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Gewässer im Fluss halten

Südlohn Tief versinken die Stiefel bei jedem Schritt im Schlamm. Mühsam bahnen sich die Männer einen Weg durch den Matsch - bis zu dem hoch mit Wasser angefüllten Graben.

"Hier in der westfälischen Tieflandbucht haben wir ein geringes Gefälle. Da sind die Gewässer schnell überlastet", erklärt Hermann Schulze Herking, Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbands Obere Schlinge. Wie in jedem Jahr im Herbst machen sich rund zehn Mitglieder des 1938 gegründeten Verbands auf den Weg, um die Gewässer, die sich über eine Länge von 73 Kilometern durch Velen, Gescher, Südlohn und Teile Stadtlohns erstrecken, stichpunktartig zu kontrollieren.

Mit dabei: Franz-Josef Garthaus vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken als Aufsichtsbehörde sowie Mitarbeiter der Räumfirma BCS aus Winterswijk. Denn nur wenn die Räumkolonnen die Böschungen zuvor ordnungsgemäß gemäht haben, kann das Wasser reibungslos fließen. "Das ist wichtig, damit die landwirtschaftlichen Flächen weiter nutzbar bleiben", sagt Schulze Herking. Auch andere Hindernisse müssen gesichtet und aus dem Weg geräumt werden. Tief hängen an einer Stelle Äste über der Schlinge. "Dort im Schatten der Sträucher wächst kein Gras mehr. Das ist aber nötig zur Befestigung der Böschung." Auch Ratten richteten große Schäden an. Ein Stückchen weiter sind die Folgen bereits sichtbar: Die Böschung ist abgebrochen, Sand hat sich abgelagert und verhindert, dass das Wasser zügig fließt.

Schäden festhalten

Genau werden die Schäden auf einer Karte festgehalten. Später wird besprochen, wie Abhilfe geschaffen werden kann. "Bei so einer Hochwasserlage wie jetzt kann es leicht zu Verstopfungen und zu Rückstau kommen. Dann stehen die Felder unter Wasser", erklärt Schulze Herking. Wie in dem nassen Herbst 1998, wo rund 30 Hektar im Verbandsgebiet unter Wasser standen.

Ein weiteres Problem: Die Wassermenge und die zu behebenden Schäden steigen auch durch die Anzahl versiegelter Flächen immer weiter an. Doch die Gelder des Verbands, der sich durch die Einnahmen der Anlieger, häufig Landwirte, finanziert, sind nach wie vor gering. kh

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