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Den letzten Schritt gehen

Südlohn Robert Wobbe öffnet die mit einem Kranz gesäumte Tür - mit einem Lachen auf den Lippen. "Herzlichen Glückwunsch" kündet ein Schild über seinem Kopf von der frohen Botschaft: die Weihe zum ständigen Diakon.

Den letzten Schritt gehen

<p>Bei der Weihe hat der Bischof Robert Wobbe eine Bibel geschenkt. Auch seine Frau Luise erinnert sich gern an die bewegenden Minuten im Dom zu Münster. Herbers</p>

"Beeindruckende Minuten waren das", erklärt der 43-Jährige bei dem Gedanken an den vergangenen Sonntag, als Bischof Franz Overbeck ihm und zehn weiteren Männern im Dom zu Münster die Hand auflegte. Auch seine Frau Luise und die drei Kinder, die als Messdiener dabei waren, konnten jeden Schritt der Zeremonie mitverfolgen: Sie hörten, wie Wobbe erklärte, den Dienst im Geiste Christi auszufüllen. Und sahen, wie er sich während der Heiligenlitanei längs auf den Boden legte.

Andere Bindung

Und was hat sich nun für ihn geändert? "Das Alltagsgeschäft läuft natürlich weiter", sagt der gebürtige Rheder mit Blick auf seine früheren Aufgaben, die er in den vergangenen 17 Jahren als hauptberuflicher Pastoralreferent - zwölf davon in der Gemeinde - ausgefüllt hat. Offen für die Belange der Menschen war Robert Wobbe auch schon vorher - wie zur Bestätigung klingelt mitten im Gespräch das Handy. Absprachen für ein Messdienertreffen müssen getroffen werden. Doch erst durch die Weihe kann er die Menschen in wichtigen Lebensphasen begleiten. Denn nun führt er nicht nur Gespräche mit werdenden Eltern, Hinterbliebenen oder Heiratswilligen, sondern tauft, beerdigt oder traut sie auch selbst. "Jetzt kann ich den letzten Schritt gehen, muss nicht mehr zur Seite treten", sagt er. Das gilt künftig auch für Predigten, Segnungen im Gottesdienst oder die Notfallseelsorge. "Unser Auftrag ist es aber, besonders für die da zu sein, die am Rande der Gesellschaft stehen", erklärt Wobbe. Das gelte nicht nur in Glaubensfragen, sondern auch für Schwierigkeiten, die im Alltag auftauchen. Persönlich habe er durch die Weihe eine andere Bindung an Jesus Christus erfahren. "Ja, das ist Berufung", versucht er nach einiger Zeit des Überlegens seine Gefühle in Worte zu fassen. Drei Jahre hat er sich ausbilden lassen, drei Jahre, in denen sich auch ein innerer Glaubensprozess bei ihm vollzogen hat.

Frau muss mittragen

Voraussetzung für das Diakonat ist, dass die Familie hinter ihm steht. "So ein Amt kann man nur tragen, wenn die Frau das mitträgt", meint Luise Wobbe. Deshalb musste sie vor der Weihe erklären, dass sie bereit ist, ihren Mann zu unterstützen. "Das ist ja eine Gratwanderung, die Ehe auf der einen und den Dienst für den Nächsten zusammenzubringen. Da muss die Familie schon Verständnis mitbringen", meint ihr Mann.

Heute wird Robert Wobbe erstmals in Oeding den Gottesdienst zelebrieren, morgen in Südlohn - und dabei sein neues liturgisches Gewand tragen. "Wir haben das Gewand vom Bischof bekommen. Jetzt ist es an uns, es mit Leben zu füllen." kh

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