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Schlägern Einhalt gebieten

Stadtlohn Ein böses Ende hat für manche Stadtlohner in den vergangenen Monaten genommen, was als fröhlicher Gaststättenbesuch begonnen hatte: Offensichtlich ganz gezielt sucht sich immer wieder eine gewalttätige Gruppe junger Männer solche wehrlosen Opfer auf dem Heimweg aus, um sie zu provozieren, zu drangsalieren und im schlimmsten Fall gemeinschaftlich brutal zusammenzuschlagen.

Schlägern Einhalt gebieten

<p>Greifen die Sorgen der Stadtlohner auf: Bürgermeister Helmut Könning (rechts) und Erster Beigeordneter Karlheinz Pettirsch. Ohm</p>

Das Problem bewegt viele Menschen in Stadtlohn - ein Thema, das hinter den Kulissen hochkocht: Nicht wenige fühlen sich von Polizei und Behörden im Stich gelassen, vereinzelt kursieren schon Unterschriftenlisten und Aufrufe, selbst etwas gegen die meist jugendlichen Gewalttäter zu unternehmen - sogar das Wort von der "Bürgerwehr" machte in Stadtlohn bereits die Runde.

"Wir wissen ja um die Probleme. Und wir tun, was in unserer Macht steht - aber was sollen die Behörden tun, wenn es keine Zeugen gibt, die bereit sind, auszusagen, weil sie selbst Angst haben, zur Zielscheibe zu werden?", fragt Bürgermeister Helmut Könning. Erst in dieser Woche gab es wieder einmal einen Runden Tisch - und diesmal mit greifbaren Ergebnissen, wie Könning berichtet: "Die Polizei hat mehr Präsenz versprochen." Besonders in den "kritischen Tageszeiten" - das heißt nach Mitternacht und bis in die Morgenstunden hinein.

Doch klar ist auch: Die Personaldecke der Ordnungshüter sei eben relativ knapp. Auch ein Grund, warum der Vorschlag zur Videoüberwachung der Stadtlohner Innenstadt keine Aussichten auf Erfolg hat: "Es wäre personell nicht möglich, in Stadtlohn die Monitore dauernd zu überwachen."

Jugendamt

Unternehmen wolle aber auch das Jugendamt etwas - denn manche der Täter seien zwar bekannt, aber so jung, dass sie nicht einmal strafmündig seien: "Das Amt will sich gezielt um auffällige Jugendliche kümmern, ist auch schon auf die Eltern zugegangen. Da gibt es wohl ein gewisses Maß an Einsicht." Und auch das Ausländeramt des Kreises bringt sich ein: Es wolle nun den ausländerrechtlichen Status einzelner auffällig gewordener überprüfen.

Auf mehr Sicherheit setzt die Stadt aber auch selbst: Sie will das Umfeld der Gaststätten genauer ins Visier nehmen - und schrecke im Einzelfall auch nicht davor zurück, an die Sperrzeiten zu gehen, wenn ein Zusammenhang zwischen einer Wirtschaft und Gewalttätigkeiten bestehe. Beim jährlichen Eislaufvergnügen "Fun on Ice" soll diesmal ein privater Sicherheitsdienst im Umfeld der Eisbahn für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Zeugen wichtig

Einen dringenden Appell richtete Könning aber auch an die Bürger selbst: "Die Behörden brauchen Zeugenaussagen. Sonst lässt sich vor Gericht nichts machen." Gleichwohl hat er Verständnis dafür, dass manche eben vor diesem Schritt zurückschrecken: "Es gibt die Angst, danach selbst der Gewalt ausgesetzt zu sein." to

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