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Stadt hebt Gebühren an

Obdachlosenunterkünfte werden teurer

STADTLOHN Es klingt zunächst wie ein Widerspruch in sich: Obdachlose müssen in Stadtlohn künftig mehr Geld für ihr Obdach bezahlen. Einstimmig hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung die Gebühren für die „Benutzung von Obdachlosenunterkünften“ angehoben.

Obdachlosenunterkünfte werden  teurer

Wohnungslose Menschen haben Anspruch darauf, von den Kommunen untergebracht zu werden – aber nicht kostenlos.

Was dahintersteckt, erläutert Günter Wewers, der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn: „Wohnungslose Menschen haben ein Recht darauf, von der Kommune, in der sie sich aufhalten, mit einer Notunterkunft nach Ordnungsrecht versorgt zu werden.“ Und dafür sieht die Gemeindeordnung des Landes NRW Benutzungsgebühren vor. Und das zu Recht, findet Günter Wewers. Schließlich seien nicht alle Obdachlosen mittellos. Und sie dürften daher auch nicht besser gestellt werden als „normale Mieter“. Die jetzige Anhebung, so Günter Wewers, sei lediglich eine Anpassung der seit 2011 unveränderten Gebühren an die allgemeine Preisentwicklung. Pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen die Obdachlosen künftig monatlich 4,45 Euro statt wie bislang nur 3,90 Euro. Die Nebenkosten werden wie bisher schon spitz abgerechnet.

Vergleichsmiete

Günter Wewers: „Wir haben uns bei der Festsetzung der Gebühr an der ortsüblichen Vergleichsmiete für einfachen Wohnraum orientiert.“ Und die liegt monatlich bei 4,48 Euro pro Quadratmeter. Kann ein Obdachloser die Gebühr nicht aus eigenen Mitteln nicht aufbringen, so springt das Sozialamt ein. Kostendeckend ist die Gebühr ohnehin nicht. Betriebswirtschaftlich müsste die Gebühr bei 6,81 Euro, so die Kalkulation der Verwaltung. Für die Unterbringung von Obdachlosen hält die Stadt Stadtlohn je zwei Wohnungen in der Klosterstraße und in der Josefstraße bereit. „Diese Wohnungen können wir flexibel nutzen, je nachdem ob Familien oder Einzelpersonen untergebracht werden müssen.“

Grund für eine Obdachlosigkeit ist nicht selten eine Zwangsräumung, zum Beispiel nach einer Räumungsklage wegen ausstehender Mietzahlungen. „Wenn es dazu kommt, dann erhalten wir von Amtswegen eine Nachricht vom Gerichtsvollzieher“, erklärt Alexander ter Horst vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung, der für die Obdachlosenunterbringung zuständig ist. Die Mitarbeiter der Stadt setzen sich dann mit den von der Räumungsklage Betroffenen in Verbindung. „Viele brauchen unsere Hilfe aber nicht. Aber manche wissen nicht, wo und wie sie ein Dach über dem Kopf finden sollen“, sagt Alexander ter Horst. Diese Menschen finden in den städtischen Unterkünften ein Obdach.

Sieben Dauergäste

Wie lange wohnen die Menschen in Obdachlosenunterkünften? „Wir hatten neulich eine Familie, die hat dort nur zwei Wochen gewohnt. Eine andere ist gerade erst nach zweieinhalb Monaten umgezogen“, so Alexander ter Horst. Aber: Es gebe zur Zeit auch sieben Obdachlose, die als „Dauergäste“ schon längere Zeit in städtischen Unterkünften wohnen.

Durchreisende

Und was ist mit den klassischen „Tippelbrüdern“, die mit dem Fahrrad übers Land ziehen? Etwa ein Dutzend von den Durchreisenden hat sich in diesem Jahr beim Stadtlohner Sozialamt gemeldet. „Die wollten aber keine Wohnung, sondern nur den ihnen zustehenden Tagessatz von 13,47 Euro abholen“, sagt Ludger Wilmer, Leiter des Fachbereichs Soziales. „Denen können wir nur Hilfe oder eine Dusche anbieten – ansonsten haben sie sich bewusst für das nichtsesshafte Leben ohne Konventionen entschieden.“

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