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Bauschutt in der Berkelaue in Stadtlohn entdeckt

Ziegel und Betonstücke im Naturschutzgebiet

Stadtlohn Eigentlich wollte Hobbyfotograf Dieter Pollmann das Frühlingsidyll in der Berkelaue einfangen. Stattdessen fand er eine wilde Schuttablagerung.

Ziegel und Betonstücke im Naturschutzgebiet

Dieter Pollmann kann es nicht fassen: Steine, Dachziegel und andere Bauabfälle verunstalten das Berkelufer im Naturschutzgebiet. Foto: Stefan Grothues

Dieter Pollmann ist ein Naturfreund. Besonders gern streift der Stadtlohner mit seiner Kamera durch Wälder und Wiesen in den Berkelauen im Bockwinkel. Seit seiner Kindheit schätzt er diese ursprüngliche Flusslandschaft mit ihren wilden Steilufern, Sandbänken und Auskolkungen. Und mit etwas Glück freut er sich über den türkisblau schimmernden Eisvogel, der dort wieder häufiger anzutreffen ist, seit die Berkelauen zwischen Vreden und Stadtlohn vor knapp 20 Jahren unter Naturschutz gestellt wurden.

Bei seiner jüngsten Motivisuche schimmerte aber etwas anderes am Berkelufer: rote Dachziegelscherben, graue Betonbruchstücke, rostiges Metall, Fliesen und Reste von Kunststoffrohren. „Ich war so sauer, dass ich meine Kamera an diesem Tag gar nicht mehr ausgepackt habe. Nur mit dem Handy habe ich ein paar Fotos für Facebook gemacht.“ Der 45-Jährige hat für diese wilde Bauschuttablagerung überhaupt kein Verständnis. „Als Kinder haben wir hier in der Berkel gebadet. Als Jugendliche haben wir hier auch mal eine Dose Bier getrunken. Aber immer hatten wir eine Mülltüte dabei, und haben alles sauber hinterlassen.“

Ziegel und Betonstücke im Naturschutzgebiet

Die Berkel, wie Dieter Pollmann sie liebt: Naturbelassen, mit Totholz und wilden Steilufern. Foto: Stefan Grothues

Aber wie kommt der Schutt abseits aller Zufahrten ans Berkelufer? Nach Anfrage der Münsterland Zeitung hat sich eine Mitarbeiterin der Unteren Landschaftsbehörde des Kreise Borken in dieser Woche vor Ort ein Bild von Schuttablagerung gemacht. Nach ihrer Einschätzung handelt es sich um eine ältere Ablagerung, die jetzt freigespült worden sei, erklärte Kreissprecher Karlheinz Gördes. Die Fläche gehört heute dem Kreis Borken.

Schutt wird entfernt – aber kein Anlass zur Eile

Früher, erklärt Gördes, sei es durchaus üblich gewesen, dass Uferbereiche mit Bauschutt befestigt worden seien, um zu verhindern, dass der Fluss das Ufer wegspült. Solche künstlichen Befestigungen seien im Naturschutzgebiet natürlich nicht erwünscht. Sie sind auch verboten. Die Grundidee des Naturschutzgebietes Berkelaue sei es ja gerade, den Fluss dort, wo es niemanden stört, verwildern zu lassen. Das kommt der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zugute.

Aber was passiert denn jetzt mit dem Bauschutt? Zuständig für diese Frage ist die Obere Landschaftsbehörde bei der Bezirksregierung Münster. Sigrun Rittrich, Sprecherin der Bezirksregierung, erklärte am Freitag, dass der Bauschutt auf jeden Fall entfernt werden wird. Es bestehe aber kein Anlass zur Eile, weil vom Schutt keine akute Gefahr für den Fluss ausgehe. „Gerade heute sind Vertreter unserer Fachabteilung zu Gesprächen in Stadtlohn. Dabei geht es um Strukturverbesserungen in der Berkelaue im Sinne des Naturschutzes. Diese Maßnahmen sind für den September geplant. Das ist eine gute Gelegenheit, auch den Bauschutt zu entfernen.

Eine gute Nachricht für Dieter Pollmann. Jetzt kann er sich wieder unbeschwert auf Fotosafari gehen.

Berkelaue unverzichtbar im Biotopverbund

  • Diese Idee der geschützten Berkelauen entstand vor über 30 Jahren. Damals war sie aber noch nicht umsetzbar, da der Kreis nicht über fremde Privatflächen verfügen konnte.
  • Mit Unterstützung des Bundes und des Landes hat der Kreis seither viele Flächen in der Berkelaue gekauft oder gepachtet. 1999 wurde die 137 Hektar große Auenlandschaft unter Naturschutz gestellt.
  • Über 100 Hektar kann der Kreis Borken direkt verfügen. Das macht die Verwilderung einfacher: Totholz im Flusslauf führt zu Auskolkungen und Prallhängen, die Strömung nagt am Ufer. Die entstehenden Steilwände bieten dem Eisvogel neue Brutmöglichkeiten.
  • „Aufgrund ihres naturnahen Verlaufes mit Abbruchkanten und Sandbänken ist die Berkel für den Naturraum Westmünsterland und NRW ein einmaliges Beispiel für den Typus des durch eine Sandaue geprägten Tieflandflusses“, heißt es im Landschaftsplan „Stadtlohn“ des Kreises Borken.
  • Dieser Flusskorridor ist laut Landschaftsplan daher ein unverzichtbarer Bestandteil des landesweiten Biotopverbundsystems.

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