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Jens Spahn besucht Stadtlohner Krankenhaus

Minister Spahn verspricht Wende in der Pflege

Stadtlohn Gesundheitsminister Jens Spahn hat das Krankenhaus Maria-Hilf in Stadtlohn besucht und mit Kranken- und Altenpflegern gesprochen. Er will sich für eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einsetzen.

Minister Spahn verspricht Wende in der Pflege

Schwester Bärbel, Schwester Miriam und Schwester Martina im Gespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn Foto: Stefan Grothues

Der Abstecher von Jens Spahn beim Krankenhausrundgang ins Schwesternzimmer ist ganz spontan. Plötzlich steht der Gesundheitsminister im Raum und schüttelt Hände. Schwester Bärbel, Schwester Miriam und Schwester Martina („Die Vornamen müssen reichen!“, sagen die drei Krankenschwestern) füllen gerade Dokumentationsbögen aus. Doch sprachlos macht sie der überraschende Ministerbesuch nicht.

Auf die Frage, was sie sich denn vom Gesundheitsminister wünschen würden, kommt die Antwort schnell und wie aus einem Munde: „Mehr Pflegekräfte!“ Schwester Bärbel sagt: „Ich bin schon seit über 40 Jahren im Beruf. Und ich arbeite gerne hier. Aber die Arbeit wird immer mehr. Das ist jetzt schon grenzwertig.“ Die jüngeren Kolleginnen nicken. „Der Papierkram nimmt ständig zu, eine Stationssekretärin wäre nicht schlecht“, sagt Schwester Martina.

Gesundheitsminister spricht von finanziellen Spielräumen

Den Wunsch nach mehr Personal hört Jens Spahn am Freitag bei seinem Besuch im Krankenhaus Maria-Hilf noch häufiger, auch beim anschließenden Besuch im Seniorenwohn- und Pflegeheim St. Josef. Dort trifft sich der Minister mit Kranken- und Altenpflegern, Ärzten und Mitgliedern der Senioren-Union zu einer Gesprächsrunde im Kaminzimmer. Der CDU-Politiker wirft dabei einen selbstkritischen Blick auf die Gesundheitspolitik der letzten Jahre. „Es gibt eine Vertrauenskrise in der Pflege, weil wir in der Vergangenheit den Fokus auf andere Bereiche im Gesundheitswesen gelegt haben“, sagt Jens Spahn. „Wir müssen Wege finden, die Spirale aus Frust und Überlastung zur durchbrechen.“

Die Rahmenbedingungen seien gut: „Ich habe als Minister das Glück, dass es finanzielle Spielräume gibt. Ich muss nicht nur sparen.“ Der Minister verwies auf das bereits beschlossene Sofortprogramm, das 8000 zusätzliche Kräfte in der Altenpflege bei einer 100-Prozent-Finanzierung durch die Kasse vorsehe. Spahn: „Es können auch 13.000 zusätzliche Pflegekräfte werden.“ In Deutschland gebe es ja auch rund 13.000 Altenpflegeeinrichtungen. Das sei noch nicht die Lösung aller Probleme, aber ein Anfang.

Minister Spahn verspricht Wende in der Pflege

Ministerempfang vor dem Krankenhaus Maria-Hilf (v.l.) Bürgermeister Helmut Könning, Heinz-Josef Thiery, Landrat Kai Zwicker, Otger Frankemölle, Heinz Jansen, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Saffé. Foto: Stefan Grothues

„Aber wo sollen wir denn die Leute herkriegen“, fragt eine Altenpflegerin in der Gesprächsrunde. Der Minister kennt das Problem: „Stellen zu schaffen ist einfach, qualifizierte Kräfte zu finden ist aber schwer“, sagt er. Mit einem ganzen Maßnahmebündel will Jens Spahn den Beruf attraktiver machen und mehr Auszubildende gewinnen. Finanzielle Anreize zählen dazu, betriebliche Gesundheitsförderung und familienfreundlichere Strukturen. Auch die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland sei eine Möglichkeit.

Wertschätzung in der Öffentlichkeit für Pflegeberuf fehlt

Pflegefachkraft und Wohnbereichsleiter Benjamin Nowak-Vazquez hört dem Minister aufmerksam zu. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege ist für ihn ein wichtiges Anliegen. „Ich arbeite seit 17 Jahren in der Pflege und kenne die Belastungen. Manchmal drohen die Mitarbeiter bei immer weiter wachsenden und teilweise sich widersprechenden Ansprüchen und Auflagen unterzugehen.“ Gleichzeitig vermisst Benjamin Nowak-Vazquez vielfach die Wertschätzung des anspruchsvollen Berufs in der Öffentlichkeit.

Und wie sieht er den Besuch des Ministers in Stadtlohn? „Ich finde es gut, dass Herr Spahn sich vor Ort ein Bild macht und mit uns spricht. Auf mich wirkt er kompetent und ehrlich“, sagt Benjamin Nowak-Vazquez. „Ich habe die Hoffnung, dass die Politik das Thema Pflege nun wirklich in den Fokus nimmt. Aber ich weiß natürlich auch, dass man manchmal vergebens hofft.“

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