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Fußgänger-Engpass

Stolperfalle Bordstein?

STADTLOHN Eigentlich wollte Karl-Heinz Schmidt aus Vreden nur kurz eine Bescheinigung bei der AOK an der Stegerstraße abgeben. Doch wenige Schritte vor dem Ziel stürzte er an der Engstelle vor der Eisdiele und zertrümmerte sich die Schulter. Der 72-Jährige und seine Frau Maria machen eine "unverantwortliche Stolperfalle" für den den Sturz verantwortlich. Die Stadt sieht das anders.

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An dieser Engstelle an der Stegerstraße stolperte Karl-Heinz Schmidt über den erst im Nachhinein teilweise rot markierten Bordstein und erlitt einen Trümmerbruch an der Schulter.

Rechts neben dem roten Sonnenschirm ist der rot markierte Bordstein zu erkennen. Die Außengastronomie der Eisdiele engt hier die Gehwegfläche ein.

Den 29. September wird Karl-Heinz Schmidt nie vergessen: "Ich war gegen mittag auf dem Weg zur Krankenkasse. Ich kam von der Tilly-Apotheke. Als ich dann hier vorbeikam - klatsch - da lag ich schon." Der Vredener wusste sofort, dass etwas Schlimmes passiert war. "So starke Schmerzen habe ich nie zuvor in meinem Leben gehabt." Nach einer CT-Aufnahme stellten die Ärzte später einen Trümmerbruch der rechten Schulter fest. Das Gelenk war nicht mehr zu retten. Im Stadtlohner Krankenhaus hat Karl-Heinz Schmidt inzwischen ein künstliches Schultergelenk aus Titan erhalten.

Nach seinem Sturz schleppte sich der Vredener noch zur AOK. Dort, so erzählte er gestern, habe ihm eine Mitarbeiterin gesagt: "Ja, das ist eine blöde Ecke, da bin ich auch schon gestolpert." Für Karl-Heinz Schmidt ist das kein Wunder. Nur knapp einen halben Meter misst der Durchgang. Und genau an dieser Stelle entwickelt sich aus der barrierefreien Verkehrsfläche der neu gestalteten Klosterstraße die Bordsteinkante der Stegerstraße.

Bordstein jetzt rot markiert

"Das kann doch so nicht bleiben, das ist doch unverantwortlich", sagt Maria Schmidt. Nach dem Unfall hat der Eisdielenbesitzer in Abstimmung mit dem Ordnungsamt den Bordstein leuchtend rot markiert. Für die Schmidts ist das noch nicht ausreichend. "Wenn der Winter kommt, die Dunkelheit und die Glätte, dann werden noch mehr Menschen hier stürzen", sagt Maria Schmidt. Und ihr Mann ergänzt: "Mit der Beseitigung dieser Gefahrenstelle darf sich die Stadt nicht ewig Zeit lassen."

Günter Wewers, Erster Beigeordneter der Stadt, sieht das anders. "Aus unserer Sicht haben wir der Verkehrssicherungspflicht genüge getan." Er sieht die Stadt akut nicht in der Pflicht, baulich tätig zu werden. "Das Straßenpflaster und der Bordstein sind ja nicht schadhaft, sondern völlig intakt wie seit vielen Jahren." Auch die Außengastronomie der Eisdiele dort sei genehmigt. Ein Dauerzustand bleibt der Bordstein aber nicht. "Im nächsten Jahr wird die Stegerstraße wie bereits die anderen Innenstadtstraßen barrierearm neugestaltet", so Günter Wewers. Die Straßenbauarbeiten in diesem Bereich sollen in der zweiten Jahreshälfte 2017 durchgeführt werden.

Haftungsfrage offen

Will Karl-Heinz Schmidt die Stadt für seinen Schaden in Haftung nehmen? In dieser Frage hält sich der Geschädigte noch bedeckt. Günter Wewers sagt: "Uns liegt noch nichts vor. Wenn Schmerzensgeld oder andere Ansprüche geltend gemacht werden, dann lassen wir das durch unsere Versicherung prüfen."

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