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30-Jähriger vor Amtsgericht

Bedrohung - Pistole entpuppte sich als Feuerzeug

SÜDLOHN Wenn Aussage gegen Aussage steht, muss das Gericht entscheiden. Wenn aber verschiedene Zeugen und zwei Angeklagte jeweils ihre eigene Geschichte erzählen, wird es schwierig, überhaupt eine Entscheidung zu treffen - selbst für ein Gericht.

Gleich zwei Anklagepunkten musste sich ein 30-jähriger Südlohner beim Amtsgericht in Borken stellen. Bei einer Tat soll ihn sein Cousin unterstützt haben.

Dem Hauptangeklagten wurde zunächst vorgeworfen, seinem Nachbarn ein Verbrechen angedroht zu haben. In der Realität soll das so ausgesehen haben: In einer dunklen Sommernacht treffen die Nachbarn aufeinander. Sie wohnen in einem Mehrfamilienhaus und begegnen sich im Hof. Plötzlich zückt einer von ihnen eine Pistole und hält sie dem anderen an den Schläfe. Zeugen beirren ihn nicht. Denn ein weiterer Nachbar tritt auf. Von seinem Balkon beobachtet er die Szene. Ehe er sich versehen kann, wird auch ihm die Waffe entgegen gerichtet: "Soll ich dich auch erschießen?", ertönt es. Statt eines Schusses, nur Schall und Rauch: Bei der Waffe handelte es sich um einen Scherzartikel - ein Feuerzeug im Anzug einer Pistole.

Der Tathergang sei wohl auch nur eine Art Attrappe: "Sowas hat nie stattgefunden", sagte der Angeklagte. An solch eine Tat könne er sich nicht erinnern. Das Pistolenfeuerzeug sei unter seinen Nachbarn bekannt gewesen. Der Geschädigte selbst sieht die Geschichte wieder anders: "Ich wusste, dass es nur ein Spaß war". Bedroht gefühlt hätte er sich nur für einen kurzen Moment.

Prügelei im Hof

Der Zeuge hingegen habe den Angeklagten nach eigener Aussage noch zum Schießen aufgefordert. "Wäre etwas passiert, hätte ich ja Zeugen gehabt." Das Pistolenfeuerzeug aber wollen beide zuvor nicht gekannt haben.

Die weiteren Anklagepunkte beschuldigten den Angeklagten, eben diesen Nachbarn, dem mit der Attrappenwaffe gedroht worden sei, im Hof des Mehrfamilienhaus zusammengeschlagen zu haben und ihm Verletzungen zugefügt zu haben. Zumindest das steht fest, ein ärztlicher Bericht dokumentierte die Verletzungen. Die Anklage warf weiterhin dem Cousin des Angeklagten vor, sich mit Tritten in das Gesicht des Opfers an der Prügelei beteiligt zu haben. Wieder spielt auch der Zeuge vom Balkon eine Rolle, denn auch in diesem Fall hat er über seinen Balkon von der Szene Wind bekommen. Wieder treffen die Nachbarn im Hof aufeinander.

Vieles bleib unklar

Wer angefangen hat, ist unklar, jeder hat seine eigene Geschichte. Eine Prügelei aber hat es gegeben. Doch nur zwischen den beiden Nachbarn. Der Cousin hat nur zugesehen und nicht, wie in der Anklage verlesen, dem Opfer ins Gesicht getreten. "Gemacht hat er nichts", sind sich Zeuge und Geschädigter einig. "Irgendwas mit dem Fuß", fügt der Zeuge hinzu, aber das sei nicht weiter schlimm gewesen.

Da sich Anklage und Aussagen der Zeugen sowie Angeklagten mehrfach widersprechen, sieht auch der Richter die Beweislage als dünn an. Nur eine der drei Anklagepunkte - die Prügel im Hof mit Körperverletzung - wurde schließlich mit 70 Stunden gemeinnütziger Arbeit bestraft. Sein Cousin blieb unbestraft.

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