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Giftköder

Anzeige könnte Tiere retten

OEDING Bewusstlos, unterkühlt und stark blutend am Boden liegend - so fand Marleen Tegeler ihre Hündin Ela vor ein paar Tagen vor. Beim Tierarzt hieß es, dass wahrscheinlich Giftköder die Ursache für das Leiden des Tieres seien. In Oeding wäre das laut des Südlohner Ordnungsamtsleiters, Herbert Schlottbom, zwar ein Einzelfall, aber "verwerflich".

Anzeige könnte Tiere retten

Elf Monate war Marleen Tegelers Hündin Ela alt, als sie verstarb.

Grundsätzlich müsse man zwischen zwei Arten von Giftködern differenzieren: Es gibt Gift gegen Ungeziefer, wie es Landwirte nutzen, und präpariertes Gift - oft Rattengift -, gegen Kleintiere wie Hunde.

Bevor Ela krank wurde, war Tegeler mit ihr im Oedinger Busch spazieren. Dort wird keine Landwirtschaft betrieben. "Es ist möglich, dass da jemand ein Exempel statuiert hat", sagt Schlottbom über den Fall, von dem er am Rande mitbekommen hat. So etwas sei ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, handeln könne die Gemeinde allerdings nur, wenn ein Fall gemeldet wird.

Anzeige erstatten

Schlottbom rät dazu, Strafanzeige zu erstatten, wenn jemand einen Giftköder findet oder weiß, wer solche Köder auslegt. Tegeler konnte keine Anzeige erstatten, weil sie keinen Giftköder gefunden hat. Elas Besitzerin möchte aber verhindern, dass andere Tiere Giftköder fressen. Deswegen macht sie unter anderem bei Facebook auf die Problematik aufmerksam. "Auch für Kinder kann es gefährlich sein, wenn sie die Köder anfassen und dann die Finger in den Mund nehmen", sagt sie.

Tegeler jedenfalls werde auf jeden Fall einen Maulkorb kaufen, wenn sie sich wieder einen Hund anschaffen sollte. Viel mehr, so meint sie, könne man kaum tun.

Zwar sei das Auslegen von Giftködern laut Schlottbom ein Verstoß gegen die öffentliche Ordnung. Es im Vorfeld zu verhindern, sei aber schwierig. "Was soll eine Behörde denn machen?", fragt der Leiter des Südlohner Ordnungsamtes und verweist auf die Größe des Oedinger Buschs sowie auch die gute Tarnung der Köder.

Köder entfernen

In den zwölf Jahren, die er das Ordnungsamt leitet, sei noch kein Giftköderfund öffentlich bekannt geworden. Daher gebe es auch kein Handlungskonzept für so einen Fall. Wichtig sei, diese Fälle anzuzeigen. Denn wenn das Ordnungsamt informiert sei, würde es den oder die Köder entfernen. Je nach Fundort, würden eventuell auch die Wege im Wald abgesucht. "In welchem Umfang wir aktiv werden, das müssten wir dann sehen", so Herbert Schlottbom.

Eventuell könnte so verhindert werden, dass weitere Tiere wie Ela qualvoll sterben. Die Hündin von Marleen Tegeler wurde nämlich eingeschläfert, weil ihre Nerven so stark geschädigt waren, dass sie nur leidend hätte weiterleben können.Drei Fragen an den Südlohner Tierarzt Dr. Ernst Schüren:Herr Dr. Schüren, wie wirken solche Giftköder? Wenn ich davon ausgehe, dass es sich bei dem Gift um Rattengift handelt, dann verbluten die Tiere innerlich. Das Blut wird durch das Gift verdünnt und die Tiere verbluten in die Organe, wie Niere und Leber. Letztendlich schlafen die Tiere aufgrund der Blutarmut im Blutkreislauf einfach ein. Es ist kein qualvoller Tod, sonst wäre das Gift längst verboten.Wie kann man seinen Hund davor schützen? Normalerweise sind die Köder, die auf den Höfen verwendet werden, in Köderboxen, sodass ein Hund da nicht ohne weiteres rankommt. In solch einem Fall, dass das Gift mutwillig in Wurststücken oder ähnlichem ausgelegt wurde, kann man nur drauf achten, dass der Hund solche Köder nicht frisst.Was mache ich, wenn mein Hund nun doch etwas Unbekanntes, möglicherweise Gift, gefressen hat? Gar nicht lange zögern und möglichst schnell einen Tierarzt aufsuchen. Hier kommt es wirklich auf Minuten an. Der Hund bekommt dann ein Brechmittel, damit das Gift wieder aus dem Magen kommt. Normalerweise klappt das ganz gut. Doch bereits nach einer halben Stunde im Körper, ist das Gift im Darm angekommen. Da nützt dann auch kein Erbrechen mehr.   

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