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Anwohner des Wehrs sehen positives Signal

Schlinge-Wehr Südlohn

Wie sehr sind die Anwohner von der Renaturierung am Schlinge-Wehr betroffen? Die Sorgen waren groß. Ein Gespräch zwischen Verwaltung, Politik und Anwohnern hat jetzt viel Druck aus dem Kessel genommen.

Südlohn

von Stephan Teine

, 20.06.2018
Anwohner des Wehrs sehen positives Signal

Das Wehr in Südlohn soll renaturiert und durch eine Rauhe Rampe erstzte werden. Nach einem Gespräch mit Politik und Verwaltung sind die Bedenken der Anwohner noch nicht restlos beseitigt, die größten Sorgen sind aber ausgeräumt. © Stephan Teine

Nach der vergangenen Sitzung des Bauausschusses hatten die Anwohner des Schlinge-Wehrs in Südlohn die große Sorge, dass durch die Renaturierung ihre Grundstücke vom Hochwasser bedroht werden. Vor allem der einstimmige Beschluss der Politiker hatte sie überrumpelt. Dienstagabend bemühten sich nun alle Beteiligten um eine Lösung des Problems. Offenbar mit Erfolg: Alois Kahmen, CDU-Ratsherr und Bauausschussmitglied sah die Fragen damit geklärt: „Absolut“, erklärte er auf Nachfrage. „Während der nächsten Schritte soll nun ein ganz kurzer Draht zwischen Verwaltung und Anwohnern gehalten werden.“

Er räumt ein, dass die Kommunikation „unglücklich gelaufen“ sei. „Wir wussten von den Bedenken der Anwohner in diesem Ausmaß nichts und sie waren mit dem Ablauf einer Ausschusssitzung nicht vertraut“, erklärte er. Franz-Josef Rickers, Ausschussmitglied für die Grünen und auch Teilnehmer des Gesprächs, kann die Sorgen der Anwohner verstehen. Auch er sieht den Zwang zu früher und klarer Information in solchen Fällen. „Als Politiker bekommen wir viele Informationen ja auch erst unmittelbar in der Sitzung. Da stehen wir manchmal auch wie der Ochs‘ vorm Berge.“

Transparenz ist wichtig

Bürgermeister Christian Vedder erklärt, dass vor allem über die Kommunikation geredet wurde. „Transparenz ist uns sehr wichtig“, sagte er gestern. Daran solle weiter gearbeitet werden. „Bei Sorgen der Anwohner sind die Verwaltung und die Politik immer ansprechbar“, so der Bürgermeister.

Insgesamt berichtet er von einem konstruktiven, wenn auch kritischen Gespräch. In der Sache werde man jetzt weiterarbeiten. Am Ende müsse ja auch der Kreis als Genehmigungsbehörde allen Planungen zustimmen. Und es gebe das Verschlechterungsverbot für den Hochwasserschutz. „Da können die Anwohner beruhigt sein“, sagt er.

Franz Telöken, Bewohner der ehemaligen Mühle, sieht noch nicht alle Probleme gelöst. „Aber wir empfinden die Gesprächsbereitschaft als positives Signal“, sagte er gestern am Telefon. Verschiedene Fragen zur Ausführung und Planung seien noch offen. „Aber das Bild stellt sich jetzt anders dar als noch in der Ausschusssitzung“, führte er aus. Sein Nachbar Berthold Hinske ergänzt: „Hätten wir diese Informationen von Anfang an bekommen, hätten wir uns gar nicht so aufgeregt.“ Bei seinen Nachbarn und ihm sei jedoch der Eindruck entstanden, dass durch den Beschluss im Ausschuss Tatsachen geschaffen worden seien. Sie wollten nun erst einmal abwarten. Auch um „nicht noch mehr Druck in den Kessel zu geben.“

Antrag für Fördermittel

Wie berichtet, hatte der Bauausschuss in seiner Sitzung Anfang Juni einen Beschluss zur Umgestaltung des Schlinge-Wehrs in Südlohn gefasst. Der betrifft jedoch zunächst nur die Fördermittel für das Bauprojekt. Die genaue Planung stellt er noch nicht dar. Sie wird nun erst in den nächsten Schritten getroffen.

Eins noch: „Wir haben nichts gegen das Projekt. Im Gegenteil. Was der Natur gut tut, tut uns allen gut“, so Berthold Hinske. Sie hätten eben nur Angst vor Hochwasser.

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