgeber hat im Jahr 2015 für die Vermittlung von Mietwohnungen das Bestellerprinzip festgeschrieben. Das stärkt die Position von Mietern, wie jetzt ein Beispiel aus Stadtlohn zeigt. Foto: Foto: dpa

Es ist nicht gar nicht so einfach, in Stadtlohn eine passende Wohnung zu finden. Und manchmal ist es teurer als erlaubt. Diese Erfahrung machte die 26 Jahre alte M. (Name ist der Redaktion bekannt). Die werdende Mutter war im Januar 2017 von Köln zurück in ihre Heimatstadt an die Berkel gezogen. Sie wohnte zunächst bei ihren Eltern, suchte aber eine Dreizimmerwohnung für ihre junge Familie. Dabei interessierte sich M. auch für eine von einem Maklerbüro inserierte Wohnung. Nach einer Besichtigung kam ein Mietvertrag allerdings nicht zustande.

Vorschläge vom Makler abgelehnt

„Das Maklerbüro hat mich danach fünf- oder sechsmal angerufen, und mir andere Wohnungen vorgeschlagen. Ich habe aber ausdrücklich gesagt: ,Sie brauchen nicht für mich zu suchen, ich suche selber.‘ Und von Geld und Provisionen war auch nie die Rede“, sagt M. im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Schließlich brauchte die junge Familie das Geld dringender für Möbel und andere Einrichtungsgegenstände. M. nahm an, das Maklerbüro sei im Vermieterauftrag auf Mietersuche.

Im April 2017 machte das Maklerbüro erneut einen Vorschlag. M.‘s Baby war gerade geboren, die angebotene Wohnung sagte der Familie zu. „Preis, Lage und Ausstattung stimmten“, sagt M.

Doch Maklervertrag unterschrieben

Erst dann kam der Maklervertrag auf den Tisch. „Der Makler erklärte uns, dass wir ohne die Unterschrift keinen Mietvertrag für die angebotene Wohnung erhalten würden. Da haben wir uns in unser Schicksal gefügt und einen Maklervertrag unterschrieben.“ 1190 Euro überwies M. in den nachfolgenden Monaten in Raten auf das Konto des Maklerbüros.

Erst Monate später erfuhr sie von einer Bekannten, dass das Vorgehen des Maklerbüros unrechtmäßig gewesen sei. Ein gemeinsamer Blick ins Gesetz brachte Klarheit. Seit 2015 gilt: Bei der Vermittlung von Wohnungsmietverträgen zahlt derjenige die Provision, der die Leistung auch in Auftrag gegeben hat. Reagiert ein Mieter auf ein Angebot des Maklers, so muss er diesem dafür nichts zahlen. Zudem ist im Gesetz festgeschrieben, dass Verträge über die Wohnungsvermittlung immer vor Beginn der Suche in Textform geschlossen werden müssen. Makler dürfen Mietern keine ihm bereits schon bekannte Wohnung aus ihrem Bestand oder ihrer Datenbank anbieten, wenn der Mieter Provision zahlen soll.

Auf Rückzahlung gedrängt

Mit ihrer Bekannten suchte M. im Februar 2018 das Maklerbüro auf und drängte auf eine Rückzahlung der ihrer Ansicht nach zu Unrecht gezahlten Provision. „Der Makler aber wollte nichts davon wissen und wischte unsere Einwände einfach beiseite.“

Am nächsten Tag machte M. in einem Brief ihre Forderung schriftlich und drohte andernfalls vor Gericht zu ziehen. Der Brief zeigt Wirkung. Vor zwei Wochen überwies der Makler die 1190 Euro zurück.

M. zieht jetzt erfreut Bilanz: „Dieses Gesetz ist auch für Laien verständlich. Ein Blick hinein kann sich auszahlen.“ Entgegen dem Bestellerprinzip verlangte und bezahlte Maklergebühren können bis zu drei Jahre lang zurückgefordert werden.

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