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Totenzettel spiegeln Leben

Stadtlohn Der ehemalige Archivar des Heimatvereins, Bernhard Fischer (85), kann sich noch gut erinnern: "1949 kam ich aus der russischen Gefangenschaft zurück, 1951 fing ich dann mit dem Sammeln der Toten-Zettel an."

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Aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammt dieser Totenzettel, der an einen Gefallenen erinnert. Repro: Albersmann

Sind sich um die Bedeutung der Sammlung von Totenzetteln einig: Hermann Hintemann (links) und Bernhard Fischer vom Stadtlohner Heimatverein. Albersmann

Das war der Grundstock der heutigen umfangreichen Sammlung, deren Daten zusammen mit den Zetteln aus Oeding, Vreden, Ahaus, Wüllen, Ottenstein, Raesfeld, Heiden und anderen Orten aus dem Kreisgebiet in einem Gemeinschafts-Archiv digitalisiert sind, insgesamt 70 000.

"Das älteste Dokument, das wir haben, stammt aus dem Jahr 1805", ist Vereinsvorsitzender Hermann Hintemann stolz auf die bis über 200 Jahre alten Belege der christlichen Beerdigungen. "Der Brauch wurde nicht nur in der katholischen Kirche gepflegt, sondern auch vereinzelt bei den evangelischen Gläubigen." Diese Tradition lasse nach. Deshalb sammelt Fischer auch seit 1961 Todesanzeigen aus der örtlichen Zeitung, aber nur für Stadtlohn, um das Archiv auf dem Laufenden zu halten. Eine weitere Daten-Quelle sind die Standesamts-Nachrichten.

Interessant auch: die Geschichte von und die Geschichten auf den Zetteln, die oft den jeweiligen Zeitgeist widerspiegeln. Auch sind die Toten-Zettel der in den beiden Weltkriegen Gefallenen vorhanden. "Die oft heroische Meinung auf den Dokumenten stimmt wohl nicht unbedingt mit den Erlebnissen der Verstorbenen überein", meint Hintemann. Heldentod und Vaterland werden oft erwähnt. Es gibt auch Toten-Zettel von Vermissten, die nach dem Krieg wieder auftauchten und "ihren" Zettel das ganze Leben mit sich getragen haben sollen, so die Erinnerung von Archivar Fischer. "Dann gab es den endgültigen zweiten ,Echten', weiß der Vorsitzende.

Fundgrube

Das gesamte Archiv ist eine Fundgrube für die Genealogie, die Ahnenforschung. Die große Arbeit, die dahinter steckt, sieht man nicht. "Wir sind froh, dass sich im Verein Elfriede Brosius und Heinrich Büssing besonders um diese Sammlung kümmern", sagt Hintemann. So bleibe für die Erforschung der Dokumente der Volksfrömmigkeit mehr Zeit. Denn selbst nach 200 Jahren können sie noch Geschichte(n) erzählen. alb

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