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Prozess am Schwurgericht

Stieftochter-Mord: "Gewürgt, bis sie still war"

BOCHUM Geständnis im Prozess um den Stieftochter-Mord von Bochum. "Ich habe sie geschlagen und gewürgt, bis sie still ist", hieß es am Donnerstag vor dem Bochumer Schwurgericht. Auch die Ehefrau sollte sterben. Angebliches Motiv: verletzter Stolz.

Stieftochter-Mord: "Gewürgt, bis sie still war"

Der Angeklagte neben seinem Verteidiger Hans Reinhardt (r.).

Dass sich der Angeklagte doch noch zu den Vorwürfen geäußert hat, war eine Überraschung. Bisher hatte der 54-Jährige von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. In einer von seinem Verteidiger Hans Reinhardt verlesenen Erklärung hieß es dazu: "Es fällt mir sehr schwer, überhaupt über die schreckliche Tat zu sprechen." Er habe schließlich seine Stieftochter getötet und das gleiche mit seiner Frau versucht.

Angebliches Ehe-Martyrium

Hintergrund der Tat sei ein angebliches Ehe-Martyrium gewesen. "Meine Frau war absolut dominant und hatte das Sagen", hieß es in der Erklärung. Und: "Ich fühlte mich wie ein Verlierer." Da er seine Arbeit als Dachdecker verloren habe, sei er völlig abhängig gewesen. Er habe kein Geld gehabt - manchmal nicht einmal für Tabak.

Es habe immer wieder Streit gegeben - auch über das Intimleben. "Ich war völlig frustriert, meine ganze Lebenssituation war mir zuwider", ließ er die Richter wissen.

Stieftochter machte Vorwürfe

Vor der Tat habe ihm seine Stieftochter schließlich schwere Vorwürfe gemacht. Da sei er ausgerastet.

Als seine Frau später von der Arbeit zurückgekommen sei, habe er auch sie geschlagen und gewürgt, dann aber von ihr abgelassen. An Flucht habe er nur kurz gedacht. Er habe sich von dem Geld seiner Stieftochter zwar neue Kleidung und ein Handy gekauft, sich dann aber doch noch am selben Tag gestellt. Der letzte Satz seiner Erklärung lautete so: "Ich weiß, dass ich für meine Taten bestraft werden muss." 

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